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02.11.2011

11:42 Uhr

Zum Jahresende

BKK für Heilberufe wird geschlossen

Die BKK für Heilberufe wird Ende des Jahres geschlossen. Die rund 113.000 Versicherten müssen sich nun eine neue Krankenkasse suchen. Und das kann verdammt schwierig sein, wie bei der City BKK zu sehen war.

Die Zentrale der BKK für Heilberufe in Düsseldorf. dpa

Die Zentrale der BKK für Heilberufe in Düsseldorf.

DüsseldorfAls zweite gesetzliche Krankenkasse steht die BKK für Heilberufe vor dem Ende. Das Bundesversicherungsamt (BVA) wird die Krankenkasse wie erwartet zum Jahresende schließen. Sanierungsmaßnahmen hätten letztlich nicht zum Erfolg geführt, teilte BVA-Präsident Maximilian Gaßner am Mittwoch in Bonn mit. Die BKK für Heilberufe habe bereits seit mehreren Jahren unter erheblichen wirtschaftlichen Problemen und rückläufigen Mitgliederzahlen gelitten. Die Versicherten könnten nun in jede beliebige andere gesetzliche Krankenkasse in ihrem Bundesland wechseln.

Bereits im Juli war die City BKK geschlossen worden. Ihre vorwiegend in Berlin und Hamburg lebenden Mitglieder hatten danach teils erhebliche Schwierigkeiten beim Wechsel, viele wurden von anderen Kassen nach eigenen Angaben mit fadenscheinigen Argumenten abgewimmelt. Angesichts dieser Probleme hatte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) den Versicherten der BKK für Heilberufe einen unproblematischen Wechsel in andere gesetzliche Kassen zugesichert und betont, dass jede Kasse „einen von der Schließung betroffenen Versicherten aufnehmen“ müsse.

Nach dem Aus für die BKK für Heilberufe mahnt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) die übrigen Krankenkassen, die Versicherten der Pleite-Kasse „ohne Ansehen von Alter und Gesundheit“ zügig aufzunehmen. „Sie können beweisen, dass jeder Versicherte sich seine Kasse selbst auswählen kann und auch genommen werden muss“, sagte der FDP-Politiker der „Rheinischen Post“.

Die zehn größten Krankenkassen

Platz 2

Krankenkasse: Barmer GEK

Versichertenzahl: rund 9,4 Millionen

Platz 1

Krankenkasse: Techniker

Versichertenzahl: rund 9,8 Millionen

Platz 3

Krankenkasse: DAK-Gesundheit

Versichertenzahl: rund 5,8 Millionen

Platz 4

Krankenkasse: AOK Niedersachsen

Versichertenzahl: rund 4,4 Millionen

Platz 5

Krankenkasse: AOK Baden-Württemberg

Versichertenzahl: rund 4,2 Millionen

Platz 6

Krankenkasse: IKK Classic

Versichertenzahl: rund 3,3 Millionen

Platz 8

Krankenkasse: AOK Rheinland/Hamburg

Versichertenzahl: rund 3,0 Millionen

Platz 9

Krankenkasse: AOK Nordwest

Versichertenzahl: rund 2,8 Millionen

Platz 7

Krankenkasse: AOK Plus

Versichertenzahl: rund 3,1 Millionen

Platz 10

Krankenkasse: AOK Niedersachsen

Versichertenzahl: rund 2,5 Millionen

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit; dfg-Dienst für Gesellschaftspolitik; eigene Recherche

Bahr verwies zugleich darauf, dass das Abwimmeln von Versicherten die Krankenkassen bis zu 50.000 Euro kosten kann. „Wir haben als Gesetzgeber Vorkehrungen getroffen, die zwar erst zu Beginn des neuen Jahres in Kraft treten, die nach aktuell bekannten Äußerungen und Vorgehen der Kassen aber bereits vorweggenommen werden.“

Verhältnisse wie bei der ebenfalls kürzlich geschlossenen City-BBK dürften sich nicht wiederholen. Damals waren viele Versicherte auf der Suche nach einer neuen Kasse abgewiesen worden.

Kommentare (1)

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Cireroowl

02.11.2011, 12:43 Uhr

Es ist so gewollt das Kassen, die angeblich nicht mehr wirtschaflich bestehen können, vom Markt verschwinden sollen. Es ist schon verwunderlich das es diesesmal besser laufen sollte. Man könnt auch sagen das Versagen in der Vergangnheit ist die Konsequenz des Versagens jetzt. Und es es kann jede Kasse im Bereich der GKV treffen. Es ist schon als Versagen zu sehen das in den letzten 30 Jahren es nicht geschafft wurde die breite allgemeine Krankenversichrung krisensicher zu machen. Erst Lehmann Brother, denn Griechenland , denn die GKV und zum Schluss Deutschland?

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