Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.05.2013

11:27 Uhr

Weniger Erträge aus Kapitalanlagen

Zurich bekommt niedrigere Zinsen zu spüren

Das Kerngeschäft mit Versicherungen überzeugte, dennoch läuft es bei Zurich nicht rund. Das Finanzergebnis im ersten Quartal leidet unter dem niedrigen Zinsumfeld und drückt den Gewinn unter die Erwartungen.

Zurich-CEO Martin Senn (links). dpa

Zurich-CEO Martin Senn (links).

ZürichDer Schweizer Versicherungskonzern Zurich hat im ersten Quartal das niedrige Zinsumfeld zu spüren bekommen und weniger verdient. Während das Versicherungsgeschäft gut lief, gingen die Erträge aus den Kapitalanlagen zurück. Zudem konnte das Unternehmen anders als im Vorjahr kaum mehr Schadenreserven auflösen. Unter dem Strich standen nach drei Monaten 1,06 Milliarden Dollar Gewinn, wie der Konzern aus Zürich am Donnerstag mitteilte. Das sind sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Analysten hatten mehr erwartet – im Schnitt 1,14 Milliarden Dollar.

Eine Prognose nannte der Versicherer wie üblich nicht. „Wir befinden uns auf gutem Weg, unsere Ziele für 2013 zu erreichen“, erklärte Konzernchef Martin Senn lediglich. Zurich wachse im Lebensversicherungsgeschäft und den definierten Zielmärkten. Zudem griffen die Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz, sagte Finanzchef Pierre Wauthier.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Die Prämieneinnahmen steigerte der Versicherer um drei Prozent auf 15,51 Milliarden Dollar. Zurich profitierte dabei auch von den Zukäufen in Lateinamerika und Malaysia. Großschäden blieben aus und die Sachversicherung, die rund zwei Drittel des Geschäfts ausmacht, arbeitete rentabel: Der Schadenkostensatz lag mit 94,9 Prozent praktisch auf dem Vorjahresniveau. Bis zu einem Wert von 100 Prozent sind die Schäden und Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

Der Gewinn aus Kapitalanlagen sank dagegen um zehn Prozent auf 1,75 Milliarden Dollar. „Wir sind weiterhin in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld mit anhaltend niedrigen Zinssätzen tätig“, erklärte Konzernchef Senn.

“Ich habe schon bessere Quartale gesehen”, sagte Daniel Bischof, Analyst bei Helvea AG in Zürich. “Im allgemeinen Versicherungsgeschäft haben sie die Ziele besonders deutlich verfehlt und Zurich hat im Vergleich zu den Konkurrenten enttäuscht.”

Der Aktienkurs brach in der Spitze 4,6 Prozent ein, das ist der stärkste Innertagesverlust seit über einem Monat. Am späten Vormittag wurde die Aktie 3,1 Prozent leichter gehandelt bei 261,90 Franken. Für dieses Jahr kommt die Zurich-Aktie auf ein Plus von 15 Prozent, die Marktkapitalisierung liegt bei 38,8 Milliarden Franken.

Die Konkurrenz hatte im Auftaktquartal zumeist besser verdient. Branchenprimus Allianz steigerte dank seiner Vermögensverwaltungstochter den operativen Gewinn um knapp die Hälfte und bei der italienischen Generali brachte der Konzernumbau ein Gewinnplus.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×