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20.06.2014

12:39 Uhr

Zukauf in Singapur

Ergo hat in Asien einen Fuß in der Tür

Ergo will weiter wachsen und die Präsenz in Südostasien ausbauen. Dafür tritt der die Gruppe in den Versicherungsmarkt in Singapur ein. Mit diesem Zukauf ist das Unternehmen seinem Ziel einen Schritt näher gekommen.

Der Düsseldorfer Versicherer will Südostasien erobern und hat einen Versicherer in Singapur zugekauft. dpa

Der Düsseldorfer Versicherer will Südostasien erobern und hat einen Versicherer in Singapur zugekauft.

FrankfurtDer Düsseldorfer Versicherer Ergo will von Singapur aus die aufstrebenden Märkte in Südostasien erobern. Die Münchener-Rück-Tochter übernimmt dazu für 66 Millionen Euro einen kleinen Sachversicherer in dem Stadtstaat, wie sie am Freitag mitteilte. Die SHC Insurance, mit jährlichen Prämieneinnahmen von umgerechnet 45 Millionen Euro die Nummer 14 in der Schaden- und Unfallversicherung in Singapur, hatte bisher zur malaysischen See-Hoy-Chan -Gruppe gehört. Von dort aus will Ergo die Märkte in Indonesien, Malaysia, Thailand und auf den Philippinen erobern.

Die künftigen Ländergesellschaften sollten von Singapur aus geführt werden. „Die Akquisition von SHC Insurance ist dafür ein wichtiger Meilenstein“, erklärte Ergo-Vorstandsmitglied Jochen Messemer. In Vietnam ist Ergo mit einer Minderheitsbeteiligung an der Global Insurance Company (GIC) schon vertreten. Singapur sieht Ergo auch deshalb als richtigen Ausgangspunkt für seine geplante Expansion, weil die dortige Aufsichtsbehörde das Land nach dem Vorbild Londons zu einer internationalen Drehscheibe für das Versicherungsgeschäft ausbauen will, wie Messemer sagte.

Ergo: Chronik eines Skandals

19. Mai

Das Handelsblatt berichtet über die Sex-Reise der Hamburg-Mannheimer (HM) nach Budapest. Die Ergo-Sprecherin Alexandra Klemme räumte daraufhin ein: "Es ist richtig, dass es im Juni 2007 eine Incentive-Reise des HMI-Vertriebs nach Budapest gegeben hat. Unsere Recherchen haben ergeben, dass bei einer Abendveranstaltung im Rahmen dieser Reise ca. 20 Prostituierte anwesend waren. Von öffentlichen Sexdarbietungen ist uns nichts bekannt."

19. Mai

Ergo richtet eine Task-Force zur Aufklärung der Vorgänge ein. Sie wächst im Laufe der kommenden Wochen auf mehr als 100 Mitarbeiter an.

22. Mai

Die "Bild am Sonntag" zeigt Bilder und ein Video von vermeintlich koksenden Versicherungsvertretern der Hamburg-Mannheimer.

23. Mai

Die Ergo erklärt: "Die Berichterstattung in der "Bild"-Zeitung, wonach Handelsvertreter der Hamburg-Mannheimer auf sogenannten Top-5-Reisen Kokain konsumiert hätten, ist unwahr. Die von der "Bild"-Zeitung veröffentlichten Fotos zeigen ein Trinkspiel mit Salz, Tequila und Zitronensaft. Dazu gehört das Einschnupfen von Salz durch die Nase."

24. Mai

Fußballtrainer Jürgen Klopp lässt seinen Werbevertrag mit Ergo (HMI) ruhen. "Was man von dieser Reise liest, kann man nur aufs Schärfste verurteilen", sagt sein Berater Marc Kosicke.

25. Mai

Ergo gibt bekannt, seine Werbekampagne, die allein im Jahr 2010 mehr als 50 Millionen Euro kostete, zu reduzieren.

26. Mai

Auf Youtube taucht eine Parodie auf die jüngste Ergo-Werbekampagne auf. Der Spot wurde bislang fast 200 000-mal angeklickt - vier mal so oft wie das Original.

29. Mai

Die "Welt am Sonntag" berichtet, Ergo habe die Sex-Reise von der Steuer abgesetzt.

1. Juni

Fußballtrainer Jürgen Klopp kündigt seinen Vertrag mit Ergo (HMI).

8. Juni

Der Ergo-Aufsichtsrat tagt und beschließt härtere Compliance-Richtlinien.

9. Juni

Das "Handelsblatt" berichtet, Ergo habe Tausenden von Kunden mit fehlerhaften Riester-Verträgen einen Millionenschaden zugefügt.

10. Juni, morgens

Ergo dementiert das Handelsblatt. Ergo-Sprecher Alexander Becker: "Ein systematischer Fehler hätte sicherlich zu massiven Kundenbeschwerden im Anschluss an die Aushändigung der Policen geführt. Diese sind aber nicht erfolgt. Wir gehen deswegen davon aus, dass es sich um Einzelfälle handelt."

10. Juni, nachmittags

Ergo nimmt das Dementi zurück, löscht die morgendliche Presseerklärung aus dem Netz und gibt zu, dass es bei den Riester-Verträgen einen massiven Fehler gegeben habe.

10. Juni

Ergo-Aufsichtsratschef und Vorstandsvorsitzender der Muttergesellschaft Munich Re, Nikolaus von Bomhard, spricht von einem "gravierenden Fehler" und kündigt an, Munich Re werden bei der Aufklärung helfen.

17. Juni

Ergo beziffert die Zahl der geschädigten Kunden auf 14000. Sie sollen jetzt nachträglich entschädigt werden.

Von

rtr

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