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07.05.2013

10:44 Uhr

Versicherungskonzern

Allianz steigert Gewinn deutlich

Zur Hauptversammlung meldet der Versicherungskonzern Allianz einen deutlich gestiegenen Quartalsgewinn. Kritik an Nahrungsmittelspekulationen schmettert Vorstandschef Michael Diekmann ab.

Allianz-Zentrale in München: Das Ergebnis im ersten Quartal klettert deutlich. dpa

Allianz-Zentrale in München: Das Ergebnis im ersten Quartal klettert deutlich.

MünchenDie Allianz hat dank sprudelnder Einnahmen im ersten Quartal ihren Gewinn kräftig gesteigert. Der Überschuss von Europas größtem Versicherer kletterte binnen Jahresfrist um ein Viertel auf 1,7 Milliarden Euro. Vorstandschef Michael Diekmann zeigte sich zufrieden. „Die Steigerung der Ergebnisse kommt aus allen Geschäftssegmenten, wird also von einer breiten Basis getragen. Damit darf der Start in das Geschäftsjahr als wirklich gelungen bezeichnet werden“, erklärte der Manager am Dienstag im Vorfeld der Hauptversammlung.

Das operative Ergebnis legte im Auftaktquartal um ein Fünftel zu und erreichte 2,8 Milliarden Euro, der Umsatz kletterte um knapp sieben Prozent auf rund 32 Milliarden Euro. Die Kennzahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. An der Börse kamen die Zahlen der Münchner prima an. Die Allianz-Aktie kletterte zu Handelsbeginn um knapp zwei Prozent und gehörte damit zu den größten Dax -Gewinnern.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

An der Prognose eines operativen Gewinns von etwa 9,2 Milliarden Euro für das Gesamtjahr hielt Diekmann fest und dämpfte angesichts unruhiger Kapitalmärkte höhere Erwartungen. „Für eine Anpassung unseres Ausblicks für das Geschäftsjahr 2013 sieht der Vorstand trotz der guten Ergebnisse des ersten Quartals angesichts der bestehenden Marktrisiken keinen Anlass.“ Details zum Geschäftsverlauf in den ersten drei Monaten des Jahres will das Unternehmen am 15. Mai vorlegen.

Bei der Hauptversammlung des Unternehmens forderte die Hilfsorganisation Oxfam die Allianz zum Ausstieg aus Nahrungsmittel-Spekulationen auf. Der Versicherungskonzern erziele Millioneneinnahmen aus dem Geschäft mit dem Hunger und trage zu gefährlichen Preisschwankungen für Agrarrohstoffe wie Mais oder Weizen bei, kritisierten mehrere Aktivisten. Vor dem Eingang der Hauptversammlung in der Münchner Olympiahalle stellten sie ein überdimensionales Roulette auf und prangerten ein „Hungerroulette im Kasino Allianz“ an.


Obwohl auch Aktionäre das Geschäft des Unternehmens kritisieren, will der Versicherungskonzern an Lebensmittel-Investments festhalten. „Unsere Vermögensverwaltungsgesellschaften setzen mit Investments in entsprechenden Fonds auf steigende wie fallende Kurse von Rohstoff-Indizes und dienen am Warenterminmarkt als Risikopartner für Landwirte und Käufer von Rohstoffen“, sagte Vorstandschef Michael Diekmann am Dienstag bei der Hauptversammlung. Bauern und Rohstoffkäufer sicherten sich über diese Instrumente gegen für sie jeweils nachteilige Preise ab.

„Als Risikopartner versorgen wir beide Seiten auf diesem Terminmarkt mit Liquidität und preiswerten Terminkontrakten und sorgen dadurch gerade nicht für steigende Preise durch eine Verknappung von Rohstoffen“, sagte Diekmann Kritikern. „Wir halten die Kritik in diesem Fall für nicht gerechtfertigt.“ Aktivisten hätten zudem ihre Vorwürfe gegen die Allianz weder konkretisiert noch belegt.

Kommentare (3)

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sailing

07.05.2013, 12:55 Uhr

wurde der Allianz nicht mit den Rettungspaketen zu Lasten der Steuerzahler "unter die Arme gegriffen"?

Leser

07.05.2013, 15:32 Uhr

Das ist sicherlich etwas zu mittelbar. Auch wenn die Allianz Investments in griechischen und zyprischen Staatsanleihen hatte werden dies kaum gegeben um der Allianz "unter die Arme zu greifen".

staatsbuerger

07.05.2013, 19:38 Uhr

Es ist doch klar, dass gerade in Zeiten extrem niedriger Zinsen Spekulation als gewinnbringende Alternative von der Allianz verteidigt wird. "Non olet" zählt eben inmmer noch bedeutend mehr als Ethik - mit letzterer können keine Dividenden oder Bonuszahlungen bedient werden.

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