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10.06.2013

17:44 Uhr

Wirtschaftsforscher

DIW für Versicherungspflicht gegen Naturkatastrophen

Mit den steigenden Flusspegeln steigen auch die Schäden am Eigentum der Betroffenen. Daher schlagen die Wirtschaftsforscher des DIW nun eine Versicherungspflicht für Schäden dieser Art vor.

Sobald das Wasser abgezogen ist, werden die Schäden sichtbar. Wer gegen Naturkatastrophen versichert ist, muss nicht auf Spenden hoffen. dpa

Sobald das Wasser abgezogen ist, werden die Schäden sichtbar. Wer gegen Naturkatastrophen versichert ist, muss nicht auf Spenden hoffen.

Berlin/MünchenAngesichts des Hochwassers hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin erneut eine Pflichtversicherung gegen Naturkatastrophen ins Gespräch gebracht. „Würde diese möglichst umfassend definiert, könnte sie schnell akzeptiert sein“, teilte das DIW am Montag in Berlin mit. Bereits nach früheren Flutkatastrophen hatten sich die Wirtschaftsforscher für so eine Versicherungspflicht stark gemacht. Die Versicherer lehnen das allerdings strikt ab, so ein Instrument helfe nicht.

„Eine Pflichtversicherung ist unfair und somit eine staatlich verordnete Zusatzsteuer“, sagte ein Sprecherin der Allianz Deutschland am Montag in München. Eine Versicherungspflicht setze falsche Anreize, zudem müssten etwa Menschen in Gebieten mit einem sehr niedrigen Risiko für die Schäden in stark gefährdeten Regionen aufkommen. Sinnvoller sei es, bereits beim Neubau von Siedlungen Risikogebiete zu meiden und in den Hochwasserschutz zu investieren.

Aus Sicht des DIW sind zu wenige Gebäude gegen Elementarschäden versichert. „Das Problem ist, dass es keinen effektiven Markt für private Versicherungen gegen schwere Naturkatastrophen gibt“, heißt es in der Einladung des DIW für die Vorstellung eines ersten Konzeptes für eine mögliche Pflichtversicherung an diesem Freitag. Menschen, die in wenig bedrohten Gebiete lebten, scheuten die Kosten für eine Versicherung, und das verteuere die Prämien für Menschen in Risikogebieten bis Versicherungen für manche unbezahlbar würden.

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Die Überschwemmungen führen bei den deutschen Versicherern wohl zu Kosten von mehr als 1,8 Milliarden Euro. Das wäre mehr als im Jahr 2002. Allein die Allianz muss mit 350 Millionen Euro Schaden rechnen.

Das wies der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) bereits 2011 zurück. „Dieser Vorwurf ist haltlos. Rund 98,5 Prozent aller Hausbesitzer in Deutschland sind problemlos gegen Hochwasser, Überschwemmung, Lawinen und Starkregen versicherbar. Nur für 1,5 Prozent der Gebäude muss eine individuelle Lösung gefunden werden“, hieß es damals. Daran hat sich im wesentlichen nichts geändert. Die Versicherer setzen gemeinsam mit der Politik bisher auf Aufklärung und werben mit Kampagnen für den Abschluss von Policen.

Die sogenannte Elementarschadenversicherung ist in der Regel eine Zusatzpolice zur Gebäudeversicherung - und tatsächlich sind viele Hausbesitzer nicht zusätzlich gegen Überschwemmung, Erdrutsche, Schneedruck, Lawinen oder Vulkanausbrüche, also sogenannte erweiterte Elementarschäden, versichert. Die Preise für solche Policen richten sich nach einer Einteilung nach Risikogebieten, der Zonierung nach Gefährdungsgebieten. Die höchste Stufe ist Gefährdungsklasse 4. In Bayern liegen gerade 3 Prozent der Gebäude nach Angaben der Staatsregierung in den beiden besonders gefährdeten Zonen 3 und 4.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Iche

10.06.2013, 16:48 Uhr

Darum würden die Dämme auch extra Zerstört. 9/11 in Deutschland .

Steinweg

10.06.2013, 19:50 Uhr

Man koennte die Abgabe zusammen mit der Radio u Fernseh-Steuer einziehen. Moeglichst in gleicher Hoehe.

a94520

11.06.2013, 01:45 Uhr

Tja, Lebensversicherungen laufen nicht mehr so gut. Also muss die Branche umdenken. Zwangsbeglueckung ist angesagt...

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