Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.05.2014

15:37 Uhr

Verzweifelte Geldpolitik

Die Lautsprecher der EZB

VonJörg Hackhausen

Erst Draghi, dann Praet, heute setzt der nächste Währungshüter noch einen drauf – kein Tag vergeht, an dem nicht ein Notenbanker über Zinssenkungen oder negative Einlagezinsen spekuliert. Die Verzweiflung muss groß sein.

Wohl orchestriert meldet sich Notenbanker nach dem anderen zu Wort. Getty Images

Wohl orchestriert meldet sich Notenbanker nach dem anderen zu Wort.

DüsseldorfDer Notenbanker an sich galt einst als verschwiegener Zeitgenosse. Wenn überhaupt, drückte er sich vage aus – damit ja keiner auf die Idee kommen könnte, Rückschlüsse auf die Geldpolitik zu ziehen. Das Verhalten, dass die Mitglieder der Europäische Zentralbank gerade an den Tag legen, ist allerdings das genaue Gegenteil davon.

Wohl orchestriert verrät ein Top-Notenbanker nach dem anderen, mit welchen geldpolitischen Schritten die Finanzmärkte zu rechnen haben. Den Anfang machte der Chef selbst. Mario Draghi erklärte am Rande der EZB-Sitzung in der vergangenen Woche, der Rat „fühle sich wohl damit“, im kommenden Monat zu handeln. Das bedeutet: Draghi will möglichst viel Geld unter das Volk bringen, er will den Euro abwerten und die Inflation antreiben – all das soll wiederum der Konjunktur in der Euro-Zone auf die Sprünge helfen.

Niedrige Inflation: Wie reagiert die EZB?

Was spricht für ein Eingreifen der EZB?

Die Inflation im Euro-Raum lag im Mai bei 0,5 Prozent – und damit weit entfernt von der Zielmarke der EZB von nahe zwei Prozent. Die Entwicklung erhöht den Druck auf die EZB, die Zinsen niedrig zu halten oder noch unter das Rekordtief von 0,25 Prozent zu senken. EZB-Präsident Mario Draghi hatte betont, die Notenbank werde sich notfalls entschieden gegen einen Preisverfall stemmen.

Warum sind sinkende Preise schlecht?

Für Verbraucher sind sinkende Preise zunächst erfreulich, schließlich bekommt man mehr für sein Geld. Die Gefahr ist, dass eine Abwärtsspirale in Gang kommt, wenn die Preise auf breiter Front fallen. Ökonomen nennen das Deflation. Unternehmen und Verbraucher könnten dann Investitionen hinauszögern - in der Erwartung, dass es in den nächsten Monaten noch günstiger für sie wird. Das könnte die ohnehin noch fragile Erholung der Konjunktur in Europa abwürgen.

Wie real ist die Deflations-Gefahr?

„Eine handfeste Deflation ist in der Eurozone eine sehr weit entfernte Gefahr“, meint Berenberg-Volkswirt Christian Schulz. Das betont auch regelmäßig das EZB-Spitzenpersonal. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte Mitte März erklärt, er halte die Risiken von Preis- und Lohnrückgängen auf breiter Front im Euroraum für sehr begrenzt.

Was kann die EZB tun?

Bei den Zinsen hat die EZB den Boden fast erreicht. Mit einem Leitzins von 0,25 Prozent ist Zentralbankgeld für die Banken im Euroraum bereits extrem günstig. Ob eine weitere Zinssenkung die Geldinstitute dazu bewegen würde, mehr Kredite zu vergeben und so die Wirtschaft anzukurbeln, ist umstritten. Denkbar wäre, dass die EZB den Zins für Geld, das Geschäftsbanken bei der Notenbank parken, unter Null senkt. Theoretisch möglich wäre auch, dass die EZB in großem Stil Staatsanleihen aufkauft.

Bringen noch niedrigere Zinsen überhaupt etwas?

Theoretisch animiert das billige Geld Unternehmen zum Investieren und Verbraucher zum Konsumieren - beides kurbelt die Konjunktur an und erhöht so den Preisauftrieb. Doch gerade in den kriselnden Eurostaaten in Südeuropa blieb die Kreditvergabe zuletzt schwach. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Deutscher Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) kann die EZB mit noch billigerem Geld dagegen so gut wie nichts ausrichten.

Wenn es danach noch irgendeinen Zweifel an den Absichten der Notenbank gegeben haben sollte, dann räumte ihn der Chefvolkswirt der EZB, Peter Praet, aus. Gestern kündigte er in einem Interview sogar konkrete Maßnahmen an: Eine weitere Senkung der Leitzinsen und Strafzinsen für Banken, die Geld bei der EZB parken. Von groß angelegten Anleihekäufen war bei Praet noch nicht die Rede. Anschließend erklärte Vitor Constancio, der Vizepräsident der EZB, die Währungshüter seien zu weiteren Konjunkturmaßnahmen bereit.

Den vorläufigen Höhepunkt setzte EZB-Ratsmitglied Yves Mersch am heutigen Donnerstag. „Wir arbeiten an einer breiten Palette von Instrumenten, die sogar die blühende Fantasie von Journalisten und Analysten übertreffen könnten“, sagte Mersch in Krakau. „Sie werden nach der nächsten Ratssitzung eine sehr genaue Vorstellung von diesen Instrumenten haben.“

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

15.05.2014, 15:47 Uhr

Mich erinnert das daran in einem Film, wo selbst die Planken auf dem Schiff verfeuert wurden, damit der Kessel unter Druck bleibt. Die EZB verfeuert alles, damit die "heiligenKühe" Dow Jones und Nasdaq weiter als Blase wachsen können.

Das ist Draghis einzioge Sorge. Obwohl wir Inflation 4 % haben, wird eine "Deflationsgefahr" herbeigered, damit neues Geld gedruckt wird oder Schrott-Staatsanleihen gekauft werden von der EZB. Draghi ist Goldman Sachs Banker - ein Zufall ? Wohl kaum.

Denn die FED in dxen USA ist eine Privatbank, die als einzige Geld drucken darf. Wem gehört die FED ? Den Grossbanken in den USA, Goldman Sachs und co. Wenn die Geld brauchen, bekommen FED und EZB denb Auftrag Geld zu drucken. So funktioniert das.

Account gelöscht!

15.05.2014, 15:54 Uhr

Zinssenkungen?

Warum?

Weil keiner mehr die Zinsen zahlen kann!!

Das Problem, an dem die gesamte Welt krankt, heißt verzinstes "Schuldgeldsystem" der int. Bankster!

Das 1x1 des Schuldgeldsystem:

Geld entsteht nur über Kredit!

Geld=Schuld

Bsp. Sie gehen zu einem Bankster und bekommen einen Kredit über 1000 Euro/Dollar.
Somit wurden eben 1000 Euro/Dollar aus dem NICHTS geschaffen.

Jeder Euro/Dollar der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss + Zinsen an die int. Bankster zurückgezahlt werden!

Problem Zins bzw. Zinseszins:



Die Gesamtgeldmenge X wird im Durchschnitt im Jahr mit 5% verzinst. ( Bsp. )
Am Ende des Jahres ist die Geldmenge um +5% gewachsen.
Wie sie oben erfahren haben entsteht GELD aber NUR über KREDIT, was bedeutet das für die jährlich anfallenden Zinsen?

Das die int. Bankster jedes Jahr neue Schuldner finden MÜSSEN, die sich verschulden um die Zinsen (Neues Geld) zu erschaffen!

Verstehen Sie jetzt warum alle Notenbanken die Zinsen so niedrig halten bzw. halten müssen?
Wir sind am Ende der Verschuldung angekommen!!

Spanien musste 2012 ganze 29.000.000.0000 Euro nur an ZINSEN an die int. Bankster zahlen!
JEDEN TAG ca. 80 Mil. Euro!

Staaten verschulden sich zu 97% bei Banken und Versicherungen!
(Die Versicherungs AGs gehören auch den Bankstern)

Privatbanken haben das GELDMONOPOL und schaffen Schuldgeld (per Kredit) aus dem nichts und verschulden bzw. versklaven damit die ganze Menschheit!

"So ist unser Geldsystem. Gäbe es keine Schulden, gäbe es kein Geld!" (Marriner Eccles, Präsident des privaten Federal Reserve Systems, am 30. September 1941)

Warum erfahren wir in den privaten Konzernmedien nichts über das Schuldgeldsystem der int. Bankster?

Wer steht hinter den privaten Konzernmedien?

Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann" oder "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" suchen

Account gelöscht!

15.05.2014, 15:56 Uhr

Es ist wirklich dramatisch, wie blöd der deutsche Michel ist und sich für ein "politisches Projekt" das letzte Hemd ausziehen lässt. Er wird es erst kapieren, wenn er sich nichts mehr zu fressen leisten kann und nur noch in einer Abbruchbutze hocken kann, bei der Staat den Mietpreis garantiert. Armes Deutschland. Wo ist die politische Alternative? (... und es soll mir keiner mit der bekloppten AfD kommen, oder irgendeine andere der Blockparteien erwähnen!)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×