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03.11.2011

23:33 Uhr

Versicherungsriese

AIG kommt nicht auf die Beine

Der US-Versicherungsriese AIG ist tief in die Verlustzone gestürzt. Der Staat hatte AIG 2008 in der Finanzkrise gerettet. Konzernchef Bernosche führt die Faktoren an, die das Leben des Allianz-Konkurrenten erschweren.

AIG hat im dritten Quartal einen Verlust von 4,1 Milliarden Dollar (3,0 Mrd Euro) eingefahren. dapd

AIG hat im dritten Quartal einen Verlust von 4,1 Milliarden Dollar (3,0 Mrd Euro) eingefahren.

New York Der gestrauchelte US-Versicherungsriese AIG kommt einfach nicht auf die Beine. Der Allianz-Konkurrent musste im dritten Quartal einen Verlust von unterm Strich 4,1 Milliarden Dollar (3,0 Mrd Euro) hinnehmen. Als Grund führte das Unternehmen am Donnerstag unter anderem den gesunkenen Aktienkurs seiner Asientochter AIA, den Wertverlust bei Flugzeugen seiner Leasingtochter ILFC sowie gestiegene Kosten für die Begleichung von Katastrophenschäden an.

„AIG bewegt sich in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld“, sagte Konzernchef Bob Benmosche am Firmensitz in New York und warb um Verständnis. AIG hatte bereits im Vorjahreszeitraum einen Verlust von 2,5 Milliarden Dollar eingefahren, war aber zwischenzeitlich in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Es war das zehnte Mal in den vergangenen 15 Quartalen seit 2008, dass AIG einen Fehlbetrag von mindestens einer Milliarde Dollar verbuchte. Im nachbörslichen Handel fiel die AIG-Aktie zunächst um 3,2 Prozent. Nach Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms im Volumen von einer Milliarde Dollar erholte sich der Kurs wieder etwas.

Der Hauptleidtragende der AIG-Misere ist der US-Steuerzahler. Der einst weltgrößte Versicherer war 2008 im Zuge der Finanzkrise beinahe zusammengebrochen. Der Staat hatte AIG in der Finanzkrise mit 182 Milliarden Dollar vor dem Umkippen bewahren müssen - keine andere Rettungsaktion verschlang mehr Geld. AIG hatte sich wie so viele andere auf dem US-Hypothekenmarkt verspekuliert. Der einst so mächtige Versicherer konnte durch den Verkauf von Tochtergesellschaften seine Schulden nach und nach abstottern. Der Staat ist aber immer noch Mehrheitsaktionär.

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