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21.04.2016

12:22 Uhr

Altersvorsorge zu klein

Jugend ist „objektiv von Altersarmut“ bedroht

VonFrank Matthias Drost, Stefani Hergert

Die meisten der heute 17- bis 27-Jährigen sparen regelmäßig – aber nicht fürs Alter. Sie zweifeln am Erfolg der privaten Rente, sagt eine Studie. Gegen ein wenig mehr Zwang zum Sparen hätten sie aber nichts einzuwenden.

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BerlinSeit rund zwei Wochen debattiert Deutschland wieder intensiv über die Rente – und die Gefahr, dass künftig viele Menschen im Alter arm sein könnten. Diese Diskussion wird durch eine Studie befeuert. Danach ist für zwei Drittel der jungen Menschen zwischen 17 und 27 Jahren die Altersvorsorge kein Thema. „Die junge Generation wird immer mehr zur prekären Generation der Rentenpolitik“, urteilt Heribert Karch, Geschäftsführer des Versorgungswerks Metallrente, das die Studie bei TNS Infratest Sozialforschung in Auftrag gegeben hat.

Dabei wird Sparen fürs Alter immer wichtiger. Mit der demographisch bedingten Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus steigt die Notwendigkeit, privat vorzusorgen, um auch im Alter den Lebensstandard wahren zu können. Der Staat fördert das etwa mit der Riester-Rente, doch die Erwartungen an das Modell haben sich nicht erfüllt. Mit dieser Studie dürfte der Druck auf die Politik zunehmen, die Vorsorge attraktiver zu gestalten.

Denn: „Auch 15 Jahre nach der Rentenreform hat sich noch keine Kultur zusätzlicher Vorsorge in Deutschland entwickelt“, konstatiert Christian Traxler, Ökonom und Mitherausgeber der Studie, für die 2.500 junge Menschen befragt wurden. Die Tendenz gehe sogar eher in die entgegengesetzte Richtung. Das liege aber nicht am mangelnden Realitätssinn der jungen Generation, urteilt sein Kollege und Mitherausgeber, der Jugendforscher Klaus Hurrelmann. Den jungen Leuten sei klar, dass die Vorsorge-Angebote „und die jetzigen Rahmenbedingungen kein angemessenes Leben im Alter sichern“.

Dass sie dennoch kaum fürs Alter sparen, könnte auch daran liegen, dass Deutschland wirtschaftlich gerade gut dasteht, die Jugendlichen ihre Zukunft optimistisch sehen und weniger Angst haben, arbeitslos zu werden. Fast drei Viertel gehen von einer guten persönlichen Entwicklung aus. Die Entwicklung  Deutschlands schätzen heute 48 Prozent als „gut“ ein, vor sechs Jahren lag diese Quote noch bei 37 Prozent.

Es ist nicht so, als würden die Jungen gar nichts zurücklegen, 54 Prozent sparen regelmäßig, 30 Prozent ab und zu. Sie sparen nur für andere Dinge, etwa für Urlaubreisen (64 Prozent, 2010: 56 Prozent) oder für Ausbildung und Studium (42 Prozent, 2010: 39 Prozent). Nur noch 35 Prozent legen regelmäßig für die Altersvorsorge Geld beiseite, zuletzt waren es noch 38 Prozent.

Kommentare (30)

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Herr Privatier atHome

21.04.2016, 13:39 Uhr

Alles Augenwischerei!
Wer einen Niedriglohn hat, wird immer in Altersarmut landen, selbst wenn er bis 75 arbeitet!
Für private Vorsorge bleibt ihm eh nichts übrig.

Herr J.-Fr. Pella

21.04.2016, 13:56 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Privatier atHome

21.04.2016, 14:11 Uhr

Wer Altersarmut komplett verhindern will, muss das Rentensystem umstellen.
Und zwar in der Form, dass es eine beitragsfinanzierte staatliche Rentenversicherung gibt, in die Alle, einen festen, relativ niedrigen, Prozentsatz auf alle Einkunftsarten und ohne Beitragsbemessungsgrenze einzahlen.
Dies ergibt dann eine staatliche Grundrente, deutlich über Sozialhilfeniveau.
Ausgenommen werden nur die, die nie eingezahlt haben. Die bleiben auch im Alter auf Sozialhilfeniveau.
Ist natürlich Umverteilung. Aber anders kann es nicht funktionieren.

Wer mehr will und kann, macht dies privat, betrieblich etc.

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