Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.11.2013

16:45 Uhr

Versicherungskonzern

Italien macht Vienna Insurance Group zu schaffen

VonHans-Peter Siebenhaar

Bei der Vienna Insucrance Group müssen Vorstände gehen. Denn in Italien und Rumänien erleidet der österreichische Versicherungskonzern ein Desaster. Zudem verfehlt das Unternehmen sein Jahresziel.

Die Firmenzentrale der Vienna Insurance Group in Wien: Auch für das Gesamtjahr müssen sich die Aktionäre wohl auf einen Gewinnrückgang einstellen. Robert NewaldVienne Insurance

Die Firmenzentrale der Vienna Insurance Group in Wien: Auch für das Gesamtjahr müssen sich die Aktionäre wohl auf einen Gewinnrückgang einstellen.

WienBeim österreichischen Versicherungskonzern Vienna Insurance Group (Wiener Städtische) fällt in diesem Jahr die vorweihnachtliche Freude aus. Das miserable Geschäft in Italien und Rumänien macht die ansonsten gute Bilanz kaputt. Der Vorsteuergewinn sank in den ersten drei Quartalen von 444 Millionen Euro auf nur noch knapp 316 Millionen. Die verrechneten Prämien ging um fünf Prozent auf annähernd 7,1 Milliarden Euro zurück.

Nach Angaben des Versicherungschefs Peter Hagen verlor die Vienna Insurance Group allein in Italien zwischen 80 bis 100 Millionen Euro. Die Konzerntochter Donau Versicherung hatte operativ bei der Schadensabwicklung versagt.

Systemrelevante Versicherer laut FSB (2013)

1

Allianz

Sitz: München

Netto-Gewinn 2012: 5,2 Milliarden Euro

Umsatz: 106,4 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,85 Billionen Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 144.000

Börsenwert: 53,8 Mrd Euro

Quelle: Reuters

2

AIG

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 2,6 Milliarden Euro

Umsatz: 50,13 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 287 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 63.000

Börsenwert: 53 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

3

Aviva

Sitz: London

Netto-Verlust 2012: 3,55 Milliarden Euro (wegen hoher Abschreibungen auf Beteiligungsverkäufe, vor allem in USA)

Umsatz: 39,68 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 319,19 Milliarden Euro (inklusive mittlerweile verkaufter Bereiche) S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 31.000

Börsenwert: 12,73 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

4

AXA

Sitz: Paris

Netto-Gewinn 2012: 4,15 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,1 Billionen Euro

Umsatz: 90,13 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 160.000

Börsenwert: 39,56 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

5

GENERALI

Sitz: Triest

Netto-Gewinn 2012: 90 Millionen Euro

Umsatz: 69,6 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 490 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A

Mitarbeiter: 80.000

Börsenwert: 22,5 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

METLIFE

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 0,9 Milliarden Euro

Umsatz: 52,04 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 364 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 64.000

Börsenwert: 40,8 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PING AN INSURANCE

Sitz: Shenzhen

Netto-Gewinn 2012: 2,49 Milliarden Euro

Umsatz: 37,18 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen liegt nicht vor

S&P-Finanzstärke-Rating: nicht vorhanden

Mitarbeiter: 190.000

Börsenwert: 35,3 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PRUDENTIAL

Sitz: London

Netto-Gewinn 2012: 2,56 Milliarden Euro

Umsatz: 34,78 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen 265,12 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 26.000

Börsenwert: 34,22 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

9

PRUDENTIAL FINANCIAL

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 358 Millionen Euro

Umsatz: 864,7 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: über 760 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 48.000

Börsenwert: 27,9 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

Hagen kündigte am Donnerstageinen schrittweisen Rückzug aus dem italienischen Markt an. „Wir werden uns von vielen Agenturen trennen“, sagte er. Bereits ein Fünftel des Personal wäre abgebaut worden. Der für Italien früher zuständige Vorstand Franz Kosyna muss den Konzern verlassen. Auch Roland Gröll verliert seinen Posten als Vorstand, bleibt aber Leiter des Konzernrechnungswesen. Das Prämienvolumen sei auf nur noch 180 Millionen Euro zusammen geschmolzen.

Italien ist nicht das einzige Sorgenkind, sondern auch in Rumänien hat die Vienna Insurance Group zu kämpfen. Dort herrscht offenbar ein gnadenloser Preiskampf, der für herbe Umsatzeinbrüche sorgt. Das bisherige Management in dem südosteuropäischen Land wurde bereits ausgetauscht. Nach eigener Darstellung verfehlt die Vienna Insurance Group in diesem Jahr ihr Gewinnziel.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×