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29.03.2011

13:51 Uhr

Versicherungen

Ergo saniert in Polen, Südkorea und der Türkei

VonThomas Schmitt

Die Ergo Versicherungsgruppe hat ihren Gewinn 2010 mehr als verdoppelt. Im laufenden Jahr soll das Konzernergebnis aber noch weiter gesteigert werden.

Die Versicherungsgruppe Ergo konnte ihre Gewinne im vergangenen Jahr verdoppeln. Quelle: dapd

Die Versicherungsgruppe Ergo konnte ihre Gewinne im vergangenen Jahr verdoppeln.

FrankfurtDie Ergo schreibt im Ausland in der Sachversicherung rote Zahlen. „Im internationalen Geschäft sehen wir uns mit Herausforderungen im Bereich Schaden- und Unfallversicherung konfrontiert“, sagte der Chef der Munich-Re-Tochter, Torsten Oletzky, bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf. Denn dort sei die wichtige Schaden- und Kostenquote auf 107,9 Prozent gestiegen. Das heißt: Die Ausgaben überstiegen im Ausland die Einnahmen um fast acht Prozent.

Das internationale Geschäft wird immer wichtiger für den zweitgrößten deutschen Versicherer. Die Hälfte ihrer 40 Millionen Kunden betreut Ergo bereits im Ausland. Die Gruppe ist in über 30 Ländern vertreten und konzentriert sich dabei auf die Regionen Europa und Asien. Für Ergo arbeiten über 50.000 Menschen als angestellte Mitarbeiter oder selbstständige Vermittler.

Vor allem das Geschäft in Polen, der Türkei und Südkorea bereitete im vergangenen Jahr Probleme. In diesem Jahr soll es insbesondere in Polen besser werden, in den beiden anderen Problemmärkten sei die Sanierung schwieriger und werde womöglich mehrere Jahre dauern, erklärte das Management. Mit 4,4 Milliarden Euro holt sich der zweitgrößte deutsche Erstversicherer gut ein Fünftel seiner Einnahmen von 20,1 Milliarden Euro im Ausland. Im Vergleich zum Vorjahr brachte das internationale Geschäft fast zwölf Prozent mehr ein.

Ergo-Vorstand Christoph Jurecka ließ trotz der schwachen Zahlen keinen Zweifel daran, dass sich der Weg ins Ausland lohne, weil in vielen Märkten höhere Wachstumsraten zu holen seien als im Inland. Die roten Zahlen in Polen führte er auf den strengen Winter 2010 zurück, schwierig bleibe dort aber auch der Kfz-Markt. In der Türkei agiere der Markt insgesamt „irrational“, vom Trend zu einer Schaden- und Kostenquote über 100 Prozent habe sich auch Ergo nicht frei machen können. Ein neues Management soll nun in den nächsten zwei Jahre die Wende bringen und auch das Autogeschäft sanieren. In Südkorea machten es die Vorschriften der Aufseher schwierig, Prämien zu erhöhen, das erschwere profitables Geschäft.

Insgesamt schnitt Ergo in der Sachversicherung jedoch besser als Marktführer Allianz ab. Die Prämien stiegen 2010 um 1,7 Prozent auf 3,16 Milliarden Euro, die Schaden- und Kostenquote liege mit 90,3 Prozent nun schon seit Jahren unter 95 Prozent. Das heißt: Ergo verdient in dieser Sparte gutes Geld. Solche Werte peilt die Allianz auch an, schaffte dies aber im vergangenen Jahr insbesondere wegen des harten Konkurrenzkampfes in der deutschen Autoversicherung erneut nicht.

Ergo wolle den positiven Trend bei Ergebnis und Wachstum im kommenden Jahr fortsetzen, sagte Oletzky. Das Konzernergebnis 2011 solle zwischen 450 und 550 Millionen Euro liegen. Im vergangenen Jahr stieg es von 173 auf 355 Millionen Euro. Wesentlich höhere Gewinne von deutlich über einer Milliarde Euro erzielt hierzulande die deutsche Allianz. Oletzky sieht den großen Konkurrenten im Inland aber nur in der Lebensversicherung deutlich vorn. In der Sach- und Krankenversicherung schneide Ergo besser ab.

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