Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2013

13:31 Uhr

Versicherungskonzern

Generali kauft für Milliarden in Osteuropa zu

Der italienische Versicherer Generali bekennt sich zu Osteuropa: Für eine Milliardensumme kauft er seinem tschechischen Partner dessen Beteiligung am gemeinsamen Joint Venture ab. Das eröffnet neue Möglichkeiten.

Das Logo der Generali Versicherungen. dpa

Das Logo der Generali Versicherungen.

MailandDer neue Generali -Chef Mario Greco baut mit seiner ersten Großübernahme das wachstumsstarke Osteuropageschäft aus. Für 2,5 Milliarden Euro kauft Italiens führender Versicherer seinem tschechischen Partner PPF dessen 49-prozentige Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen GPH ab. "Die Transaktion beseitig alle Unsicherheit hinsichtlich unserer Entwicklungsstrategie in Zentral- und Osteuropa", erklärte Greco am Dienstag.

Greco ist seit August im Amt. Seine Aufgabe ist es, Europas drittgrößten Versicherungskonzern rentabler zu machen und das Beteiligungsportfolio auf den Prüfstand zu stellen. Am kommenden Montag will das Unternehmen die Ergebnisse auf einer Investorenkonferenz in London vorstellen. An der Mailänder Börse notierte die Generali-Aktie etwas höher im Plus als der Gesamtmarkt.

Die zehn größten Versicherer Europas

Allianz

Die Allianz verfügt in Deutschland über die bekannteste Marke im Versicherungssektor. 2010 hat die Gruppe weltweit 5,2 Milliarden Euro verdient und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist das Management großer Vermögen das zweite Standbein des Konzerns geworden. Mit Pimco besitzt die Allianz den am stärksten beachteten Anleihenmanager.

Axa

Der größte französische Versicherer konkurriert mit der Allianz um die Marktführerschaft in Europa. Im Jahr 2010 beliefen sich die Einnahmen auf 91 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um ein Viertel auf 2,75 Milliarden Euro, weil Sanierungsarbeiten nach der Finanzkrise das Ergebnis belasteten.

Generali

Der Marktführer in Italien ist traditionell stark im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten. 2010 flossen rund 73 Milliarden Euro in die Kassen, 1,7 Milliarden Euro verblieben als Gewinn.

Aviva

Die britische Gruppe konzentriert sich in Europa neben dem Heimatmarkt auf weitere sieben Märkte: Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Irland, die Türkei und Russland. Die Einnahmen beliefen sich 2010 auf mehr als 50 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro verdiente der Konzern.

Zurich Financial

Längst ist der Versicherer über die Schweiz hinaus gewachsen. International ist die in Dollar bilanzierende Gruppe ein direkter Konkurrent von Allianz und Axa. 2010 flossen umgerechnet 49 Milliarden Euro in das Unternehmen, über zwei Milliarden Euro betrug der Gewinn unter dem Strich.

Munich Re

Der weltgrößte Rückversicherer hat zwei Standbeine: Das Geschäft mit anderen Versicherern sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem über die Tochter Ergo läuft. Mehr als 45 Milliarden Euro an Prämien flossen 2010 in die Kasse, dabei verblieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro.

CNP

Der Versicherer ist in Frankreich führend im Verkauf von Lebensversicherungen. 33 Milliarden Euro an Prämien fließen im Jahr hinein, eine Milliarde Euro Gewinn zieht der Konzern daraus.

Credit Agricole

Die französische Bank ist auch im Versicherungsgeschäft stark. Die Einnahmen der Sparte belaufe sich im Jahr auf rund 29 Milliarden Euro.

ING

Die Versicherungssparte des Finanzkonzerns soll abgespalten und an der Börse verkauft werden. Im vergangenen Jahr trug der Bereich rund 28 Milliarden zu den Einnahmen bei. Wegen Altlasten im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist der Bereich nicht sehr profitabel.

Prudential

Der britische Konzern ist vor allem in Asien stark präsent. 2010 beliefen sich die Prämieneinnahmen auf umgerechnet 27 Milliarden Euro. Mehr als 1,6 Milliarden Euro Gewinn wies die Gruppe aus.

Finanzchef Alberto Minali sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, im Verkaufsprozess für die in der Schweiz ansässige Privatbank BSI und das US-Rückversicherungsgeschäft gebe es keine Probleme. Mit diesen Verkäufen werde der Konzern zusätzliche Barreserven erzielen.

Die komplette GPH-Übernahme soll in zwei Schritten erfolgen. 25 Prozent will Generali sich im März einverleiben, die übrigen 24 Prozent bis Ende kommenden Jahres. Der Partner PPF hatte eine Option zum Verkauf seiner Minderheitsbeteiligung. Analysten forderten von Generali seit langem eine Entscheidung, wo der Weg mit dem Joint Venture hingehen soll.

Generali -Chef Mario Greco. PR

Generali -Chef Mario Greco.

Die nun getroffene Vereinbarung ermöglicht Generali zudem eine Aufstockung des Anteils am russischen Versicherer Ingosstrakh auf 38,5 Prozent. Umgekehrt erwirbt PPF das GPH-Versicherungsgeschäft in Russland, der Ukraine, Weißrussland und Kasachstan.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×