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10.07.2012

06:29 Uhr

Weiterhin Verluste

Allianz unzufrieden mit Bankentochter

Die Allianz-Bank kommt nicht aus den roten Zahlen. Das dürfte sich in den nächsten drei Jahren nicht ändern, prognostiziert Allianz-Deutschlandchef Markus Rieß. Das Marktumfeld sei zu schwierig, um Gewinne zu machen.

Düstere Aussichten für die Allianz-Bank. dpa

Düstere Aussichten für die Allianz-Bank.

BerlinDer Versicherer Allianz räumt Probleme mit seiner 2009 gegründeten Bankentochter ein. "Mit der Allianz-Bank sind wir sicher nicht zufrieden", sagte Markus Rieß, Vorstandschef der Allianz Deutschland AG, in einem vorab veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Die Welt". Die Allianz hatte die Tochter nach dem Verkauf der Dresdner Bank ins Leben gerufen, um weiterhin Bankprodukte über ihre Vertreter zu vertreiben. Bei der Allianz-Bank sind allerdings nach wie vor keine schwarzen Zahlen in Sicht. "Das war für 2014 geplant, aber das werden wir ganz sicher nicht erreichen, wann das gelingen wird, hängt nicht zuletzt vom Marktumfeld ab", sagte Rieß.

Die Allianz-Bank hatte rund 350.000 Kunden übernommen, die die Allianz-Vertreter in den Jahren zuvor für die Dresdner Bank angeworben hatten. "Die strategische Überlegung hinter der Idee halte ich weiterhin für tragfähig: Die Vertreter sollen Kunden, die sie eng an sich binden wollen, auch einfache Bankprodukte anbieten können", sagte Rieß. "Allerdings muss man zugestehen, dass wir bisher nicht die Erfolge haben, die wir uns davon versprochen hatten."

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Der Deutschland-Chef führt dies zumindest teilweise auf das schwierige Marktumfeld zurück. "Das Jahr 2011 war natürlich für alle Privatkundenbanken sehr schwierig, die Kunden sind sehr vorsichtig, kaufen wenig Wertpapiere. Das ist auch an der Allianz-Bank nicht spurlos vorüber gegangen." Nun habe man nachgesteuert und die Kosten noch einmal weiter gesenkt. Dies zeigt nach Rieß' Angaben auch erste Erfolge: "Ich gehe weiter davon aus, dass wir im Jahr 2013 im Banksegment, zu dem auch die Oldenburgische Landesbank zählt, eine schwarze Null erreichen werden." Aber dies gilt eben noch nicht für die eigens gegründete Allianz-Bank.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Meyer

10.07.2012, 10:15 Uhr

Woher stammen die Daten für die Liste der 10 größten Versicherer? Laut AXA Geschäftsbericht 2011 lag der Umsatz ("total revenues") bei EUR 89.4 Mrd für 2010 und nicht bei 162Mrd wie im Ranking angebeben.

RDA

10.07.2012, 12:05 Uhr

Na, die kann die Allianz ja sicher auch noch an die commerzbank verkaufen. Vorher werden noch ein paar CDO und MBS aus den Conduits in Irland dahin ausgelagert und hokus-pokus kauft die Commerzbank auch diesen Schrott zu überhöhten Preisen.

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