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30.06.2017

14:56 Uhr

BayernLB

Gewitterwolken an den Märkten

VonChristian Schnell

Der Chefvolkswirt der BayernLB sieht die Lage an den Märkten weit weniger euphorisch als es viele positive Frühindikatoren ausdrücken. Entscheidende Bedeutung kommt weiter den Zentralbanken in den USA und Europa zu.

Für Jürgen Michels, den Chefvolkswirt der BayernLB, sind der Ifo-Index und etliche weitere Frühindikatoren viel zu rosig. dpa

BayernLB

Für Jürgen Michels, den Chefvolkswirt der BayernLB, sind der Ifo-Index und etliche weitere Frühindikatoren viel zu rosig.

FrankfurtDen Kurseinbruch von einst haben viele Anleger noch im Kopf. Als am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in die New Yorker Zwillingstürme krachten, waren die Börsen weltweit anschließend über Tage hinweg geschlossen. Trotzdem ließ sich auch danach der rapide Kurssturz nicht verhindern. Die Anschläge der vergangenen Monate, ob in Berlin, London, Cannes oder Paris, haben hingegen an den Börsen zu kaum einer Bewegung geführt.

Auf die Frage, warum politische Unsicherheiten angesichts der unsicheren Gemengelage rund um die Präsidenten Trump, Putin, Erdogan und Kim Jong-un kaum mehr Wirkung zeigen, hat Jürgen Michels eine einfache wie einleuchtende Erklärung. „Das mittelfristige Bild für die Unternehmen hat sich nicht verändert“, so der Chefvolkswirt der BayernLB. Es sei viel passiert, jedoch habe sich wenig materialisiert.

Grund dafür sind seiner Ansicht nach die Zentralbanken in den USA und Europa, die signalisiert haben: „Ich halte die Hand über Dich“, so Michels. Fraglich ist seiner Ansicht, ob das so weitergehen wird. Die Sommerzeit sei schließlich auch Gewitterzeit. Eine Zäsur, die viele am Markt noch gar nicht eingepreist haben, sieht er mit weiteren Zinserhöhungen in den USA und allmählich beginnenden Bilanzabschmelzung der US-Notenbank Fed. Bis Ende 2021 soll die wieder auf Normal-Niveau auf dann etwa 2,5 Billionen Dollar sinken. Aktuell sind es noch gut 4,5 Billionen Dollar. Spätestens im Dezember werde hier eine neue Episode eröffnet, in der dem Markt jeden Monat Liquidität entzogen wird.

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