Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2016

15:30 Uhr

Bankgeschäfte

Deutsche wollen Fintechs lieben

VonLaura de la Motte

Von wegen konservativ – eine neue Studie zeigt, dass die Deutschen ihre Finanzangelegenheiten bald mehr neuen Firmen anvertrauen werden. Besonders interessiert sind sie an Angeboten rund ums Girokonto.

Fintechs machen Banken auch schon im Kontogeschäft Konkurrenz. obs

Kontoverwaltung aus dem Wohnzimmer

Fintechs machen Banken auch schon im Kontogeschäft Konkurrenz.

FrankfurtSchlechte Nachrichten für traditionelle Banken: Ein nicht unerheblicher Teil der Deutschen ist künftig bereit, für viele Finanzangelegenheiten Fintechs zu nutzen. Das zeigt eine Studie des Marktforschungsinstituts Yougov und des Auslandsüberweisungsdienstes Transferwise. Dafür wurden 7000 Menschen in verschiedenen Ländern befragt, darunter 2000 in Deutschland.

Die repräsentative Umfrage widerlegt hierzulande ein gängiges Vorurteil: Galten die Deutschen bisher eher als konservativ und rückständig was neue Trends im Finanzsektor angeht, zeigen sie nun eine neue Offenheit zu alternativen Anbietern. 72 Prozent der Befragten gaben an, sie würden in Betracht ziehen, Fintechs zukünftig für Geschäfte zu nutzen, die sie aktuell bei ihrer Bank in Anspruch nehmen.

Bis 2020 kann sich ein Drittel der deutschen Befragten vorstellen, bei gut der Hälfte ihrer Finanzangelegenheiten auf Fintechs anstelle von Banken zu setzen. In den nächsten zehn Jahren rechnet jeder fünfte damit, sämtliche Finanzangelegenheiten darüber abzuwickeln.

Dossier zum Download: Wie Fintechs die Bankbranche auf den Kopf stellen

Dossier zum Download

Wie Fintechs die Bankbranche auf den Kopf stellen

Start-ups greifen Banken bei Krediten, im Zahlungsverkehr und in der Vermögensverwaltung an. Ein Dossier.

„Die Finanzwelt steht kurz vor einem fundamentalen Wechsel”, sagt Taavet Hinrikus, CEO und Mitgründer von Transferwise. In fünf Jahren werde die Finanzbranche bereits deutlich anders aussehen als heute, mit neuen Anbietern und innovativen neuartigen Serviceangeboten. In zehn Jahren werde sie sich grundlegend verändert haben. „Die wohl größte Veränderung wird sich in den Erwartungen und im Verhalten der Kunden zeigen“, glaubt

Hinrikus. „Wir rechnen damit, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre einige Teile der Finanzindustrie vollständig von Nicht-Banken betrieben und dominiert sein werden, in anderen Teilen hingegen wird es einen Mix geben.“

Besonders alarmierend für die Banken dabei ist, dass sich die Befragten neben neuen Bezahlmöglichkeiten beim Einkaufen (20 Prozent) vor allem für Alternativen um das private Konto (27 Prozent) interessieren. Schließlich ist das Girokonto der wichtigste Zugang der Institute zu ihren Kunden. Fintechs wie Numbr26, die ein Girokonto anbieten, sind bereits heute am Markt.

Weil die EU künftig Dritten erlaubt, Kontoinformationen abzurufen und die Daten aufzubereiten, könnten demnächst in diesem Bereich bald noch viele weitere Fintechs entstehen. Auch die Banken wissen das, einige Institute basteln bereits an eigenen Aggregationsdiensten.

Ganz überflüssig dürften Banken dann aber doch nicht werden. Bei großen finanziellen Investitionen wie Immobilienkrediten sind die Deutschen gegenüber Fintechs noch deutlich vorsichtiger.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×