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20.05.2011

16:34 Uhr

"Völlig indiskutabel"

Branche entsetzt über Sex-Party bei der Hamburg-Mannheimer

Die Sex-Party für die besten Vertreter der Hamburg-Mannheimer rüttelt die Branche auf. Die Versicherer fürchten um ihr Image, die Verbände sind massiv verärgert. "Verabscheuungswürdig" gehört noch zu den harmloseren Begriffen.

Tatort Gellert-Bad in Budapest: "Es macht uns Sorgen, dass so etwas passieren kann". Quelle: dpa

Tatort Gellert-Bad in Budapest: "Es macht uns Sorgen, dass so etwas passieren kann".

DüsseldorfDie Sex-Orgie der Vertretertruppe von der Hamburg-Mannheimer hat in der Versicherungsbranche für massive Verstimmung gesorgt. Die Versicherer fürchten um ihr Image, die Verbände sind massiv verärgert über den Exzess. "Es ist verabscheuungswürdig, was da abgelaufen ist - grausam, in welches Licht man gezogen wird", sagte Hans-Georg Jenssen, Vorstand des Verbands Deutscher Versicherungsmakler in Hamburg.

Möglicherweise sei der Skandal aber auch "typisch für besonders auf Erfolg getrimmte strukturierte Vertriebsformen", sagte Jenssen am Freitag. "Die Strukturvertriebe sind keine Kinder von Traurigkeit. Um die Truppe trotz schrumpfender Märkte bei Laune zu halten, muss immer mehr geboten werden."

Wie das Handelsblatt aufgedeckt hat, hatte die im vergangenen Jahr im Ergo-Versicherungskonzern aufgegangene Hamburg-Mannheimer für ihre besten 100 Vertreter eine Sex-Party in Budapest organisiert. Am 5. Juni 2007 war dazu die traditionsreiche Gellert-Therme in Budapest in ein Freiluftbordell verwandelt worden. Die Ergo hatte bestätigt, dass an jenem Abend während einer sogenannten "Incentive"-Reise etwa 20 Prostituierte anwesend gewesen seien.

"Das ist völlig indiskutabel und absolut unvertretbar, was da abgelaufen ist", sagte ein Sprecher des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin. Das Geschehen in Budapest sei "nicht förderlich für das Image der Versicherungswirtschaft".
"Es macht uns Sorgen, dass so etwas passieren kann", so ein des Bundesverbands der Versicherungskaufleute in Bonn. "Ein ganzer Berufsstand wird dadurch in ein schlechtes Licht gerückt."

Kommentare (5)

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Jaeger1

20.05.2011, 17:36 Uhr

Nur wenn die Versicherten weglaufen wird dem letzten Vorstands-Versicherungsbeamten aufgehen, dass er auf die falsche Messlatte(!!!) im Wellness gesetzt hat....

Account gelöscht!

20.05.2011, 18:45 Uhr

Könnte mich totlachen über die Heuchelei.
Haben sie schon mal einem Kongress oder einer Messe beigewohnt?
Zu solche Zeiten sind nicht nur die Hotels ausgebucht,sondern auch die Bordelle machen Sonderschichten.
"Sex+Geld,Sex+Geld,haben,haben,haben,haben....."

Jaeger1

20.05.2011, 19:36 Uhr

jeder kann privat machen was er will, nur nicht mit den Prämien der Versicherten und als abzugsfähige Betriebsausgabe - ergo: nicht betrieblich veranlasste Nummer.

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