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22.10.2014

16:10 Uhr

Altersvorsorge-Experte im Interview

„Vielen droht im Alter Hartz-IV-Niveau“

VonJessica Schwarzer

Ein Leben von Hartz IV ist für viele ein Schreckgespenst. Doch im Alter werden viele über dieses Niveau nicht hinauskommen, sagt Frank Breiting. Der Altersvorsorgeexperte erklärt, warum wir das Problem unterschätzen.

Arm im Alter? Ein Problem, dass mehr Menschen betreffen wird, als oft gedacht. Getty Images

Arm im Alter? Ein Problem, dass mehr Menschen betreffen wird, als oft gedacht.

Altersarmut ist ein großes Problem und es wird immer größer. Denn viele Deutschen glauben zu Unrecht, genügend für das Alter vorzusorgen. Frank Breiting, Leiter private Altersvorsorge bei der Deutschen Asset & Wealth Management, rechnet vor, wie wenig von der gesetzlichen Rente übrig bleibt und erklärt, wie Sparer gegensteuern sollten.

Frank Breiting, Leiter private Altersvorsorge bei der Deutschen Asset & Wealth Management

Frank Breiting, Leiter private Altersvorsorge bei der Deutschen Asset & Wealth Management

Herr Breiting, warum glauben immer noch so viele Deutsche, ihre Rente sei sicher?

Die Wenigsten haben ein Gefühl dafür, wie viel Geld sie im Alter wirklich zur Verfügung haben und was ihre Rente dann noch wert ist. Die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung Bund ist da leider wenig hilfreich, eher im Gegenteil: sie verschärft das Problem sogar noch.

Warum?
Wenn dort steht, Ihre künftige Regelaltersrente würde 2.000 Euro betragen, dann fühlt sich das erstmal gut an. Diese Summe beruhigt. Doch leider führt sie auch in die Irre. 2.000 Euro mögen sich bei heutiger Kaufkraft gut anhören, aber wenn Sie die Inflation berücksichtigen, dann ist das Geld später natürlich viel weniger wert.

Eine schleichende Wertvernichtung, die vielen nicht bewusst ist.
Der Kaufkraftverlust ist ein häufig verdrängtes Problem bei der Altersvorsorge. 2.000 Euro heute sind eben nicht 2.000 Euro zu Rentenbeginn. Da braucht es keine Hyperinflation. Selbst bei einer jährlichen Teuerungsrate von zwei Prozent, wie sie die Europäische Zentralbank anstrebt, halbiert sich die Kaufkraft nach 35 Jahren. Und das ist nicht das einzige Problem.

Sondern?
Viele wissen gar nicht, dass auf ihre Rente Steuern zahlen müssen. Wer beispielsweise 2027 in den Ruhestand tritt und dann 2.050 Euro bekommt, müsste gut 200 Euro Steuern zahlen.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Auch die Krankenkasse schmälert die Rente.
Auch da erleben viele eine böse Überraschung, weil sie nicht wissen, dass sie im Alter beide Teile der Krankenversicherung bezahlen müssen. Wenn es keinen Arbeitgeber mehr gibt, kann dieser natürlich auch seinen Anteil an den Krankenversicherungsbeiträgen nicht mehr weiterzahlen.

Kommentare (45)

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Herr Peter Spiegel

22.10.2014, 16:25 Uhr

2000 Euro traumhaft: Der Schnitt für Männer liegt bei 1250.- minus ca,- 7,5% Krankenversicherung.

Herr Kurt Siegel

22.10.2014, 16:28 Uhr

Eine maßgebliche Mitschuld an der künftigen Altersarmut haben Merkel und Schäuble, die es kalt lächeld zulassen, dass die Altersvorsorge der redlichen Deutschen, bedingt durch die sinnfreie Null-Zins-Politik des Scharlatans Draghi, pulverisiert wird.

Deutschland kann nicht die Welt retten; selbst die deutsche Wirtschaft sieht, dass die AfD den Finger in die Wunde EURO legt.

Herr Ragin Allraun

22.10.2014, 16:31 Uhr

Es ist nach wie vor die größte Ungerechtigkeit in diesem Staate das ein Arbeitnehmer, der mit Anfang 50 unglücklich arbeitslos wird und 30 Jahre anständig und fristgerecht in die Renten- und Staatskasse eingezahlt hat nach Ablauf von zwei Jahren mit arbeitsunwilligen Jugendlichen und Migranten und Asylanten monetär (vom Staat) gleichgeschaltet wird.

Dieses Faktum ist der größte Skandal den es hierzulande gibt.

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