Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.12.2014

16:20 Uhr

Banksparpläne im Vergleich

Wie Putin deutsche Sparer lockt

VonJens Hagen

Sparer zittern: Die Europäische Zentralbank möchte die Geldschleusen noch weiter öffnen. Ein Vergleich zeigt, wo es jetzt noch auskömmliche Zinsen gibt. Unerschrockene Anleger klopfen bei einer russischen Bank an.

Unter der Haube: Ein russisches Institut bietet die höchsten Zinsen. Getty Images

Unter der Haube: Ein russisches Institut bietet die höchsten Zinsen.

Trotz aller guter Vorsätze – Sparern dürfte der Start ins neue Jahr nicht gerade leichtfallen. Gestern kündigte die Europäische Zentralbank an, Anfang des neuen Jahres ihre geldpolitischen Maßnahmen zu überprüfen. Bei Bedarf gelte es „Umfang und Tempo“ der Aktionen zu ändern, erklärte EZB-Chef Mario Draghi.

Angesichts der schlechten Wirtschaftsdaten dürfte dabei auch der Ankauf von Staatsanleihen auf der Agenda stehen. „Wir werden tun, was wir müssen, um die Inflation und die Inflationserwartungen so schnell wie möglich anzuheben,“ sagt Draghi.

Sicherheitsliebende Sparer graust es bei solchen Äußerungen. Mit der Deutschen Skatbank führte das erste Institut bei sehr hohen Einlagen bereits negative Zinsen ein. Eine Auswertung der FMH-Finanzberatung von 35 Instituten zeigt: Für Tagesgeld gibt es im Schnitt nur noch einen Zins von 0,55 Prozent. Bei einjährigem Festgeld ist der Satz sogar unter diese Marke von einem halben Prozent gefallen.

Die Commerzbank, Stadtsparkasse Düsseldorf, Sparkasse Leipzig und PSD Bank Kiel offerieren für ihr Tagesgeldkonto nur noch 0,05 Prozent, was exakt dem EZB-Leitzins entspricht. Sparer stellen sich die Frage: Wie sollen solche Sätze bei weiteren Maßnahmen der Zentralbank noch angepasst werden?

„Es ist trotz des historischem Zinstiefs aktuell keine schlechte Zeit, einen Banksparplan abzuschließen“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung nach einem Vergleich von Banksparplänen von 29 Banken. Nach seiner Einschätzung dürften viele Banken ihre Sätze in den nächsten Monaten noch einmal nach unten anpassen. „Wer auf steigende Zinsen setzt, braucht einen langen Atem“, sagt Herbst.

Gerade vor Weihnachten sind Banksparpläne als Geschenk für Kinder oder Enkel beliebt. In regelmäßigen Raten sparen Kunden über Monate und Jahre eine größere Summe an. Es gibt Varianten mit garantierten Festzinsen während der gesamten Laufzeit oder flexiblen Zinsen und Bonuszahlungen.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Annette Bollmohr

05.12.2014, 17:07 Uhr

Es stimmt leider: Man kann die Leute ja so verar……
Statt sich mal die Zeit zu nehmen sich etwas umfassender zu informieren und dann ihre eigenen Schlüsse aus den gewonnenen Erkenntnissen zu ziehen (schließlich wird das Internet hier im Gegensatz zu anderen Ländern (bspw. RUS, CH) frönen die „sicherheitsliebenden Sparer“ einfach ihrem Herdentrieb. Bloß nicht darüber nachdenken, ob das Geld nicht anderswo wesentlich sinnvoller, sondern auch gewinnbringender angelegt wäre. Das Risiko hielte sich dann allein aufgrund der vorherigen(!) Überlegungen nicht nur in Grenzen, sondern wäre auch von einem selbst beherrschbar.
Zur aktuellen „Geldschwemme“ der Notenbanken folgende Überlegung:
Das ganze von den Notenbanken – aus formalen Gründen bekanntlich über den Umweg Steuerzahler/Staatsverschuldung – letztlich für Bankenrettungsaktionen „gedruckte“ Geld wäre sicher weit besser in eine unmittelbare(!!) Bezahlung der Lieferanten und Anbieter von zahllosen dringend benötigten Gütern investiert (zu deren Finanzierung diverse UN-Organisationen bzw. die allgemein als seriös anerkannten Hilfsorganisationen regelmäßig dringende Hilfsappelle und Spendenaufrufe an die Öffentlichkeit richten (die meist weitgehend ungehört verhallen).

Das Geld dafür könnte man beispielsweise mittels durch Zentralbankbürgschaften gedeckter Kredite auftreiben – überhaupt, man ist doch sonst auch immer sehr erfinderisch beim Entwickeln neuer Finanzierungsmodelle…?

Das würde ja auch die Wirtschaft ankurbeln, oder?!!
WÄRE IRGENDJEMAND JETZT MAL SO NETT, MIR HIER STICHHALTIGE ARGUMENTE ZU NENNEN, DIE GEGEN DIESE UNORTHODOXE VORGEHENSWEISE SPRECHEN WÜRDEN? DABEI WÜRDE DOCH EBENFALLS QUASI GELD AUS DEM NICHTS GESCHAFFEN UND IN DIE WIRTSCHAFT GEPUMPT, BLOß DIESMAL ZUR ABWECHSLUNG MAL GEZIELT AN DIE RICHTIGEN STELLEN?

Frau Annette Bollmohr

05.12.2014, 17:07 Uhr

(Fortsetzung obigen Kommentars):
Diesen Planeten vor den – übrigens höchst kostenträchtigen - Folgen zu retten, die es zwangsläufig haben wird (und ganz offensichtlich mit stetig zunehmender Tendenz schon heute hat), wenn wir uns nicht bald mal auf eine an die heutige Realität angepasste Neu-Definition von „Wachstum“ einigen, ist aber angeblich zu teuer. Von den immensen, nicht nur finanziellen Kosten, die eine Entladung des – oft absolut nachvollziehbaren - Zorns (Aufstände, Gewalt, Kriminalität) der von diesem Finanzsystem Benachteiligten mal ganz zu schweigen.

Herr Peter Spiegel

05.12.2014, 17:30 Uhr

Frau Annette Bollmohr@
Ihre Meinung ist richtig aber es gibt Leute, die sind
Eigentümer vom Banken und diese Leute werden alles tun damit
es nie soweit kommt, wie Sie schreiben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×