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05.10.2013

16:50 Uhr

Versicherungskonzern

Allianz tadelt Regulierer

Die Allianz kann das Vorgehen der Regulierer gegen die weltgrößten Versicherer nicht nachvollziehen. Sie selbst wurde als gefährlich für das ganze Finanzsystem eingestuft und steht nun unter mehr Aufsicht.

Die Allianz beklagt, dass es keine verbindliche Definition des geforderten Kapitals für Versicherer gebe. dpa

Die Allianz beklagt, dass es keine verbindliche Definition des geforderten Kapitals für Versicherer gebe.

FrankfurtDie Allianz äußert Unverständnis über das Vorgehen der Regulierer gegen die weltgrößten Versicherer. „Der Maßstab, was systemrelevant ist, hat sich erheblich verändert“, sagte der Finanzvorstand des größten europäischen Versicherungskonzerns, Dieter Wemmer, der „Börsen-Zeitung“ (Samstagausgabe). „Es ist nun eine seltsame Mischung aus Sozialfürsorge und Eindrücken aus der Finanzkrise geworden.“ Der Finanzstabilitätsrat (FSB) der G20-Staaten hatte die Allianz und acht weitere große Versicherer als global systemrelevant - also potenziell gefährlich für das ganze Finanzsystem - eingestuft, so dass sie mit mehr Aufsicht und schärferen Eigenkapitalauflagen gebändigt werden müssten.

Die Versicherer hatten stets darauf gepocht, dass sie wegen ihres Geschäftsmodells nicht systemrelevant seien. Wemmer sagte der Zeitung, die neuen Definition der Systemrelevanz ziele auf die Frage, ob es sozialpolitisch große Effekte habe, wenn Millionen Kunden eine Kürzung ihrer privaten Rente hinnehmen müssten. Die Öffentlichkeit meine, die Versicherer stünden auf der Liste, weil sie genauso groß wie die Banken seien: "Dieses Spiel mit der Wahrnehmung war politisch gewünscht, weil es gut in das aktuelle Bild passt, dass die Finanzindustrie besonders kontrolliert werden muss", kritisierte er.

Wemmer beklagte, dass es keine verbindliche Definition des geforderten Kapitals für Versicherer gebe: "Ich finde es furchtbar, dass ich nicht wie ein Bank-Finanzvorstand die Eigenkapitalanforderungen zumindest ansatzweise benennen kann." Auch die neuen Kapitalregeln für die Branche in Europa unter dem Namen Solvency II sehen keine absolute Untergrenze vor. Wemmer rechnet mit einer Verabschiedung der Vorschriften durch das EU-Parlament im nächsten Februar.

Medienbericht: Allianz will Rechenzentren auslagern

Medienbericht

Allianz will Rechenzentren auslagern

Um Kosten zu sparen, will der Versicherungskonzern Allianz seine EDV-Abteilung auslagern, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Der Konzern verhandele mit den US-Firmen CSC und IBM. Betroffen seien rund 250 Mitarbeiter.

Die Ungewissheit über die Regeln erschwere jede Zielsetzung für die Kapitalrendite, sagte Wemmer. Die Allianz habe aber Potenzial für mehr als die 10,5 Prozent aus dem Jahr 2012. "Aber erst wenn die geschilderten Unsicherheiten beseitigt sind, können wir uns Ziele setzen." Die Einführung von Solvency II in Europa war ins Stocken geraten - unter anderem, weil sie in den Augen der deutschen Versicherer deren langjährige Garantien für Lebensversicherungen gefährden würden.

Von

rtr

Kommentare (2)

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gast

06.10.2013, 02:33 Uhr

Hmm, eine Kapitalrendite von 10,5% und die alten 4% auf Lebensversicherungen sind eine Katastrophe.

Mazi

11.10.2013, 22:30 Uhr

Ja, das ist große Kunst.

Das muss man sich vorstellen. Gehen die Zinsen runter und die Kurswerte der Anleihen hoch, argumentiert die Branche gegenüber den Versicherten, dass die Zinsen niedrig sind und deshalb nicht mehr zahlen können.

Gehen die Zinsen hoch und die Anleihekurse in den Keller, dann argumentieren sie, dass das die Kursverluste so groß wären und deshalb nicht mehr zahlen können.

Die Kritik der BAFin brauchen die Versicherer nicht zu fürchten. Sie haben die BAFin seit "Geburt" voll im Griff. Es ist dringend ein Gegengewicht aus Verbrauchersicht gefordert. Sonst wird das nie etwas.

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