Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.05.2015

07:06 Uhr

Altersvorsorge mit ETF

Mit „Lust und Mut“ zur Zusatzrente

VonJessica Schwarzer

Ohne private Altersvorsorge geht es nicht. ETF-Sparpläne können ein sinnvoller Baustein sein. Ihre Vorteile: Sie sind kostengünstig und bieten Sparern Flexibilität. Was Anleger beachten müssen.

Dirk Müllers Cashkurs

„Keine Altersvorsorge ohne Aktien“

Dirk Müllers Cashkurs: "Keine Altersvorsorge ohne Aktien"

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfEndlich Zeit für wunderschöne Reisen, für ausgiebige Touren mit dem eigenen Segelboot oder für andere kostspielige Hobbys. Das erhoffen sich viele für ihren Ruhestand. Doch der Traum vom sorgenfreien Altenteil mit ein bisschen Luxus will finanziert werden. Die gesetzliche Altersvorsorge reicht schon nicht, um auch nur ansatzweise den Lebensstandard im Alter zu halten, für ein paar schöne Extras reicht sie erst recht nicht. Ohne private Altersvorsorge geht es nicht mehr. Sparpläne auf börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) sind eine sinnvolle Möglichkeit, Vermögen aufzubauen.

Davon ist auch Klaus Morgenstern vom Deutschen Institut für Altersvorsorge überzeugt. „Allerdings sollten bei Altersvorsorge mittels ETFs zwei Voraussetzungen gegeben sein: Der Sparer muss Lust und Mut haben, die Strategie für die finanzielle Absicherung im Alter in die eigenen Hände zu nehmen, und er muss mit den Schwankungen an den Kapitalmärkten leben können“, sagt der Experte. „Gerade für Jüngere eignen sich Vorsorgestrategien mit ETFs, junge Sparer haben viel Zeit, bis das Geld tatsächlich für den Lebensunterhalt zur Verfügung stehen muss, und können einen Kursrutsch an der Börse aussitzen.“

Vor einem Absturz der Kurse müssen Langfristsparer aber gar keine große Angst haben. Auch wenn Aktionäre, die seit Ende der 1990er-Jahre an der Börse aktiv sind, drei heftige Crashs erleben mussten, kann sich die Rendite durchaus sehen lassen. Der Dax steht heute deutlich höher als damals – allen Kursturbulenzen zum Trotz. Schaut man sich die Entwicklung des Dax von 1965 bis 2014 an, dann verschwindet das Risiko von Verlusten ab einem Anlagehorizont von 13 Jahren vollständig.

ETFs versus Investmentfonds

Rechtsform

ETF: Sondervermögen. Es ist das Kapital, welches der Anleger seiner Investmentgesellschaft gegen die Ausgabe von Anteilsscheinen überlässt. Dadurch ist dieses Geld klar von den anderen Vermögenswerten der Gesellschaft getrennt und selbst vor dem Zugriff der Gläubiger im Insolvenzfall geschützt.

Investmentfonds: ebenfalls Sondervermögen

Erwerb

ETF: ETFs werden an der Börse gehandelt. Sie müssen, anders als normale Investmentfonds, nicht bei einer Investmentgesellschaft erworben werden. Weil sie an der Börse gehandelt werden, wird der Nettoinventarwert des Sondervermögens fortlaufend veröffentlicht.

Investmentfonds: Ein normaler Investmentfonds muss bei der Kapitalanlagegesellschaft physisch erworben werden. Diese gibt den Anlegern im Gegenzug ein Zertifikat und verwaltet das Kapital im eigenen Namen auf gemeinschaftliche Rechnung der Anleger.

Liquidität

ETF: ETFs sind deshalb beliebt, weil sie eine hohe Liquidität aufweisen und problemlos ganztägig an der Börse gehandelt werden können.

Investmentfonds: Anders als ETFs ist es nicht so leicht, einen normalen Investmentfonds zu verkaufen. Die Liquidität ist niedrig, verkauft wird einmal täglich zum Nettoinventarwert.

Transparenz

ETF: Das ETF-Sondervermögen muss täglich veröffentlicht werden.

Investmentfonds: Im Unterschied dazu ist die Transparenz der meisten Investmentfonds gering, veröffentlicht wird nur im Jahres- beziehungsweise Halbjahresbericht.

Gesamtkosten

ETF: ETFs werden passiv verwaltet, die Kosten sind niedrig.

Investmentfonds: Bei Investmentfonds dagegen verwaltet ein Manager das Fondsvermögen und verfolgt eigene Strategien. Das kostet die Anleger unter Umständen mehr Gebühren.

Ausgabeaufschlag

ETF: Der Ausgabeaufschlag ist ein Aufgeld, das auf den Nennwert eines Wertpapieres erhoben wird. Bei ETFs entfällt er.

Investmentfonds: Bei Investmentfonds kann der Aufschlag dagegen bis zu fünf Prozent des Net Asset Value, des Anteilswertes, betragen.

Verwaltungsgebühr

ETF: Die ETF-Verwaltungsgebühr ist niedrig und beträgt zwischen 0,05 und 0,75 Prozent pro Jahr.

Investmentfonds: Für Investmentfonds müssen Anleger dagegen hohe Gebühren zahlen, bis zu zwei Prozent pro Jahr plus weitere Fondsgebühren.

Wertpapierprovision

ETF: Wertpapierprovision wird bei ETFs für deren Kauf und Verkauf erhoben.

Investmentfonds: Beim Investmentfonds entfällt sie

Unter allen 41 möglichen Zehn-Jahres-Zeiträumen seit 1965 waren überhaupt nur zwei Perioden mit einem Verlust in einer breit gestreuten Aktienanlage - nämlich Ende 1998 bis Ende 2008 sowie Ende 1999 bis Ende 2009. Die Durchschnittrendite aller Zehn-Jahres-Zeiträume lag dagegen bei jährlich 8,1 Prozent. Anleger konnten also innerhalb von nur zehn Jahren ihr Vermögen mehr als verdoppeln. Langfristig auf Aktien zu setzen lohnt sich daher.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Heiner Ettwein

18.05.2015, 09:19 Uhr

Altersvorsorge wäre sehr sinnvoll . Der Staat ( ROT_GRÜN) zerstörte jedoch die
Grundlage durch ca.17,5 % Kranken- Pflegebeitrag bei Auszahlung !
Rückwirkend wurde ja dieses Gesetz geschaffen - ohne Vertrauensschutz wie bei
Abgeltungssteuergesetz ! Es gibt nur noch die Hoffnung ,das sich die ca. 7,5 Millionen geschädigte durch die vertretung GMG ihr Recht erkämpfen !!!!

Herr Thomas Kuhn

18.05.2015, 10:07 Uhr

Der iShares S&P 500 hat leider keine Gesamtkostenquote von 0,04% wie im Artikel angegeben sondern 0,4%.
Aus diesem Grund habe ich mir den Vanguard S&P 500 mit 0,05% zugelegt.
Der ist leider jedoch in D nicht handelbar und ist auch nur in USD erhältlich.

Der Artikel ist jedoch hervorragend, denn er beschreibt ganz schön worauf man Wert legen soll:
Geringe Kosten, lange Laufzeit und trotzdem die Möglichkeit schnell wieder raus zu kommen, wenn der Gesetzgeber sich wieder einen Schmuh ausdenkt.

Herr Heinz Rüdiger

18.05.2015, 10:10 Uhr

Unverschämt ! Nachdem jede halbwegs berechenbare und zuverlässige Altersvorsorge spätestens durch massives Euro-Drucken zerstört wurde bleibt nur der Gang in's Spielcasino = Börse. Soviel zu Thema wie der 'Staat' für zuverlässige Rahmenbedingungen sorgt ...

z.B. Wohnimmobilien in München: aktueller Suchtreffer: 8.500 €/m2

Aber sich dann wundern dass keine Familien mehr gegründet werden, dann von Fachkräftemangel fasseln und den Arbeitsmarkt mit Billigarbeitern fluten ... DANKE !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×