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29.09.2015

16:30 Uhr

Allianz Vermögensreport

Warum deutsche Sparer in die Röhre schauen

VonAnke Rezmer

Sparen ist gut – davon sind die Deutschen überzeugt. Eine Studie zeigt jetzt aber: Sparer hierzulande haben durch die Niedrigzinsen am meisten verloren. Warum uns die Portugiesen, Spanier und Griechen etwas voraus haben.

Deutsche Anleger sparen gern – und schauen genau deshalb in die Röhre. Fotolia.com

Röhre

Deutsche Anleger sparen gern – und schauen genau deshalb in die Röhre.

FrankfurtEs gibt neue Zahlen für eine bekannte These: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Deutschen mit ihrer Niedrigzinspolitik stärker belastet als andere Bürger der Euro-Zone. Die Deutschen als Sparernation leiden stärker unter den niedrigen Sparzinsen, als dass sie von ebenfalls gesunkenen Kreditzinsen profitieren. Aus dem Verhältnis gab es in den vergangenen sechs Jahren für die Deutschen kumuliert knapp 30 Milliarden Euro „Verluste“, wie Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise bei der Präsentation des „Allianz Global Wealth Report 2015“ erklärte.

Bezogen auf das deutsche Bruttoinlandsprodukt sind das immerhin 1,1 Prozent, pro Kopf 367 Euro. Insgesamt aber hätten die Euro-Bürger profitiert, sagte Heise. Zwischen 2010 und 2015 seien „Gewinne“ vor allem durch gesparte Kreditzinsen aufgelaufen in Höhe von 130 Milliarden Euro. Am meisten profitierten dabei Portugiesen, Griechen und Spanier.

Gleichwohl ist das Brutto-Geldvermögen der Deutschen im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent auf 5,2 Billionen Euro gestiegen, angesichts einer „soliden Sparleistung der Deutschen“, wie Heise betonte. Seit dem Jahr 2007 hätten die Deutschen ihre Geldvermögensbildung unter den Euro-Zonen-Bürgern am stärksten gesteigert – vermutlich auch im Bewusstsein, wegen der Niedrigzinsphase mehr fürs Alter zurücklegen zu müssen.

So legen die wirklich Vermögenden an

Depotzusammensetzung: Liquidität

13,7 Prozent

Quelle: Bayerisches Finanz Zentrum, Complementa Investment-Controlling AG, „Family Office Studie 2015“

Zinspapiere

19,9 Prozent

Aktien

27,2 Prozent

Private Equity

13 Prozent

Immobilien

15,3 Prozent

Hedgefonds

5,8 Prozent

Rohstoffe und Infrastruktur

3,3 Prozent

Tangible Assets (zum Beispiel Farmland)

1,7 Prozent

Überhaupt noch mehr gespart als vor der Finanzkrise haben nach Analyse der Allianz nur noch die Niederländer. Alle anderen Euro-Bürger haben ihre Sparraten seit 2007 reduziert. Griechen, Portugiesen und Finnen haben sogar entspart.

Auch angesichts ihrer Vorliebe für Sparkonten wächst das Vermögen der Deutschen allerdings unterdurchschnittlich. Weltweit legte das Brutto-Geldvermögen 2014 um gut sieben Prozent auf 135,7 Billionen Euro zu. Da die weltweiten privaten Schulden langsamer zunahmen, übertrifft das globale Netto-Vermögen erstmals die Marke von 100 Billionen Euro. Immobilien-Vermögen berücksichtigt die Allianz nicht.

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Seit Jahren stehen die Deutschen unter den weltweit Reichsten relativ weit unten auf Platz 18 mit einem Netto-Geldvermögen pro Kopf von 44.769 Euro. Das höchste Pro-Kopf-Vermögen besitzen die Schweizer mit fast 160 000 Euro vor den US-Amerikanern mit knapp 140.000 Euro.

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