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27.02.2014

16:04 Uhr

Versicherungsvertrieb

Die Chronik der Debeka-Affäre – und die Belege

VonOzan Demircan, Sönke Iwersen

Vor einem Monat veröffentlichte das Handelsblatt den ersten Bericht über dubiose Geschäftspraktiken der Debeka Versicherung. Seither beschäftigen sich mehrere Behörden mit der Aufarbeitung der Affäre. Eine Zeitleiste.

Debeka-Chef Uwe Laue: Das Vertriebsystem des Versicherers hat das Handelsblatt kritisch hinterfragt – auch dank Informationens seiner Leser. dpa

Debeka-Chef Uwe Laue: Das Vertriebsystem des Versicherers hat das Handelsblatt kritisch hinterfragt – auch dank Informationens seiner Leser.

1. November 2013
Im Handelsblatt erscheint der Artikel „Bestechend erfolgreich“. Er beschreibt detailliert die jahrelange Bestechung von Beamten durch Mitarbeiter der Debeka.

2. November 2013
Edgar Wagner, der Landesdatenschutzbeauftragte Rheinland Pfalz, schaltet sich ein. „Möglicherweise haben wir es mit einem doppelten Skandal zu tun“, sagt Wagner. „Zum einen, dass sich öffentlich Bedienstete über Jahrzehnte hinweg für den Bruch des Personalgeheimnisses haben bezahlen lassen; zum anderen, dass Debeka-Mitarbeiter auf unterschiedlichen Ebenen Kontaktdaten erworben, weiterverkauft und zur Vertragsanbahnung eingesetzt haben. Das eine wie das andere wären Straftaten, deren Verfolgung Aufgabe der zuständigen Staatsanwaltschaft ist. Soweit dabei Datenschutzverletzungen vorliegen, werden wir diese selbst aufklären und gegebenenfalls sanktionieren.“

4. November 2013
Die Staatsanwaltschaft Koblenz nimmt auf Veranlassung des Landesdatenschutzbeauftragten Rheinland Pfalz Vorermittlungen in Sachen Debeka auf (Artikel zum Download).

4. November 2013
Debeka meldet sich bei der Aufsichtsbehörde Bafin und bittet um eine externe Überprüfung ihrer Geschäftsprozesse. Außerdem beauftragt Debeka die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zur Unterstützung einer internen Prüfung. Die Arbeiten beginnen noch am selben Tag.

Aufruf : Anonymer Briefkasten für Tippgeber

Aufruf

Anonymer Briefkasten für Tippgeber

Die Berichterstattung über umstrittene Netzwerke von Versicherern bei der Kontaktpflege zu Beamten ist auch vielen Hinweisen von Handelsblatt-Lesern zu verdanken. Auch anonym können Informationen übermittelt werden.

5. November 2013
Das Handelsblatt zeigt, dass Debeka falsche Angaben über die Ausmaße der Bestechung von Beamten gemacht hat (Artikel zum Download). Vorstandschef Uwe Laue sprach von Fehler aus den 1980er und 1990 Jahren. Das Handelsblatt zitiert ein Urteil des Amtsgerichts Tübingen vom 27. Juli 2010. Danach bestach ein Organisationsleiter einer Debeka-Geschäftsstelle jahrelang einen Mitarbeiter des Tübinger Regierungspräsidiums. Der Beamte erhielt Geld, der Debeka-Mitarbeiter Daten von verbeamteten Lehramtsanwärtern. Der Beamte wurde aus dem Staatsdienst entfernt, Debeka aber behielt den Mitarbeiter. Wie das trotz der vermeintlich strengen Verhaltensregeln sein kann, erklärt Debeka auch auf Nachfrage nicht.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

04.12.2013, 14:10 Uhr

Und welche Beweise gibt es nun? Das man die Vergütung für "tippgeber" oder Nebenberufler mittels PC ausrechnen kann ist ja weder schlimm, noch verboten. Wenn der "Tippgeber" sauber arbeitet ist das legal und mit Sicherheit kein Skandal. Das das HB nur im Konjunktiv schreibt ist eigentlich der perfekte Beweis dafür, dass es keine Belege für eine strafbare Handlung gibt.

Account gelöscht!

04.12.2013, 14:55 Uhr

Man stelle sich vor es wäre ein Skandal und keiner hat Belege dafür!

RevolutionimStall

04.12.2013, 18:23 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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