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02.06.2014

15:42 Uhr

Versicherungsunternehmen

Lebensversicherungsreform ist Axa ein Dorn im Auge

Axa Deutschland setzt darauf, dass das geplante Reformpaket für Lebensversicherer noch nicht ganz fertig ist. Aus Sicht von Axa gäbe es noch Nachbesserungsbedarf – insbesondere bei der geplanten Ausschüttungssperre.

Neues Reformpaket

Das ändert sich bei Lebensversicherungen

Neues Reformpaket : Das ändert sich bei Lebensversicherungen

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KölnAxa Deutschland hofft darauf, dass beim geplanten Reformpaket für die Lebensversicherer das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Zwar sei die Stoßrichtung des Gesetzentwurfes grundsätzlich richtig, weil das Produkt Lebensversicherung gestärkt werde, sagte Axa-Vorstand Patrick Dahmen am Montag auf der Bilanzpressekonferenz in Köln. Aus seiner Sicht gibt es aber Nachbesserungsbedarf, insbesondere bei der geplanten Ausschüttungssperre und den Provisionen.

Die Bundesregierung will ein Schutzschild gegen die negativen Folgen der Zinsflaute errichten und bis zur Sommerpause ein Gesetz zur Sicherung der Garantieversprechen an die Versicherten auf den Weg bringen. Denn im derzeitigen Marktumfeld fällt es den Versicherern immer schwerer, ausreichende Gewinne zu erwirtschaften, um ihre Zusagen an die Kunden zu erfüllen. Der Branchenverband GdV hat an dem Paket bereits deutliche Kritik geäußert und hat Zweifel, ob die Änderungen fristgerecht umzusetzen sind.

Axa stößt sich vor allem daran, dass die Kunden künftig zu 90 Prozent am sogenannten Risikogewinn ihres Versicherers beteiligt werden sollen - zu Lasten der Aktionäre. Vom Bund ist das ausdrücklich gewollt. Axa ist diese Quote ein Dorn im Auge. Der Konzern befürchtet, so schwerer an frisches Kapital zu kommen, denn für Anleger rechne sich ihr Investment entsprechend später. Geplant ist auch, dass die Unternehmen die Abschlusskosten nicht mehr so stark an die Versicherten weiterreichen dürfen. Dahmen hielt dem entgegen, sinnvoller sei es, die Abrechnung der Provisionen und internen Kosten über einen längeren Zeitraum zu strecken. Die Neuregelung zu den Bewertungsreserven von festverzinslichen Wertpapieren begrüßte er dagegen: Sie sollen nicht mehr wie bisher zur Hälfte an ausscheidende Kunden fließen, sondern gerechter auf alle verteilt werden.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Wie die Konkurrenz steuert Axa, die elf Prozent zum Umsatz der französischen Mutter beiträgt, wegen der geringen Anlagerenditen um. Konzernchef Thomas Buberl sagte, Axa setze stärker auf fondsgebundene Policen und Produkte, die bestimmte biometrische Risiken der Versicherten berücksichtigten. In den Hintergrund rückten die klassischen Garantiezinsprodukte.

2013 sanken die Einnahmen insgesamt um 1,3 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro - insbesondere, weil Axa das Einmalbeitragsgeschäft zurückfuhr. Das operative Ergebnis stieg um 17 Prozent auf 431 Millionen Euro, unter dem Strich reichte es für einen Gewinn von 385 (Vorjahr: 388) Millionen Euro.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

04.06.2014, 09:24 Uhr

Gewiss, es gibt Nachbesserungsbedarf! Aber akuten Nachbesserungsbedarf.

Der Gesetzentwurf ist wohl mit dem ESM-Vertrag vergleichbar. Zwar sind die Auswirkungen nicht vergleichbar und es sind nicht alle Bürger betroffen, aber vom Niveau her sind die Arbeiten der Lobbyisten auf ähnlichem Niveau.

Da planen die Parlamentarier durch Änderung der gesetzlichen Vorgaben den Untreuetatbestand gegenüber den Versicherten per Gesetz auszuhebeln und den Versicherten den Rechtsweg vor Gerichten zu versperren. Sollte man da nicht gleich, wie im ESM-Vertrag, die Amnestie der Straftäter in diesem Gesetz mit verankern?

Ein "Fall Nonnenmacher" wäre somit per Definition schon gar nicht mehr verfolgbar. Da ist schon etwas los auf der Legislative!

Ich glaube, jetzt geht's aber los!

Gerne führe ich die Argumentation fort, wenn entsprechende Kommentare hier erscheinen.

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