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31.07.2012

10:34 Uhr

Allianz-Vorstand

„Wir rechnen mit einer Lebenserwartung von 102 Jahren“

VonJens Hagen

Warum sollen Lebenspolicen mit einem Garantiezins von 1,75 Prozent attraktiv sein? Sind Provisionen für Vermittler der richtige Weg? Allianz-Vorstandsmitglied Alf Neumann stellt sich der Kritik an seinen Produkten.

Alf Neumann ist Vorstand der Allianz Lebensversicherung in Stuttgart. Der promovierte Mathematiker leitet seit Juni diesen Jahres den Bereich Privatkunden und Produkte. PR

Alf Neumann ist Vorstand der Allianz Lebensversicherung in Stuttgart. Der promovierte Mathematiker leitet seit Juni diesen Jahres den Bereich Privatkunden und Produkte.

Herr Neumann, warum verlieren die Kunden das Interesse an der Kapitalbildenden Lebensversicherung?
Das ist nicht so. Die Lebensversicherung ist attraktiv, auch weiterhin. Sie ist das einzige Angebot für Altersvorsorge, das Sicherheit und Risikoabsicherung für lange Zeiträume mit attraktiven Renditen verbindet.

Warum sinkt die Zahl an Neuabschlüssen?
Die Beitragseinnahmen sind in den vergangenen zehn Jahren um jährlich drei Prozent gestiegen. Aktuell hat sich das Wachstum verlangsamt, weil die Gleichstellung von laufenden Beiträgen und Einmalbeiträgen 2005 zu einer Art Sonderkonjunktur geführt hatte. Bei der Allianz Leben stiegen die Beitragseinnahmen in den vergangenen zehn Jahren sogar um jährlich fast sechs Prozent.

Ein Abschluss ist aber wegen den niedrigen Renditen kaum attraktiv.
Niedrige Zinsen betreffen auch alle anderen Marktteilnehmer wie etwa die Banken. Mit einem Garantiezins von 1,75 Prozent ist unser Produkt weiterhin attraktiv, zumal die Kunden über die Überschussbeteiligung deutlich mehr bekommen. Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit bringen hingegen aktuell auch nur 1,2 Prozent.

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Der Garantiezins gilt nicht für die gesamten Beiträge, ein großer Teil geht für Vermittlerprovisionen und Verwaltungskosten drauf.
Wir weisen die Kosten bei jedem Neuabschluss transparent als Gesamtquote aus. Bei Rentenpolicen mindern diese Kosten die Rendite um rund einen Prozentpunkt.  Wir bieten dem Kunden damit einen gut verständlichen Ausweis der Kosten – einschließlich der Abschlusskosten.

Einzelne Posten interessieren die Kunden vielleicht schon. Was verdient eigentlich ein Vermittler, wenn er eine Lebenspolice der Allianz verkauft?
Wir weisen unseren Kunden die gesamten Abschluss- und Vertriebskosten aus, das sind 1.200 Euro für einen Durchschnittsvertrag mit 30.000 Euro Beitragssumme. Der Betrag wird nicht sofort fällig, sondern über fünf Jahre verteilt. Wie viel der einzelne Vermittler erhält, hängt stark von der Vertriebsstruktur ab.

Kommentare (24)

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Meda

31.07.2012, 10:53 Uhr

Endlich mal ein klares Wort eines Versicherungschefs. Das kann sogar ich verstehen. Besser als ein Sparbuch trotz Kosten für die Vermittler. Ist ja auch logisch, weil mein Kundenberater bei der Deutschen Bank ja auch nicht umsonst arbeitet. Kann es mehr solche klaren Interviews geben, bitte?!

Ludwig500

31.07.2012, 10:56 Uhr

Der Oberdrücker bei der Arbeit. Sehr amüsant. Immer eine perfekte Antwort auf jeden Einwand. Hauptsache der Kunde unterschreibt. Dass dann nachher doch alles nicht so rosig ist ist das Problem des Nach-Nachfolgers.

Versicherungsvertreter sind auch nur Bankster.

De-Pott

31.07.2012, 11:10 Uhr

Deutschland ein Volk von Johannes Hesters? Wer glaubt denn das?

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