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30.03.2016

10:25 Uhr

Versicherungsindustrie

Die Bilanz des Katastrophenjahres 2015

VonHolger Alich

Das vergangenen Jahr war mit 198 Naturkatastrophen ein Rekordjahr für die Versicherungswirtschaft. Nie wurden mehr Unglücke verzeichnet. Doch weil es keine schwere Wirbelstürme in den USA gab, blieb es relativ günstig.

Die Explosion in der chinesischen Hafenstadt Tianjin hat einen Versicherungsschaden von 2,5 bis 3,5 Milliarden Dollar verursacht. AP

Nach der Explosion in Tianjin

Die Explosion in der chinesischen Hafenstadt Tianjin hat einen Versicherungsschaden von 2,5 bis 3,5 Milliarden Dollar verursacht.

ZürichVergangenes Jahr sorgten Katastrophen wie die Explosion in der chinesischen Hafenstadt Tianjin oder das Erbeben in Nepal für Schlagzeilen. Für die globale Versicherungsindustrie fiel die Bilanz der Schäden durch solche Desaster aber vergleichsweise milde aus. Das zeigt eine Übersicht der Swiss Re, dem zweitgrößten Rückversicherer der Welt.

So kosteten Naturkatastrophen und die durch Menschen ausgelöste Großschäden die Branche im vergangenen Jahr insgesamt 37 Milliarden Dollar. Die Summe der versicherten Schäden liegt damit zwar um eine Milliarde Dollar über dem Wert des Vorjahres, aber deutlich unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre von 62 Milliarden Dollar, schreiben die Experten der Swiss Re.

Die größten Versicherungsschäden

Explosionen in Tianjin

Die Explosionen in der chinesischen Hafenstadt Tianjin waren der größte Schaden des Jahres. Auf 2,5 bis 3,5 Milliarden Dollar wird der versicherte Schaden geschätzt, die gesamte Schadenshöhe ist unbekannt. Das Unglück gilt als einer der drei teuersten Großschäden in der Geschichte der Versicherungsindustrie.

Winterstürme

Die schweren Winterstürme in den Vereinigten Staaten verursachten einen versicherten Schaden von 2,1 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Der gesamte Schaden soll 3 Milliarden Dollar betragen haben.

Überflutungen in Texas

Unwetter und Überflutungen in Texas im Mai 2015 kosteten die Versicherer 1,5 Milliarden Dollar. Die gesamte Schadenshöhe wird auf 2,5 Milliarden Dollar geschätzt.

Unwetter in den USA

Weitere Unwetter im April vergangenen Jahres sorgten für versicherte Schäden von 1,2 Milliarden Dollar. Insgesamt soll der gesamte Schaden 1,6 Milliarden Dollar betragen.

Waldbrände

Waldbrände in den Vereinigten Staaten sorgten für einen gesamten Schaden von 1,6 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr, 1,2 Milliarden Dollar davon waren versichert.

Orkan Niklas

Orkan Niklas, der Anfang April vergangenen Jahres über Europa zog, verursachte einen Schaden von 1,2 Milliarden Dollar. 1 Milliarde davon zahlten die Versicherer.

Größter Versicherungsschaden überhaupt

Als teuerster Großschaden überhaupt gelten die Terroranschläge am 11. September 2001. 25,2 Milliarden Dollar zahlten die Versicherer damals.

Ein Grund dafür sei, dass die USA erneut von schweren Wirbelstürmen verschont geblieben waren. Teuer wird es für die Branche immer dann, wenn Naturkatastrophen wie Stürme oder durch Menschen verursachte Großschäden reiche Regionen treffen, weil dort die Menschen sich Versicherungsschutz leisten können.

Insgesamt verursachten Katastrophen im vergangenen Jahr wirtschaftliche Schäden von 92 Milliarden Dollar. Das sind 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch hier liegt die Schadenssumme weit unter dem 10-Jahres-Schnitt von 192 Milliarden Dollar. Nur 40 Prozent der Schäden waren versichert.

Dennoch war 2015 auch ein Rekordjahr. So verzeichneten die Experten der Swiss Re im vergangenen Jahr insgesamt 198 Naturkatastrophen. Das sei der höchste jemals verzeichnete Wert. Mit sechs Milliarden Dollar geschätzten Schäden war das Erdbeben in Nepal die verheerendste Naturkatastrophe. Doch die Region ist arm, daher waren die wenigsten Schäden dort versichert.

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