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09.03.2012

15:32 Uhr

Versicherungskonzern

Allianz könnte größeren Zukauf anpeilen

Der Versicherungskonzern will einem Zeitungsbericht zufolge für die französische Gan Eurocourtage bieten. Der Kaufpreis könnte mehrere Hundert Millionen Euro betragen - die die Allianz ohne Probleme finanzieren könnte.

Das Logo der Allianz-Versicherungen über dem Haupteingang der Niederlassung in Frankfurt. dpa

Das Logo der Allianz-Versicherungen über dem Haupteingang der Niederlassung in Frankfurt.

MünchenDie Allianz könnte nach Jahren der Enthaltsamkeit schon bald wieder einen größeren Zukauf in Angriff nehmen. Wie die „Financial Times Deutschland“ (FTD) in ihrer Freitagausgabe berichtete, hat Europas führender Versicherer den französischen Anbieter Gan Eurocourtage im Visier, der seine Stärken im Geschäft mit Industrie- und Gewerbebetrieben hat. Gan Eurocourtage ist eine Tochter der genossenschaftlichen Groupama, die in der Finanz- und Schuldenkrise unter Druck gekommen ist und durch Verkäufe an frisches Geld kommen will. Die Allianz wolle mindestens einen hohen dreistelligen Millionen-Betrag bieten, so das Blatt unter Berufung auf Versicherungskreise.

Der Münchner Dax-Konzern lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Die FTD zitierte aber Unternehmenskreise, dass das Vorhaben der Allianz noch torpediert werden könne. Eine politisch gewünschte „französische Lösung“ sei denkbar - auch mit einem Bieter, der bislang nicht im Spiel sei.

Laut Zeitung hat sich die australische QBE Insurance bereits aus dem Rennen verabschiedet. Die französische Covea und die britische Aviva hätten nur lauwarmes Interesse. Frankreichs Branchenprimus Axa ist offenbar nicht mit von der Partie. Zum Verkauf steht voraussichtlich nur das Schaden- und Unfallgeschäft von Gan Eurocourtage, das 2010 auf Prämieneinnahmen von 820 Millionen Euro kam. Der Lebensversicherungsteil bleibt wohl außen vor.

Das würde ins Profil von Allianz-Chef Michael Diekmann passen. Dieser hatte zuletzt die selbst verordnete Zurückhaltung bei Zukäufen aufgegeben und dies damit erklärt, dass sich die Unsicherheiten rund um die künftig strengeren Kapitalvorschriften schrittweise auflösten. Zukäufe kann sich Diekmann am ehesten im Schaden/Unfall-Bereich sowie bei den sogenannten globalen Einheiten wie der Industrie-, Reise- oder Kreditversicherung vorstellen. Allerdings hatte er betont, nicht mit größeren Deals zu rechnen, ohne dies genauer zu definieren.

Weil Banken sich von Versicherungsaktivitäten trennen und viele Allianz-Rivalen mit krisenbedingten Problemen kämpfen, gibt es momentan viele Kaufgelegenheiten. Die Allianz hatte in der Vergangenheit oft betont, in normalen Jahren rund eine Milliarde Euro für Zukäufe zur Verfügung zu haben. 2011 war aber nicht normal: Extrem hohe Naturkatastrophenlasten und die Turbulenzen an der Börse setzten der Branche zu. Bei der Allianz brach der Gewinn um fast die Hälfte auf 2,8 Milliarden Euro ein. Die Übernahme in Frankreich könnte der Versicherer trotzdem leicht aus eigenen Mitteln finanzieren, urteilte DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel.

Von

rtr

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