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22.02.2013

16:13 Uhr

„Abwesenheit von Angst“

Sparquote der Deutschen auf Zehn-Jahrestief

Die Deutschen sparen so wenig wie seit 10 Jahren nicht mehr, nur noch 10,1 Prozent wandert auf die hohe Kante. Zusammen mit einer neuen Rekordbeschäftigung erwarten Experten daher schon bald mehr Konsumausgaben.

Das Sparschwein wird bei vielen Deutschen immer weniger gefüllt. dpa

Das Sparschwein wird bei vielen Deutschen immer weniger gefüllt.

BerlinDie Deutschen sparen so wenig wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Die Sparquote sank im vierten Quartal bereinigt um saisonale Veränderungen auf 10,1 Prozent. Im Sommer wurden noch 10,3 Prozent des verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante gelegt, wie die Bundesbank am Freitag mitteilte. Zuletzt war der Wert im zweiten Quartal 2002 niedriger.

Ökonomen begründeten diese Entwicklung mit der guten Lage am Arbeitsmarkt. „Das ist ein Spiegelbild für die Abwesenheit von Angst“, sagte Sal. Oppenheim-Analyst Frank Hübner. Zudem ist Sparen wegen der niedrigen Zinsen unattraktiv geworden. Dennoch legen die Deutschen immer noch mehr beiseite als die Amerikaner. Dort lag die Sparquote im Dezember bei 6,5 Prozent.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Trotz der zuletzt schwachen Konjunktur ist die Beschäftigung im vierten Quartal auf ein Rekordniveau gestiegen. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte mit 41,9 Millionen den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die Deutschen haben deshalb mehr Geld in der Tasche - zumal 2012 die Tariflöhne mit 2,7 Prozent so stark stiegen wie seit drei Jahren nicht mehr. So schwoll nach Angaben des Statistischen Bundesamtes das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte um 1,9 Prozent an. Die Konsumausgaben legten mit 2,2 Prozent noch stärker zu. „Das ist eine gute Nachricht“, sagte Gustav Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). „Der Konsum wird in nächster Zeit zunehmen. Das ist die Botschaft der Zahlen.“

Nach ersten Berechnung der Statistiker brachen die Einkommen der Unternehmen zum Vorjahresquartal um 7,4 Prozent ein. „Deutschland hat eine schwierige Phase hinter sich, in der die Unternehmen wenig investierten und die Gewinne nicht so gut aussahen“, sagte Horn. Dass es wirtschaftlich offenbar wieder besser aussehen wird, bestätigte der überraschend positiv ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Ichbinsdoch

22.02.2013, 16:22 Uhr

Ja klar sparen die Deutschen weniger...wovon soll denn noch gespart werden ???
Inflationsrate von um die 2% heist es..das ich nicht lache.

Mal in DM gesehen, nur Energieträger...2001 bis 2012
Benzin - 2001 1,42 / 2012 - 3,07 = 116% Preissteigerrung
Diesel - 2001 0,82 / 2012 - 2,82 = 142% Preissteigerrung
Heizöl - 2001 0,72 / 2012 - 1,72 = 138% Preissteigerrung

Lohnsteigerrung im Schnitt 7% !!!!

In den letzten Jahren des Euro, bzw schon mit Einführung ging es bergab...dazu Zeitarbeit/Billiglohn usw....es bleibt kein Geld mehr übrig, so einfach ist das...

Ben-Wa

22.02.2013, 16:53 Uhr

Abwesenheit von Angst? So ein Blödsinn... Die Leute wissen, was kommt. Und leisten sich noch etwas, solange es geht. Besser ein neues Bad und eine neue Küche, als Papierschnipsel bei der Bank.

Gast

22.02.2013, 17:01 Uhr

Immernoch die Beschäftigungslüge. Immernoch unsinnige Prognosen und Zahlenwälzer. Immernoch "wie zu letzt XXXX nicht mehr".
Schmerzt es nicht langsam, so einen Brei aus der Tastatur zu würgen?
Ach ja, Reuters. Wie sehen eigentlich für die Agenturen so die Beziehungen zu Politik und Wirtschaft aus? Denn die Agenturen sind es ja schliesslich, die den Grossteil der Nachrichten verzapfen.

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