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30.11.2016

14:22 Uhr

Allianz Capital Markets Day

Auch die Riesen suchen noch den Weg

VonCarsten Herz

Insurtechs mischen die Versicherer auf. Doch die Allianz sieht sich nicht als Opfer der Entwicklung, sondern als ein Treiber. Schon 2018 will der Konzern hohe Produktivitätsfortschritte aus der Digitalisierung erzielen.

Der Konzern verspricht sich deutliche Produktionssprünge von der Digitalisierung. dpa

Allianz in Frankfurt.

Der Konzern verspricht sich deutliche Produktionssprünge von der Digitalisierung.

FrankfurtOliver Bäte gibt sich lässig. Die Krawatte hat der Boss des 126 Jahre alten Versicherungsriesens Allianz ebenso wie seine Vorstandskollegen auf dem Podium zu Hause gelassen. Im offenen, weißen Hemd tritt der Vorstandschef am Mittwoch auf die Bühne vor die versammelten Analysten und Investoren, um die Digitalstrategie des Konzerns auf dem Capital Markets Day in München zu erläutern.

Die Lockerheit hat System. Denn Bäte will dem 126 Jahre alten ehrwürdigen Konzern nichts weniger als einen Kulturwandel verordnen: Aus dem grundsoliden, aber langweiligen Konzern soll ein modernes Digitallabor werden – das ab 2018 dem Unternehmen zu neuen Sprüngen verhilft.

Die größten Lebensversicherer in Deutschland (nach Bruttobeiträgen)

Platz 10

Nürnberger Versicherung

Marktanteil 2014: drei Prozent (2013: drei Prozent)

Platz 9

Bayern-Versicherung

Marktanteil 2014: drei Prozent (2013: drei Prozent)

Platz 8

Axa

Marktanteil 2014: drei Prozent (2013: drei Prozent)

Platz 7

Ergo

Marktanteil 2014: drei Prozent (2013: vier Prozent)

Platz 6

Generali

Marktanteil 2014: vier Prozent (2013: fünf Prozent)

Platz 5

Debeka

Marktanteil 2014: vier Prozent (2013: vier Prozent)

Platz 4

Zurich

Marktanteil 2014: vier Prozent (2013: vier Prozent)

Platz 3

Aachen Münchener

Marktanteil 2014: sechs Prozent (2013: fünf Prozent)

Platz 2

R+V

Marktanteil 2014: sechs Prozent (2013: sechs Prozent)

Platz 1

Allianz

Marktanteil 2014: 21 Prozent (2013: 19 Prozent)

Quelle

Quelle: Map-Report

Alle Angaben beziehen sich auf die verdienten Bruttobeiträge im Lebensversicherungsgeschäft.

Bereits jetzt seien 800 Millionen Euro Produktivitätsgewinn durch die Digitalisierung fest eingeplant, sagte Vorstandsmitglied Christof Mascher in München. Über das Erreichen weiterer 400 Millionen werde konzernintern diskutiert. Vor einem Jahr hatte die Konzernspitze sich eine Milliarde als Ziel gesetzt. „Die Allianz wird vorne und im Zentrum des Prozesses (der Digitalisierung) stehen und kein Opfer sein“, betonte Bäte.

Schon vor Monaten hatte Konzernchef Bäte seine Führungskräfte auf dem Managementtreffen um sich versammelt und die großen Linien seiner digitalen Agenda entworfen. Die Vorbilder heißen nun Apple, Google oder Amazon. So wie die US-Riesen immer wieder Kundenerfahrungen und -bedürfnisse neu definieren und daran verdienen, so will auch die Allianz künftig agieren. Das Ziel: eine neue Form von Versicherungsunternehmen, das die Risiken seiner Kunden weiter routiniert managt, dabei aber agil wie ein Internet-Start-up ist und rasanter und gewinnträchtiger wächst als die Konkurrenten alter Schule.

Es ist eine digitale Revolution, die die deutsche Industrie längst erfasst hat – aber nun auch beginnt, die traditionell konservative Versicherungsbranche durcheinander zu wirbeln. Als „eine der letzten Bastionen des 19. Jahrhunderts“ bezeichnete der 46-jährige Leiter der Geschäftssparte Digital Partners von Munich Re, Andrew Rear, die Branche jüngst.

Rears und Bätes Aufgabe besteht nun darin, das zu ändern. Denn viele Manager haben eingesehen, dass die Branche Nachholbedarf hat. Vor einigen Jahren lachten Versicherungsvorstände noch über die Start-ups, die plötzlich antraten, um ihr Geschäftsmodell durcheinanderzubringen. Insurtechs werden diese, ähnlich wie Fintechs, hoch technisierten Finanzunternehmen in der Branche genannt.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

30.11.2016, 15:11 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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