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06.12.2016

18:01 Uhr

Altersvorsorge

Aktiensparen für die Rente

VonAnke Rezmer

Was tun, wenn die gesetzliche Rente immer weniger wird und vermutlich nicht mehr zum Leben reicht? Privat mit Aktien sparen, rät das bankennahe Deutsche Aktieninstitut – und legt ein neues Konzept vor.

Auf einer Parkbank im Schlosspark Pillnitz, Sachsen: Immer mehr Menschen müssen privat für ihr Auskommen im Alter sparen. dpa

Privates Sparen mit Aktien macht Sinn

Auf einer Parkbank im Schlosspark Pillnitz, Sachsen: Immer mehr Menschen müssen privat für ihr Auskommen im Alter sparen.

FrankfurtDie gesetzliche Rente schmilzt ab, soviel ist klar angesichts der immer älter werdenden Gesellschaft hier zu Lande. Auch wenn Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles mit ihrem Haltelinien-Konzept für ein Mindestniveau der Rente wirbt, dürfte es schwerlich gelingen, dass immer weniger Jüngere immer mehr Ältere versorgen können. So kommt der neue Vorschlag des Verbands der börsennotierten Firmen, des Deutschen Aktieninstitutes (DAI), nicht von ungefähr. In einer Studie stellt das DAI fest, dass Aktien sich „ideal eignen“ - um die Lücke zu schließen, die die gesetzliche Rente immer weiter klaffen lässt.

„Aktien sind vor allem für die Altersvorsorge ein ideales Anlageinstrument, weil sie auf lange Frist hohe Renditen abwerfen“, betont Friedrich von Metzler, Chef des Frankfurter Bankhauses Metzler, ein Kooperationspartner der Studie. In der Studie weist das DAI darauf hin, dass Aktien beispielsweise aus dem deutschen Leitindex Dax 30 über eine langen Zeitraum von 30 Jahren und mehr ein durchschnittliche Rendite von knapp zehn Prozent im Jahr erreichen. die von vielen Sparern gefürchteten Kursschwankungen der Papiere nehmen über die Zeit ab.

Während die Aktienrenditen kurzfristig über ein Jahr zwischen plus 100 und minus 60 Prozent schwanken, bewegen sie sich über dreißig Jahre zwischen plus 13 und plus sechs Prozent. Da das Kapital für die Altersvorsorge über viele Jahrzehnte angelegt werde, komme dabei der Vorteil der langfristigen Aktienanlage voll zum Tragen, resümiert von Metzler.

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Beim Thema Substanzwertanlage denke der Deutsche allerdings in der Regel an die Immobilie, ist von Metzlers Erfahrung. Doch bei Immobilien werde vielfach falsch gerechnet: Im Gegensatz zur Beteiligung an einem börsennotierten Unternehmen seien Immobilien schwer zu bewerten. Außerdem müsse man laufend investieren, um ein Haus oder eine Wohnung in Stand zu halten. „Viele Immobilien sind nach 30 bis 40 Jahren so veraltet, dass sie abgerissen werden sollten“, sagt der Bankier.

Mit Aktien dagegen lasse sich recht leicht eine Rentenlücke stopfen, erklärt Christine Bortenlänger, Vorstand des DAI. In der Studie gehen die DAI-Experten davon aus, dass das Niveau der gesetzlichen Rente von 51,6 Prozent des letzten Nettoeinkommens eines Rentners im Jahr 2010 bis 2060 auf 41,2 Prozent sinkt. Um nun diese Lücke zu schließen, bräuchte ein deutscher Durchschnittsverdiener vier Prozent Rendite im Jahr auf Sparraten in Höhe von vier Prozent seines Jahres-Bruttoeinkommens, wie die Experten errechnet haben. Der besagte Modell-Deutsche geht dabei in 45 Jahren in den Ruhestand.

„Eine solche Rendite kann in der Niedrigzinsphase nur durch Aktiensparen erzielt werden“, mahnt Bortenlänger. Anleihen guter Bonität werfen aktuell oft weniger als ein Prozent Rendite im Jahr ab. Betrüge die Rendite nur ein Prozent, müsse der Durchschnittsverdiener 45 Jahre lang knapp zehn Prozent seines Bruttoeinkommens allein für die Altersvorsorge zurück legen, um die ermittelte Rentenlücke zu schließen. „Das entspräche der gesamten Sparquote der Deutsche – das ist unrealistisch“, moniert Bortenlänger.

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