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26.06.2012

11:00 Uhr

Versicherungen

Gothaer verdient ein Drittel mehr

VonThomas Schmitt

Der Versicherungsverein expandiert in Osteuropa und setzt auf erneuerbare Energien. Auch in diesem Jahr soll das Prämienvolumen stärker steigen als im Marktschnitt.

dpa

DüsseldorfDer Versicherer Gothaer hat den Konzerngewinn um 35,4 Prozent auf 145 Millionen Euro verbessert. Im Vorjahr waren es 107 Millionen Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen leicht um 1,2 Prozent auf 4,05 Milliarden Euro. Damit lag die Gruppe dennoch über dem Branchenschnitt. Insgesamt nahmen die Versicherer im vergangenen Jahr 0,4 Prozent weniger ein. 

Werner Görg, Vorstandsvorsitzender des Gothaer Konzerns, rechnet für 2012 erneut mit einem Beitragswachstum über dem Niveau des Marktes. Fortgesetzt werden soll die „Internationalisierungsstrategie in Mittel- und Osteuropa“. Zuletzt hatte die Gothaer 67 Prozent am rumänischen Sachversicherer Platinum AG erworben. Zuvor war die Gruppe beim polnischen Versicherer PTU eingestiegen.

Rumänien sei mit 21,4 Millionen Einwohnern das zweitgrößte Land in Mittel- und Osteuropa und von der Staatsverschuldungs-Problematik nur wenig betroffen, merkt die Gothaer an. Die Versicherungsdurchdringung und die Versicherungsdichte sei selbst für osteuropäische Verhältnisse sehr niedrig. „Wir erwarten, dass sich in Rumänien eine ähnlich positive Entwicklung vollziehen wird wie in den letzten 20 Jahren in Polen“, sagt Jürgen Meisch, Finanzvorstand der Gothaer.

In der Kapitalanlage investiert die Gothaer – wie andere Versicherer auch – verstärkt in erneuerbare Energien: Zunächst würden 500 Millionen Euro in Erneuerbare mit Schwerpunkt Europa gesteckt. Die Vorteile dieser Anlageform seien attraktive und planbare Erträge, stabile Zahlungsströme, lange Laufzeiten und eine geringe Verbindung der Erträge zum Kapitalmarkt. In vielen europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien und den Niederlanden sei die Gothaer zudem der führende Windenergie-Versicherer.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Auch die PTU habe den Einstieg in das Geschäft mit Windenergieanlagen erfolgreich gestartet: 2012 wurden bereits fünf Windparks versichert. Insgesamt seien in 25 europäischen Ländern Windparkprojekte versichert. 2011 sei es gelungen, auch in Osteuropa eine führende Marktstellung aufzubauen: Die Gothaer sei nun auch in Litauen, Estland und Kroatien Marktführer. 

Im Dezember 2012 starten die neuen Unisex-Tarife mit gleichen Leistungen bei gleichem Beitrag für Frauen und Männer. Die Gothaer Lebensversicherung AG bietet ihren Kunden seit Anfang Juni eine rückwirkende Wechseloption für neu abgeschlossene Verträge an. Mit dem Optionsrecht könne der Kunde seinen geschlechtsabhängig kalkulierten Versicherungstarif rückwirkend ab Versicherungsbeginn in den betreffenden Unisex-Nachfolgetarif umwandeln und bewege sich so auf der sicheren Seite.

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