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20.09.2012

16:24 Uhr

Zick-Zack-Kurs

Versicherer Talanx will jetzt doch wieder an die Börse

Erst sagt der Versicherungskonzern seinen Börsengang vergangene Woche überraschend ab. Nun strebt Talanx doch im Eiltempo an die Börse. Aber der Versicherer schraubt seine Erwartungen an den Erlös deutlich herunter.

Der Versicherungskonzern strebt nun doch wieder an die Börse. dpa

Der Versicherungskonzern strebt nun doch wieder an die Börse.

FrankfurtDer Versicherungskonzern Talanx nimmt seine erst in der vergangenen Woche aufgegebenen Börsenpläne überraschend wieder auf. Schon am 2. Oktober sollen die Aktien erstmals gehandelt werden, wie der drittgrößte deutsche Versicherer am Donnerstag in Hannover erklärte. Den Sinneswandel begründete das Unternehmen mit dem „hohen“ Interesse des Kapitalmarkts.

Die Hannover-Rück-Mutter senkte jedoch offenbar ihre Erwartungen an den Erlös. Nun soll der Börsengang rund 500 Millionen Euro einbringen. Davor war von 700 Millionen Euro die Rede. Damit wären 11,5 Prozent der Anteile im Streubesitz. Talanx hatte die Börsenpläne erst in der vergangenen Woche offiziell aufgegeben, weil Investoren zu wenig Geld für die neuen Aktien bezahlen wollten.

Versicherungskonzern: Talanx beißt sich am Börsengang die Zähne aus

Versicherungskonzern

Talanx sagt Börsengang ab

Talanx geht nun doch nicht an die Börse. Die Investoren sollen schuld sein.

Die Aktien können vom Freitag an bis zum 1. Oktober gezeichnet werden. Am 2. Oktober sollen die Talanx-Aktien erstmals an der Frankfurter Börse notiert werden. Die Preisspanne für bis zu 29 Millionen Aktien sei auf 17,30 bis 20,30 Euro je Aktie festgesetzt worden. Zusätzlich tauscht der japanische Partner Meiji Yasuda eine Wandelanleihe in Aktien im Wert von 300 Millionen Euro. Der Versicherer wird damit insgesamt mit 4,4 Milliarden bis 5,0 Milliarden Euro bewertet. „Das ist nicht unsere Wunschbewertung, aber wir können damit leben“, sagte Haas in einer Telefonkonferenz.

Talanx-Chef Herbert Haas hatte den begleitenden Banken - allen voran Deutsche Bank, JPMorgan und Citi - nach der Absage vorgeworfen, zu hohe Erwartungen an den erzielbaren Erlös geschürt zu haben. Damals hieß es noch, ein neuer Anlauf in den nächsten sechs Monaten sei nicht vorstellbar.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Damals begründete Haas die Absage des Börsengangs mit einem zu geringen Erlös. „Wir haben immer betont, dass wir die Aktien nicht zu jedem Preis an den Markt bringen werden“, sagte Haas. „Die Höhe des von den Investoren geforderten Abschlags auf den Unternehmenswert war weder für uns noch für unseren Anteilseigner akzeptabel.“

Nun sieht Haas das offenbar anders: „Wir haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Rückmeldungen aus dem Kapitalmarkt erhalten und einen intensiven Dialog geführt. Auf Basis dieser Gespräche sind wir zu dem Schluss gekommen, dass ein Börsengang der Talanx AG von vielen Marktteilnehmern sehr aufgeschlossen begleitet wird“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Kommentare (2)

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Projekt_WIR_hater

21.09.2012, 00:54 Uhr

Talanx Pfui! Herr Haas hat nur noch € Zeichen im Kopf! Für diesen tollen Börsengang müssen viele hart arbeitende MItarbeiter ihren JOb verlieren. HDI Versicherung baut ab und nicht auf die feine Art. Gehälter werden halbiert und viele Aushilfskräfte werden eingesetzt um GEld zu sparen.
Hr. Haas verzichten sie mal bitte auf die Hälfte ihres Millionen Einkommens!!!!

Investmentrecherchierer

15.10.2012, 12:23 Uhr

Den Beschimpfungen kann ich mich nicht anschließen - diese Vorgehensweise ist leider weit verbreitet - ein Investment in diese Firma macht dann Sinn, wenn ich schriflich garantiert bekomme, dass innerhalb der Unternehmensgruppe keine "schlechten Versicherungs-Unternehmen" vorhanden sind, also z.B. solche, die als "Auffangbecken" für schlechte Risiken gelten. Wenn "ja", sollte man diese Aktien unbedingt meiden. Ich recherchiere gerade intensiv, bekam bislang keine zufriedenstellende Antwort...

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