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22.05.2013

15:36 Uhr

Versicherungsbranche

Axa senkt Kosten und gewinnt

Die deutsche Tochter des französischen Versicherungskonzerns Axa will einfacher und effizienter werden. Erste Erfolge sind schon sichtbar. Bei Lebensversicherungen orientiert sich Axa an der Konkurrenz.

Versucht sich umzubauen und so erfolgreich neuen Herausforderungen zu trotzen: Die deutsche Axa, Tochter des französischen Versicherungskonzerns. dpa

Versucht sich umzubauen und so erfolgreich neuen Herausforderungen zu trotzen: Die deutsche Axa, Tochter des französischen Versicherungskonzerns.

DüsseldorfAxa scheint sich erfolgreich zu modernisieren. Der Gewinn der Versicherung ist in den vergangenen Monaten sprunghaft gestiegen. „Wir haben in der Schaden- und Unfallversicherung bei weiterem Beitragswachstum die Schaden-Kostenquote deutlich gesenkt und dadurch unsere Ertragskraft gestärkt“, hob der Axa-Vorstandsvorsitzende Thomas Buberl in Köln hervor. Im Bereich Altersvorsorge sei wie geplant das Spargeschäft mit einmaligen Beiträgen verringert worden. Es gilt als nicht nachhaltig. In der Krankenversicherung sei die deutsche Axa mit attraktiven Produkten erneut über dem Durchschnitt im Markt gewachsen.

Das Konzernergebnis wurde 2012 um 44,4 Prozent auf 388 Millionen Euro gesteigert. Die Gründe: Höhere Ergebnisse durch Kapitalanlagen und weitere Kostensenkungen. Axa will die Effizienz im Konzern durch Automatisierung, Digitalisierung und Verschlankung erhöhen. Die Kostenbasis von 2010 soll bis zum Jahr 2015 nachhaltig um 328 Millionen Euro verringert werden. Dadurch werde die Wettbewerbsfähigkeit deutlich gestärkt.

Im Jahr 2012 hat sich die deutsche Axa insbesondere im Neugeschäft auf profitables Geschäft fokussiert. Die Einnahmen sanken daher leicht auf 10,47 Milliarden Euro. Das stärkste Wachstum wurde in der Schaden- und Unfallversicherung mit plus 5,1 Prozent auf 3,82 Milliarden Euro verzeichnet. Maßgeblich hierfür sei die Autoversicherung gewesen – ein gutes Jahreswechslergeschäft Anfang 2012 sowie Beitragsanpassungen trugen dazu bei.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Im Lebensversicherungsgeschäft steuert Axa angesichts schwindender Erträge und niedriger Zinsen um. Nach dem Vorbild der Branchengrößen Allianz und Ergo will nun auch Axa Policen ohne die bisher üblichen lebenslangen Garantien verkaufen. „Wir sind keine Feinde des Garantie-Konzepts, aber wir sind Freunde des rentablen Geschäfts“, sagte Buberl. Axa werde sich an dem von Ergo ins Gespräch gebrachten Modell orientieren, kündigte Vorstandsmitglied Patrick Dahmen an. Dieses sieht eine endfällige Zinsgarantie vor, die mit der Einzahlphase endet. Axa werde zum Jahresende konkreter werden.

Die lebenslangen Garantien sind für die Versicherer teuer, weil es angesichts niedriger Zinsen schwer ist, langfristige und sichere Anlagen zu finden. Sie binden ungleich mehr Kapital als kürzer laufende Papiere. Zugleich werden Lebensversicherungen für die Kunden als Geldanlage weniger attraktiv. Die flexiblen Garantien ermöglichen es den Unternehmen, den Kunden mehr Zinsen zu zahlen. Was Alternativen angeht, belauert sich die Branche zurzeit. Deshalb halten sich die Unternehmen mit Einzelheiten noch bedeckt.

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