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20.03.2013

10:01 Uhr

Vertragsverlängerung

Ergo hält an Vorstandschef Oletzky fest

Die Versicherung verlängert den Vertrag mit Vorstandschef Oletzky. Der Manager stand in der Vergangenheit wegen Sex-Reisen von Vertriebsmitarbeitern unter Druck. Er ist auch mit anderen Herausforderungen konfrontiert.

Ergo-Chef Torsten Oletzky. obs

Ergo-Chef Torsten Oletzky.

DüsseldorfIm Kreuzfeuer der Kritik stand Torsten Oletzky in den vergangenen Jahren. Sex-Reisen von Beschäftigten der Versicherungsgruppe Ergo hatten bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, Rechenschaftsberichte gelangten an die Öffentlichkeit – und alles während das Unternehmen eine Werbekampagne mit dem Slogan „Wir haben verstanden“ gestartet hatte. Auch die Ergebnisse ließen zu Wünschen übrig und waren ein kleiner Makel in der Bilanz des Mutterhauses Munich Re.

Dennoch hat der Ergo-Aufsichtsrat jetzt den Vertrag Oletzkys um fünf Jahre verlängert. Aufsichtsratschef Nikolaus von Bomhard, der auch Munich-Re-Chef ist, konnte auch die Arbeitnehmervertreter überzeugen. Die Wahl Oletzkys erfolgte einstimmig.

Die Munich Re verlangt steigende Gewinne von der Erstversicherungstochter Ergo. Die Erstversicherungs-Sparte soll in diesem Jahr 400 bis 500 Millionen Euro (2012: 247 Millionen Euro) an die Mutter abliefern, obwohl die von den Skandalen und Unregelmäßigkeiten gebeutelte Ergo in der Lebensversicherung ebenfalls unter den Niedrigzinsen leidet. Die Verzinsung der Policen wurde gesenkt, der Vertrieb wird derzeit von Oletzky umgebaut.

Lebensversicherungen: So viel erhalten die Kunden 2013

Worum es geht

Die jährliche Zinsgutschrift der Lebensversicherer heißt Überschussbeteiligung. Sie setzt sich zusammen aus dem Garantiezins und einem Bonus. Derzeit beträgt der Garantiezins 1,75 Prozent. In alten Verträgen kann er bis zu vier Prozent betragen. Beschlossen ist jetzt, den Garantiezins ab 2015 auf 1,25 Prozent zu senken.

Was die Versicherer gerne nennen

Die Lebensversicherer weisen neben der Überschussbeteiligung gerne noch die Gesamtverzinsung eines Vertrags aus, der gerade ausläuft. Diese Prozentzahl ist etwas höher, weil der Kunde noch einen Zuschlag aus weiteren Gewinntöpfen der Lebensversicherer erhält – weil er bis zum Ende durchgehalten hat.

Branchenschnitt

Analysten erwarten, dass die Überschussbeteiligung für 2014 weiter sinkt – im Schnitt von knapp vier Prozent im Jahre 2012 auf nun 3,4 bis 3,5 Prozent im Jahre 2014.

Langfristiger Trend

Die Zinsgutschriften der Lebensversicherungen fallen seit mehr als einem Jahrzehnt. Ursache ist der starke Rückgang der Kapitalmarktzinsen.

Der Branchenführer

Der Branchenführer Allianz senkt die Überschussbeteiligung von 4,0 Prozent im Jahre 2012 auf 3,6 Prozent für die Jahre 2013 und 2014.

Die Besten

Sehr hohe Überschussbeteiligungen zwischen 4,05 und 3,6 Prozent weisen diese Gesellschaften aus: My Life, Ideal, Cosmos Direkt, Volkswohl Bund, Direkte Leben Stuttgarter, die Bayerische, Debeka und die Stuttgarter Leben.

Die Schlechten

Viele Lebensversicherer schaffen nur noch eine Überschussbeteiligung von drei Prozent. Dazu zählen 2014: Versicherungskammer Bayern, Swiss Life, HDI Gerling, Victoria und Zurich. Effektiv liegt die Zinsgutschrift damit deutlich unter der Marke.

Ideal

Der kleine Lebensversicherer zahlt im fünften Jahr in Folge eine stabile Gesamtverzinsung von 4,9 Prozent. Dieser Satz setze sich zusammen aus einer laufenden Überschussbeteiligung von 4,0 Prozent sowie einem Schlussüberschuss von 0,9 Prozent.

DEVK

Die Lebensversicherer der DEVK trotzen dem historisch niedrigen Zinsniveau: Für das Jahr 2013 schütten sie eine Überschussbeteiligung in Höhe von 4,0 Prozent aus. Im Vorjahr waren es 4,1 Prozent

Inter

Die Gesamtverzinsung für das Jahr 2013 wurde auf 3,6 Prozent festgelegt (Vorjahr: 3,75 Prozent). Die Überschussbeteiligung, die niedriger sein dürfte, teilte der Versicherer nicht mit.

Zwei Topanbieter

Die Kunden des Landeslebenshilfe V.V.a.G. (LLH) erhalten für ihre Guthaben in 2013 eine laufende Verzinsung von 4,25 Prozent und damit eine seit Jahren überdurchschnittlich hohe Überschussbeteiligung. Einschließlich Schlussüberschussbeteiligung werde sich eine Gesamtverzinsung von durchschnittlich 5,0 Prozent ergeben, die damit weiterhin deutlich über dem Marktniveau liegen werde, teilte der Versicherer mit. Noch etwas besser ist Targo mit 4,3 Prozent.

Provinzial Rheinland

Die Gesamtverzinsung der Provinzial Rheinland sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,15 Prozent auf insgesamt 4,1 Prozent (inkl. Schlussüberschuss und Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven). Die darin enthaltene laufende Verzinsung liege bei 3,4 Prozent, teilte der Sparkassenversicherer aus Düsseldorf mit.

Heidelberger Leben

Entgegen dem Trend in der Lebensversicherungsbranche hält die Heidelberger Lebensversicherung AG für das Jahr 2013 die Überschussbeteiligung konstant auf dem Vorjahresniveau von 4,0 Prozent. Aufgrund der Spezialisierung auf fondsgebundene Produkte sei das Unternehmen nur im geringen Umfang von der aktuellen Niedrigzinsphase betroffen.

Stuttgarter

Die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. bietet eine laufende Verzinsung von 4,0 Prozent (Vorjahr 4,2 Prozent). Zusammen mit der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven und den Schlussüberschussanteilen ergebe sich für 2013 eine Gesamtverzinsung von 4,81 Prozent (errechnet nach Assekurata-Modellfall, Laufzeit 25 Jahre).

Ein großer Konkurrent

Für die klassischen Renten- und Lebensversicherungen von AXA und DBV wird die laufende Verzinsung (Garantieverzinsung plus Zinsüberschussanteil) im kommenden Jahr bei 3,65 Prozent liegen (2012: 3,8 Prozent). Die Gesamtverzinsung 2013 wird einschließlich des Kostenüberschussanteils, des Schlussgewinnanteils und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven im Schnitt 4,4 Prozent erreichen (2012: 4,6 Prozent).

Volkswohl Bund

Die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. legt ihre laufende Verzinsung für das Jahr 2013 auf 3,65 Prozent (2012: 4,05 Prozent) fest.

Nürnberger

Die Nürnberger Lebensversicherung und die Nürnberger Beamten Lebensversicherung halten ihre Überschussbeteiligung stabil bei vier Prozent. Auch für 2012 und 2011 galten diese Werte. Dies ergibt sich aus der Assekurata-Überschussstudie 2013.

Das Handelsblatt-Dossier „Sündenfall Ergo – 7 Schritte, eine Marke zu ruinieren“ gibt es hier zum Download.

Von

mdo

Kommentare (3)

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COMPLIANCE

20.03.2013, 13:10 Uhr

Weder Oletzky noch die übrigen Vorstände haben bis heute eine eidesstattliche Versicherung darüber abgegeben, daß sie selbst zu keinem Zeitpunkt an sog. Lustreisen oder Bordellbesuchen aus betrieblichen Gründen teilgenommen
haben. Der gesamte Vorstand hat seine Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit bis heute nicht hergestellt !!!

deutsch

21.03.2013, 16:05 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

bello

21.03.2013, 22:43 Uhr

Im Haus der ERGO wird aufgeräumt. Der Flaschenkeller bleibt unberührt.

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