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30.05.2011

12:05 Uhr

Allianz warnt

Unisex-Urteil sorgt für höhere Beiträge

Die Allianz zeigt sich nach dem EuGH-Urteil zu geschlechtsneutralen Versicherungstarifen enttäuscht. Dies werde die Versicherungsbeiträge weiter steigen lassen, so Allianz-Deutschland-Chef Markus Rieß.

Vorstand Markus Rieß befürchtet in Einzelfällen bis zu 20 Prozent teurere Tarife. Quelle: dpa

Vorstand Markus Rieß befürchtet in Einzelfällen bis zu 20 Prozent teurere Tarife.

MünchenDas Unisex-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) über geschlechtsneutrale Versicherungstarife wird nach Ansicht des Branchenführers Allianz zu höheren Beiträgen führen. „Wir rechnen noch“, sagte Allianz-Deutschland-Chef Markus Rieß im Interview der „Süddeutschen Zeitung“. Einige Versicherungen, die nach Ende 2012 neu abgeschlossen würden, könnten sich jedoch merklich verteuern, mal für Männer, mal für Frauen. „In Einzelfällen kann das zehn bis 20 Prozent ausmachen“, sagte Rieß.

Rieß, der seit knapp einem Jahr das Deutschland-Geschäft bei der Allianz verantwortet, bedauerte das Urteil. Darin hatte der EuGH die Versicherer verpflichtet, die Tarife unabhängig vom Geschlecht der Versicherten festzulegen. Bei Krankenversicherungen könnten Frauen künftig günstigere Tarife bekommen. Bei den Autoversicherungen, wo sie bisher dank geringerer Schadenssummen oft niedrigere Tarife erhalten, werden sie jedoch vermutlich künftig mehr bezahlen müssen.

Vor allem bei Autoversicherungen hat die Allianz in der Vergangenheit Kunden verloren. Der Rivale HUK Coburg steht hier inzwischen an erster Stelle. „Wir wollen an unserem Anspruch auf Marktführerschaft in der Autoversicherung festhalten“, betonte Rieß. Künftig würden mehr Kunden im Internet gewonnen. Um verlorenen Boden wieder gutzumachen, will er auch das Motto „Hoffentlich Allianz versichert“ in der Werbung wieder stärker betonen.

Fragwürdige Belohnungsreisen für erfolgreiche Versicherungsvertreter, wie sie jüngst beim Konkurrenten Ergo bekannt wurden, gebe es bei der Allianz aber „definitiv nicht“, betonte Rieß.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Aliergoest

30.05.2011, 13:17 Uhr

Mag sein, dass die Vermittlerreisen der Allianz nicht fragwürdig im ERGO Sinne sind. Aber was z.B. an Aufwand bei den Siegergemeinschaftreisen dieses Konzerns betrieben wurde ... Für diese "motivatorisch zum Fenster rausgeworfene Geld" könnte man viele Versicherungsprämien spürbar reduzieren. Und, jede Wette, vonnder Steuer haben's da auch abgesetzt. Fazit: Ball flach halten undnhoffen, dass keiner genauer recherchiert.

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