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17.09.2015

13:36 Uhr

Vor der Zinsentscheidung

„Fed muss den ersten Schritt machen“

Am Tag der Zinsentscheidung in den USA hat sich Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, für eine Erhöhung des Leitzinses ausgesprochen. Es sei Zeit für ein Signal, so Fahrenschon.

„Die USA ist die Lokomotive der Weltwirtschaft“, so der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. dpa

Georg Fahrenschon

„Die USA ist die Lokomotive der Weltwirtschaft“, so der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Köln/ZürichVor der mit Spannung erwarteten Leitzins-Entscheidung der US-Notenbank Fed hat der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, für eine Erhöhung des Leitzinses plädiert. Angesichts der wirtschaftlich stabilen Situation in den USA sei „der Punkt jetzt erreicht“, dass die Fed den ersten Schritt mache, sagte Fahrenschon am Donnerstag im Deutschlandfunk. Die Arbeitslosigkeit in den USA sinke und die Vereinigten Staaten seien „wieder so was wie die Lokomotive der Weltwirtschaft“.

Entscheidend an einer Leitzinserhöhung durch die Fed sei „das psychologische Signal“ an die Finanzmärkte, führte Fahrenschon aus. Je länger damit gewartet werde, desto mehr würden Zweifel wachsen, ob der Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik und damit dem billigen Geld jemals gelingen werde.

Die US-Notenbank Fed

Fed?

Das Federal Reserve System – kurz Federal Reserve oder einfach Fed – ist die Notenbank der USA.

Die Funktion

Die 1913 vom amerikanischen Kongress gegründete staatliche Organisation leitet die US-Geldpolitik, kontrolliert und reguliert die Banken des Landes und beeinflusst die Bedingungen für die Kreditvergabe.

Die Ziele

Die übergeordneten Ziele der Fed sind eine möglichst hohe Beschäftigung, stabile Preise sowie günstige Zinsen. Die mächtige Organisation kontrolliert damit einige der wirtschaftlichen Stellschrauben der Vereinigten Staaten.

Die Präsidentin

Präsidentin ist Janet Yellen. Die 68-Jährige hatte ihren Posten offiziell Anfang Februar 2014 angetreten. Sie ist die erste Frau an der Fed-Spitze in der 100-jährigen Geschichte der Zentralbank.

Schon nach den Anschlägen auf das World Trade Center im Jahr 2001 sei zu lange gewartet worden und aus dem Überangebot von billigem Zentralbankgeld sei dann die Finanzmarktkrise erwachsen. Dies dürfe „auf keinen Fall ein zweites Mal passieren“, sagte der Sparkassen-Präsident.
Es dürfe natürlich keinen „'Big Bang' von quasi heute null Zins auf morgen vier Prozent Zins“ geben, da dies zu „Erschütterungen und Spannungen“ führe. „Lieber in Trippelschritten und deshalb frühzeitig anfangen“, so Fahrenschon.

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In Europa würden die Exporte von einer Leitzinserhöhung in den USA profitieren, da diese den Dollar stärke und den Euro im Gegenzug billiger mache, sagte Fahrenschon. Dies schaffe auch Raum für die Europäische Zentralbank (EZB), es der Fed nachzutun, denn auch in Europa dürfe billiges Geld nicht zum Normalzustand werden.

Wenn sich die Entwicklung in Europa weiter stabilisiere, sei der Zeitpunkt gekommen, „die Zinslandschaft wieder umzudrehen“. Insofern komme es ganz gelegen, wenn die US-Notenbank den ersten Schritt mache.

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