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29.08.2013

10:23 Uhr

Versicherungskonzern

Hochwasser reißt Loch in Vienna-Insurance-Bilanz

Wegen der vielen Unwetterschäden bricht die Bilanz von Vienna Insurance deutlich ein. Der Vorsteuergewinn des österreichischen Versicherungskonzerns sank um 32 Prozent. Die Aktie rutschte ans Ende des ATX.

Firmenzentrale der Vienna Insurance Group. Robert NewaldVienne Insurance

Firmenzentrale der Vienna Insurance Group.

Frankfurt/WienDas Hochwasser in Zentraleuropa und schwache Geschäfte in Rumänien haben dem österreichischen Versicherungskonzern Vienna Insurance im ersten Halbjahr zugesetzt. Der Vorsteuergewinn brach um 32 Prozent auf 205,7 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Wegen der vielen Unwetterschäden verdreifachten sich die Leistungen an die Kunden auf rund 230 Millionen Euro – davon entfielen allein 180 Millionen Euro brutto auf das Hochwasser, das ab Ende Mai weite Teile Deutschlands, Tschechiens und Österreichs in Atem gehalten hatte. Gerade entlang von Elbe und Donau waren die Schäden enorm. Hinzu kam der Preiskampf im rumänischen Kfz-Versicherungsmarkt, der Vienna Insurance dazu veranlasst, 75 Millionen Euro auf die dortige verlustreiche Tochter abzuschreiben. Vorstandschef Peter Hagen sprach von einem „Preisdumping“, an dem sich sein Haus nicht beteiligen werde. Stattdessen gehe es darum, bei der Tochter eine nachhaltige Trendwende zu schaffen.

Versicherer schätzen Flut-Schäden

Allianz

Das Hochwasser in Deutschland wird die Allianz nach Analystenschätzungen etwas teurer zu stehen kommen als die Flut 2002. JP-Morgan-Analyst Michael Huttner veranschlagt die Schadensumme für den deutschen Marktführer im Inland in einer Kurzstudie auf 350 Millionen Euro. Das wäre mehr als die 330 Millionen Euro vor elf Jahren.

(Stand: 10. Juni 2013)

Gartenbau Versicherung

Ein Spezialist unter den Versicherer: Dennoch wird die Gesellschaft wohl mehrere Millionen Euro an Schäden begleichen müssen. Allein in Sachsen sei mit einem Schaden von zwei Millionen Euro zu rechnen.

(Stand: 4. Juni 2013)

Gothaer Versicherung

Dem Unternehmen sind etwa 1000 Schäden gemeldet worden mit einem Schadensvolumen von etwa 20 Millionen Euro. Vorstandschef Thomas Leicht rechnet mit einem weiteren Anstieg auf das Niveau der Flut von 2002 – damals seien Schäden in Höhe von 30,2 Millionen Euro gemeldet worden.

(Stand. 7. Juni 2013)

R+V Versicherung

Bei der Versicherung der Volks- und Raiffeisenbanken sind etwa 2.000 Berichte über Schäden eingegangen und es sei kein Ende in Sicht, so eine Sprecherin. Es werde ein „Spitzenschaden“.

(Stand: 6. Juni 2013)

Signal Iduna

Die Versicherung erwartet einen Schaden von bis zu 50 Millionen Euro und damit mehr als im Jahr 2002.

(Stand: 10. Juni 2013)

SV SparkassenVersicherung

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden in Höhe von 40 Millionen Euro auf Basis von insgesamt 7.500 Schadensmeldungen.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherungskammer Bayern

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden von 40 Millionen Euro.

(Stand: 5. Juni 2013)

Württembergische Versicherung

Das Unternehmen rechnet mit einem Schadenaufkommen von gut 50 Millionen Euro. 2002 hatten die Überschwemmungen an Oder und Elbe 44 Millionen Euro gekostet.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherter Schaden 2002

Deutschlandweit belief sich der versicherte Schaden des als Jahrhundertflut bezeichneten Elbe-Hochwassers vor elf Jahren auf 1,8 Milliarden Euro. In ganz Europa mussten die Versicherer damals nach Daten der Münchener Rück 3,5 Milliarden Euro zahlen.

Versicherter Schaden 2013

Der Branchenverband GDV geht von Kosten aus, die über denen von 2002 liegen. Der Schaden würde in Deutschland also die Marke von 1,8 Milliarden Euro übersteigen. Experten des Dienstleister Aon gehen sogar von vier Milliarden Euro Schäden für die deutsche Versicherungswirtschaft aus. Die Ratingagentur Fitch erwartet immerhin 2,5 bis 3 Milliarden Euro.

(Stand: 12. Juni 2013)

Die hohen Belastungen in der Halbjahresbilanz hatten sich zwar abgezeichnet. Dennoch war die Ernüchterung an der Börse groß: Mit einem Minus von drei Prozent rutschte die Aktie im frühen Handel ans Ende des ATX.

Von

rtr

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