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02.04.2014

08:17 Uhr

Altersvorsorge

Die neuen Kleider der Lebensversicherung

VonThomas Schmitt

Die gute alte Lebensversicherung ist noch nicht tot. Kunden müssen sich nur mit weniger Garantien und mehr Risiko abfinden. Die Versicherer bekommen mehr Sicherheit und neue Geschäftsfelder. Die Agenda für den Neustart.

Verbraucherschützer Axel Kleinlein: „Eine angemessen hohe Überschussbeteiligung der Kunden ist gefährdet, wenn sich das Unternehmen nicht mehr mit der Konkurrenz messen muss“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV).

Verbraucherschützer Axel Kleinlein: „Eine angemessen hohe Überschussbeteiligung der Kunden ist gefährdet, wenn sich das Unternehmen nicht mehr mit der Konkurrenz messen muss“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV).

MünchenKleider machen bekanntlich Leute. So ist das auch bei der Lebensversicherung. Die alten Klamotten passen nicht mehr. Doch einfach neue zu schneidern, reicht nicht. Nötig ist eine völlig neue Kollektion, damit sich der Umsatzbringer der Branche auch künftig bestens verkauft. 

Wie die neuen Kleider aussehen könnten, diskutieren ab heute Manager, Fondsexperten und Verbraucherschützer in München zwei Tage auf der Handelsblatt Jahrestagung „Assekuranz 2014“. „Eine starke Branche blickt nach vorne: Chancen, Inspirationen und Perspektiven für die Versicherungswirtschaft“, heißt es im Programm.

Was dies für die Lebensversicherung bedeutet, zeichnet sich bereits in Berlin ab. Dort wird ein neuer Rahmen für die Branche diskutiert und bald verabschiedet. Im Wesentlichen geht es dabei um folgende Punkte: ein Sanierungsprogramm für die Branche, Einschnitte für Kunden und neue Geschäftsfelder. 

GDV: Warum die Lebensversicherung unerreicht bleibt

Der Fürsprecher

Peter Schwark ist Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). Zuständig ist er für Lebensversicherung und betriebliche Altersvorsorge.

Quelle: GDV

Lange sicher

„Für die meisten Menschen wird es sinnvoll sein, eine Rentenversicherung abzuschließen, nach Möglichkeit gefördert. Eine Rentenversicherung bietet einen großen Vorteil gegenüber allen anderen Vorsorgeprodukten, da sie eine lebenslange Alterssicherung garantiert.“

Garantien

„Auch in größeren Kapitalmarktkrisen verlieren die Leute kein Geld. Es gibt eine Mindestverzinsung – und das kriegen Sie fast bei gar keinem anderen Vorsorgerprodukt.“

Rendite

„Auch in Zeiten niedriger Zinsen bleibt die Lebensversicherung unerreicht. Wir haben aktuell ein Gesamtverzinsungsniveau von 3,6 Prozent. Und das bietet kaum ein anderes Produkt heutzutage.“

Förderung

„Die Riester-Rente sollte für die meisten Arbeitnehmerhaushalte erste Wahl sein, neben der betrieblichen Altersvorsorge. Hier gibt es eine Zulagenförderung.“

Lukrativ für Familien

„Gerade für Geringverdiener und Familien ist das unerreicht von der Rendite. Besserverdiener oder Singles können das bei der Steuer angeben und sparen da entsprechend auch ein paar Steuereuros.“ 

Keine Frage ist dabei, dass der wichtigste Bereich der Versicherungswirtschaft stark unter Druck geraten ist. Grund dafür sind die extrem niedrigen Zinsen. Und so wie es aussieht, werden diese auch noch eine Weile so tief unten bleiben. Für die gut 90 Lebensversicherer wird es daher immer enger. 

Das Problem: Die Lebensversicherer haben ihren Kunden in den vergangenen Jahrzehnten hohe Garantiezinsen versprochen: bis zu vier Prozent. Manche können diese heute schon nicht mehr zahlen. Und es ist klar: Je länger die Zinsen am Kapitalmarkt niedrig bleiben, umso schwerer wird es, die schönen Versprechen zu erfüllen. 

Bitter ist überdies: Die Versicherer verkaufen weniger. Denn immer mehr Kunden betrachten deren Produkte mit Argwohn. Sie stecken am liebsten einmalig hohe Beträge in Lebensversicherungen. Doch das ist gefährlich für die Unternehmen, wenn diese Kunden wieder gehen. Was also muss sich ändern? 

 

Kommentare (13)

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02.04.2014, 08:23 Uhr

Noch sind die LV nicht tot. Es sollte aber nicht mehr lange dauern. Spätestens wenn es zu Schuldenschnitten und offenen Staatsbankrotten in Europa und der USA kommt. Dann werden die ganzen Staatsanleihen, die man mit den Prämien der Versicherten über Jahrzehnte gekauft hat, zu einem erheblichen Masse ausfallen. Die Zahlungsversprechen der LV werden nur nominell erfüllt werden. Mit dem inflationierten Papiergeld wird man seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten können, wenn das Geldsystem überhaupt noch solange überlebt.

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02.04.2014, 08:27 Uhr

Mmmmh, lecker! Stachelbeerbeine in Polyestersocken.

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02.04.2014, 09:35 Uhr

das wird aber auch zeit das es den versicherern besser geht. Somit müssen die vorstände dann doch nicht hunger leiden.

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