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01.05.2011

10:00 Uhr

Vorsorge

Der Trick mit der Altersvorsorge

VonSusanne Schier, Anke Rezmer

Betriebsrenten sind eigentlich nur in Großbetrieben Standard. Doch angesichts der erwarteten Lücke in der Rentenversicherung ist sie umso wichtiger und soll nun mit einem neuen Modell gefördert werden.

Sanfter Druck soll helfen, die betriebliche Altersvorsorge zu etablieren. Quelle: dpa-tmn

Sanfter Druck soll helfen, die betriebliche Altersvorsorge zu etablieren.

Berlin/Frankfurt Die demographische Bombe tickt. Viele Menschen werden ihren Lebensstandard im Alter künftig ohne eine zusätzliche Altersvorsorge nicht halten können. Trotzdem nutzen nur wenige Arbeitnehmer ihr Recht auf eine betriebliche Altersvorsorge. Neue Modelle sollen helfen, die Lücke in der gesetzlichen Rentenversicherung zu stopfen.

Bislang gibt es betriebliche Altersvorsorge flächendeckend nur in Großbetrieben. In vielen kleineren und mittelgroßen Firmen spielen Betriebsrenten sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Arbeitgebern kaum eine Rolle. Zwar haben Arbeitnehmer schon seit 2002 das Recht auf betriebliche Altersvorsorge (baV) über eine Umwandlung ihres Gehalts und können dabei sogar noch Steuern und Sozialabgaben sparen. Doch sie nutzen das Instrument wenig: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts investierten Beschäftigte im Jahr 2008 im Schnitt nur 273 Euro oder 0,7 Prozent ihres Bruttojahresverdienstes über eine Entgeltumwandlung in ihre betriebliche Altersvorsorge.

Arbeitnehmer kaum zu überzeugen

Versuche, mehr Arbeitnehmer von den Vorteilen dieses Systems zu überzeugen, scheiterten bislang. Mit einem Optionsmodell startet Volker Bergt-Weis von der Versicherungskammer Bayern Pensions-Management, dem größten Sparkassenversicherer, einen neuen Versuch. In Bayern wenden bereits einige mittelständische Unternehmen das Modell an.

Demnach muss der Arbeitnehmer nicht von Anfang an die Entgeltumwandlung nutzen. Lohnerhöhungen gewährt der Arbeitgeber dann aber ganz oder teilweise als betriebliche Altersvorsorge. Damit das Modell breit genutzt wird und kein Zwang zur baV erfolgt, schlägt Bergt-Weis folgende Option vor: Lohnerhöhungen sollen künftig automatisch in die betriebliche Altersversorgung gehen - es sei denn, der Arbeitnehmer widerspricht innerhalb von vier Wochen. "Die Wahrscheinlichkeit ist bei diesem Modell deutlich höher, dass der Arbeitnehmer in die betriebliche Altersversorgung einzahlt", sagt Bergt-Weis. Die Erfahrungen zeigten, dass die Trägheit der Arbeitnehmer zugunsten des Aufbaus ihrer betrieblichen Alterversorgung genutzt werden könne.

Kommentare (7)

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KriminelleMachenschaften

01.05.2011, 10:41 Uhr

Letztlich sollen ueber den Trick der Altersvorsorge nur weitere Abgaben der arbeitenden Bevoelkerung erzwungen werden.
Von den Profiteuren - der Finanzindustrie und ihren Lobbyisten - werden die eingenommenen Gelder laengst dem kollabierenden Finanzsystem zum eigenen Vorteil entzogen.
Der steigende Goldpreis zeigt es an.

Wieso sollen die arbeitende Bevoelkerung es ihnen nicht gleich tun und ihre Altersvorsorge ebenso in echtem Geld - sprich Gold - betreiben.
Im jetzigen Zustand die Altersvorsorge mit den Instrumenten eines kollabierenden Finanzsystems zu betreiben waere Irrsinn!

Buerge-r

01.05.2011, 11:53 Uhr

Ich mache schon baV, überlege aber ob ich angesichts der Euro-/Globalisierungsmisswirtschaft damit aufhöre. Was nützen mir nominal zugesagte Renten, die in 30 Jahren, nach dem bis dahin erfolgten Finanzsystemkollaps, nichts mehr Wert sind?

Sperrt die Bankster und ihre Politmarionetten endlich ein und schliesst das Finanzsystemcasino, das ist die derzeit drängendtse Altersvorsorge!

Angsthase

01.05.2011, 12:12 Uhr

Ha, ha, ein Freund ist Schlosser, hat festen Arbeitsvertrag
und nach 4 Jahren wurde sein Lohn von brutto 8,-- auf 8,50
erhöht. Kein Weihn.Geld, kein Urlaubsgeld. Schöne Aussichten
für's Alter für Millionen von Niedriglöhnern und 400-€-
Jobbern. Das geht hier alles den Bach runter.

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