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31.01.2007

14:54 Uhr

Vorlage des Wirtschaftsprogramms

Brasilien lockt die Anleger

VonAlexander Busch

Seit der brasilianische Präsident Luis Inácio Lula da Silva klargestellt hat, dass Investitionen in die Infrastruktur des Landes in seiner zweiten Amtszeit oberste Priorität haben sollen, ist in die Börse in São Paulo in Bewegung gekommen.

Leben in Brasilien.

Leben in Brasilien.

SAO PAULO. Nach der Vorlage des Wirtschaftsprogramms haben die Aktien der betroffenen Branchen deutlich zugelegt. Energie-, Logistik- und Transportunternehmen, die Bauwirtschaft und deren Zulieferer, sie alle werden Analysten zufolge von der neuen Linie profitieren.

Zwar erscheinen die Investitionsabsichten da Silvas insgesamt irreal: Von den umgerechnet 180 Mrd. Euro Investitionsvolumen bis 2010 will der Staat nur 25 Mrd. Euro aus dem eigenen Budget beisteuern. Aber dennoch sind Analysten zuversichtlich, dass die Regierung in der zweiten Amtszeit mehr bewegen wird als zuvor, weil sie sich diesmal auf das eine Thema konzentriert. Auch stimmt die Richtung. „Es besteht ein riesiger Investitionsbedarf in der Infrastruktur“, sagt Marco Aurélio Barbosa von der Investmentbank Coinvalores. Der langjährige Wirtschaftsminister und Lula-Berater Delfim Netto sagt zum Plan: „Mit den erhöhten eigenen Infrastrukturausgaben will die Regierung die Unternehmer dazu animieren, selbst mehr zu investieren.“

In den Aktien der betroffenen Branchen steckt plötzlich Phantasie. In der Baubranche sind die Aktien von Zulieferern wie dem Stahlkonzern Gerdau oder den Baumaterialanbietern Duratex und Eternit in den letzten Tagen kräftig gestiegen. „Die Zulieferer sind noch unterbewertet im Vergleich zu den Baukonzernen“, beobachtet Analyst Lika Takahashi von Fator Corretora. Gut schneiden deshalb bisher auch die Aktien des Röhrenhersteller Confab und des Transportunternehmens ALL ab.

Kurspotenzial schreiben Analysten auch Stromkonzernen wie CESP, CPFL oder Eletrobras zu. Da in Brasilien in zwei Jahren wieder Strommangel herrschen könnte, wie zuletzt 2001, will Lula den Bau neuer Kraftwerke anregen: Bessere Finanzierungsmöglichkeiten sollen Investoren zum Bau von Wasserkraftwerken im Amazonas und von kleineren Thermokraftwerken im ganzen Land anregen. Die portugiesische EDP hat bereits angekündigt, bis 2010 eine Mrd. Euro in den Bau neuer Anlagen zu investieren. Attraktiv bleibt neben ALL weiterhin auch der Straßenkonzessionär CCR. Beide Titel hat die Investmentbank Link Corretora in ihr Musterportfolio genommen. Denn sie werden als Marktführer in ihren Segmenten von weiteren Ausschreibungen und dem anhaltenden Exportboom Brasiliens besonders stark profitieren. Auch die Aktie der Wasserversorgung in São Paulo (Sabesp) hat Potenzial: Die Regierung will der Branche bis Ende 2008 rund zwei Mrd. Euro zusätzlich bereitstellen.

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