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22.11.2011

11:21 Uhr

Versicherungskonzern

Talanx verkraftet Finanzkrise besser als Allianz und Munich Re

VonThomas Schmitt

Der drittgrößte deutsche Versicherungskonzern hat in den ersten neun Monaten seinen Gewinn fast verdreifacht. Im Gegensatz zur großen Konkurrenz sank das Ergebnis aus Investments nur ganz leicht.

Die Zentrale des Versicherungskonzerns Talanx in Hannover. dpa

Die Zentrale des Versicherungskonzerns Talanx in Hannover.

FrankfurtDer Talanx-Konzern forciert mit einer positiven Zwischenbilanz seine Börsenpläne. Im Vergleich zu den beiden Branchenführern Allianz und Munich Re hat sich die drittgrößte Versicherungsgruppe vor allem in der Kapitalanlage gut geschlagen, wie die Gruppe erstmals in einem Zwischenbericht für die ersten neun Monate darlegt. Zusammen mit einer geringeren Steuerbelastung führte dies dazu, dass das Konzernergebnis um 184 Prozent auf 329 Millionen Euro hochschoss.

Einen großen Anteil daran hatte auch die 50-prozentige Tochtergesellschaft Hannover Rück, die im Gegensatz zu anderen Rückversicherern die Naturkatastrophen dieses Jahres vergleichsweise gut verkraftete. Talanx arbeitet als Mehrmarkenanbieter.

Die zehn größten Versicherer Europas

Allianz

Die Allianz verfügt in Deutschland über die bekannteste Marke im Versicherungssektor. 2010 hat die Gruppe weltweit 5,2 Milliarden Euro verdient und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist das Management großer Vermögen das zweite Standbein des Konzerns geworden. Mit Pimco besitzt die Allianz den am stärksten beachteten Anleihenmanager.

Axa

Der größte französische Versicherer konkurriert mit der Allianz um die Marktführerschaft in Europa. Im Jahr 2010 beliefen sich die Einnahmen auf 91 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um ein Viertel auf 2,75 Milliarden Euro, weil Sanierungsarbeiten nach der Finanzkrise das Ergebnis belasteten.

Generali

Der Marktführer in Italien ist traditionell stark im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten. 2010 flossen rund 73 Milliarden Euro in die Kassen, 1,7 Milliarden Euro verblieben als Gewinn.

Aviva

Die britische Gruppe konzentriert sich in Europa neben dem Heimatmarkt auf weitere sieben Märkte: Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Irland, die Türkei und Russland. Die Einnahmen beliefen sich 2010 auf mehr als 50 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro verdiente der Konzern.

Zurich Financial

Längst ist der Versicherer über die Schweiz hinaus gewachsen. International ist die in Dollar bilanzierende Gruppe ein direkter Konkurrent von Allianz und Axa. 2010 flossen umgerechnet 49 Milliarden Euro in das Unternehmen, über zwei Milliarden Euro betrug der Gewinn unter dem Strich.

Munich Re

Der weltgrößte Rückversicherer hat zwei Standbeine: Das Geschäft mit anderen Versicherern sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem über die Tochter Ergo läuft. Mehr als 45 Milliarden Euro an Prämien flossen 2010 in die Kasse, dabei verblieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro.

CNP

Der Versicherer ist in Frankreich führend im Verkauf von Lebensversicherungen. 33 Milliarden Euro an Prämien fließen im Jahr hinein, eine Milliarde Euro Gewinn zieht der Konzern daraus.

Credit Agricole

Die französische Bank ist auch im Versicherungsgeschäft stark. Die Einnahmen der Sparte belaufe sich im Jahr auf rund 29 Milliarden Euro.

ING

Die Versicherungssparte des Finanzkonzerns soll abgespalten und an der Börse verkauft werden. Im vergangenen Jahr trug der Bereich rund 28 Milliarden zu den Einnahmen bei. Wegen Altlasten im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist der Bereich nicht sehr profitabel.

Prudential

Der britische Konzern ist vor allem in Asien stark präsent. 2010 beliefen sich die Prämieneinnahmen auf umgerechnet 27 Milliarden Euro. Mehr als 1,6 Milliarden Euro Gewinn wies die Gruppe aus.

Neben der bereits börsennotierten Hannover Rück zählen dazu HDI, HDI-Gerling, Targo Versicherungen, PB Versicherungen, Neue Leben und der Finanzdienstleister Ampega-Gerling. Der Konzern mit Sitz in Hannover ist in 150 Ländern aktiv und hat für 2012 einen Börsengang in Aussicht gestellt - allerdings nicht zum ersten Mal, weshalb viele Experten daran zweifeln. Mit den Erlösen will der Konzern vor allem seine Expansion in Osteuropa und Südamerika forcieren.

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