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17.02.2015

15:42 Uhr

Autofinanzierung

Platzt in den USA die nächste Kreditblase?

Der Automarkt in den USA brummt – dank niedriger Zinsen und billigem Sprit steigen seit Jahren die Verkaufszahlen. Doch das hat seinen Preis: Amerikaner machen für den Autokauf so viele Schulden wie nie zuvor.

16,5 Millionen neue Autos wurden in den USA im vergangenen Jahr verkauft. dpa

US-Autohändler

16,5 Millionen neue Autos wurden in den USA im vergangenen Jahr verkauft.

New YorkSeit der letzten großen Krise lässt der Begriff „Subprime“ die Alarmglocken an den Finanzmärkten klingeln. Die exzessive Vergabe von Krediten an Verbraucher mit schwacher Bonität kann leicht im Desaster enden - das hat der Kollaps des US-Häusermarkts gezeigt. Einen ähnlich leichtfertigen Geldverleih wie damals sehen einige Analysten inzwischen bei der Autofinanzierung. Wie hoch ist die Crash-Gefahr diesmal?

16,5 Millionen neue Autos wurden in den USA im vergangenen Jahr verkauft - sechs Prozent mehr als im Vorjahr - so viele, wie seit 2006 nicht mehr. Billiges Geld spielt beim Absatzboom nach Einschätzung von Experten eine wichtige Rolle. Die US-Notenbank Fed hält den Leitzins seit Ende 2008 auf einem Rekordtief nahe null Prozent. Während Banken sich nach den schlechten Erfahrungen mit Hypothekendarlehen zurückhalten, sitzt das Geld bei der Fahrzeugfinanzierung locker.

So legen deutsche Haushalte an

Bargeld und Einlagen

Den größten Anteil am Vermögen der deutschen Privathaushalte haben traditionell Bargeld und Einlagen. Das Banksparen – also beispielsweise Girokonten oder Tagesgeld – hat sogar an Beliebtheit zugelegt. 2014 machte der Posten einen Anteil von 39,2 Prozent am Gesamtvermögen aus. 2001 lag dieser Anteil noch bei 34,9 Prozent.

Quelle: Deutsche Bundesbank

Versicherungen

Versicherungen machen den zweitgrößten Posten in der Vermögensstruktur der deutschen Haushalte aus. Zu diesem Posten zählen auch die Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen. 2014 lag der Anteil der Versicherungen am Haushaltsvermögen bei 38,2 Prozent, er ist damit im Vergleich zu Aktien und Fonds gestiegen. 2001 lag der Anteil noch bei 30,8 Prozent.

Andere Fonds

Fonds die nicht ausschließlich in Aktien investieren, sind bei den deutschen Anlegern eher gefragt. 5,8 Prozent machte ihr Anteil 2014 aus. Trotzdem ist der Wert seit 2001 zurückgegangenen, damals lag er noch bei 8,4 Prozent.

Sonstige Anteilsrechte

Der Anteil sonstiger Anteilsrechte am Vermögen ist ebenfalls zurückgegangen. Zu diesem Posten zählen auch Aktien, die nicht an einer Börse notiert sind. 2001 machten sonstige Anteilsrechte noch 9,4 Prozent am Gesamtvermögen aus. 2014 lag der Anteil bei lediglich 5,4 Prozent.

Aktien

Das in Aktien investierte Vermögen der deutschen Haushalte ist über die Jahre zurückgegangen. 2014 legten die deutschen Haushalte 4,5 Prozent ihres Vermögens in Aktien an. 2001 lag der Anteil noch bei 5,8 Prozent.

Anleihen

Die Renditen für Anleihen sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld unattraktiv. Die Haushalte reagieren darauf und investieren deutlich weniger in die Wertpapiere. 2001 lag der Anteil der Anleihen am Haushaltsvermögen noch bei 6,3 Prozent. Im vergangenen Jahr ging die Quote auf 3,4 Prozent zurück.

Aktienfonds

Auch die indirekte Anlage in Aktien durch Aktienfonds hat an Beliebtheit verloren. Nur 2,8 Prozent des Gesamtvermögens investierten die Haushalte in Aktienfonds. 2001 lag der Wert noch bei 2,9 Prozent.

„Autokredite bewegen sich auf einem Allzeithoch von mehr als 975 Milliarden Dollar“, sagt Dennis Carlson, Volkswirt des Analysehauses Equifax. Im Dezember habe der Anstieg zum entsprechenden Vorjahreszeitraum 9,3 Prozent betragen, also merklich über dem Wachstum des Automarkts gelegen. Mehr als ein Viertel der gesamten Summe und fast ein Drittel aller neu vergebenen Autokredite entfallen auf das berüchtigte „Subprime“-Segment.

Angesichts steigender Ausfallraten nehmen die Warnungen vor einer neuen Subprime-Krise zu. Auch innerhalb der Branche sieht man die Entwicklung offenbar zunehmend kritisch: „Ich bin mir nicht sicher, ab wann ein Boom sich in eine Blase verwandelt“, sagte Mark Vitner, Ökonom vom US-Kreditriesen Wells Fargo, dem Magazin „Fortune“. „Viele Leute kaufen Autos, die sie sich sonst wohl nicht leisten könnten.“

Berichte über über dubiose Methoden bei der Kreditvergabe an Geringverdiener wecken Erinnerungen an die Krise am Immobilienmarkt. Damals war Verbrauchern mit schwacher Bonität das Geld zum Hauskauf regelrecht aufgeschwatzt worden, weil sie bereit waren, hohe Zinsen zu zahlen. Die Kredite wurden gebündelt und als Wertpapiere an den Finanzmärkten platziert. Als die Blase am Häusermarkt platzte, büßten sie massiv an Wert ein und zogen eine Pleitewelle nach sich.

Kommentare (1)

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Herr peterchen Mondfahrt

17.02.2015, 18:12 Uhr

Ach ja, die US Jungs hauen mal wieder einen raus. Bin mal gespannt, wie sie uns diesmal dafür zur Kasse bitten werden. Durch die Hauskredite wissen sie ja wie's geht. Und Bundeskanzlerin Murksel wird den Banken, die auf den faulen Krediten sitzen, schon mit unserem Steuergeld zu helfen wissen.

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