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09.04.2013

09:41 Uhr

Bei Steuerflucht

Julius Bär und Credit Suisse planen Kontenschließung

Wenn deutsche Kunden nicht nachweisen können, dass sie ihre Steuern gezahlt haben, könnten ihr Konten geschlossen werden. Das kündigten die Banken Credit Suisse und Julius Bär an. Die Schweiz feilt an ihrem Image.

Zentrale der schweizer Bank Julius Bär. Die Bank erwägt Kontenschließungen bei Steuerflüchtlingen. Reuters

Zentrale der schweizer Bank Julius Bär. Die Bank erwägt Kontenschließungen bei Steuerflüchtlingen.

New YorkDie beiden Schweizer Banken Credit Suisse und Julius Bär erwägen die Schließung von Konten deutscher Kunden, falls diese nicht nachweisen können, dass alle Versteuerungsanforderungen erfüllt wurden. Das haben Vertreter beider Banken gegenüber Bloomberg News erklärt.

„Wir raten deutschen Kunden, ihre persönliche Situation zu überprüfen und diese bei Bedarf zu bereinigen“, sagte ein Sprecher der Credit Suisse. „Falls das nicht passiert, werden wir die Kundenbeziehung an einem Punkt beenden müssen.“

Ähnliche Äußerungen kamen von einem Sprecher von Julius Bär. Bisher seien aber noch keine Konten geschlossen worden, erklärte er weiter.

Wie Steuersünder ihr Geld in Steueroasen verstecken

Was ist eine Steueroase?

Als Steueroasen werden Länder bezeichnet, die keine oder nur sehr niedrige Steuern auf Einkommen oder Vermögen erheben - und Anlegern Anonymität und Diskretion versprechen. Besonders für Anleger, die in ihrem Heimatland höhere Steuersätze zahlen müssten, sind Steueroasen attraktiv. Die Staaten sind oft klein und wohlhabend, werden meist von stabilen Regierungen geführt und bemühen sich häufig um Investitionen aus dem Ausland. Außerdem garantieren sie Rechtssicherheit und wahren das Bankengeheimnis.

Um welche Länder geht es konkret?

Vielfach geht es um autonome Inselstaaten, weshalb häufig von „Offshore-Leaks“ die Rede ist. In Berichten werden etwa die Britischen Jungferninseln und Kaimaninseln in der Karibik, im Südpazifik die Cookinseln und Samoa, die im Indischen Ozean gelegenen Seychellen und das zu Malaysia gehörende Eiland Labuan sowie Hongkong, Singapur und Panama genannt. Aber auch auf dem Festland, etwa in Luxemburg, soll schon Geld versteckt worden sein.

Wie funktionieren die Steuersparmodelle?

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für diese Geschäfte ist Verschwiegenheit. Viele Steueroasen werben im Internet mit dieser Diskretion und locken so Anleger an, die ihr Kapital vor dem heimischen Fiskus verstecken wollen. Sie gründen oder kaufen für ihre Auslandsgeschäfte beispielsweise Tochterunternehmen, deren Gewinne im Niedrigsteuerland gehalten und wieder investiert werden. Oft erschweren komplexe Unternehmensgliederungen den Behörden die Ermittlungen.

Wie groß ist der Schaden?

Nach Schätzungen der Deutschen Steuergewerkschaft (DStG) umfasst das weltweite Hinterziehungsvolumen allein für deutsche Steuerhinterzieher mehrere hundert Milliarden Euro. Hiervon dürfte laut DStG ein nicht beträchtlicher Teil auf die Schweiz entfallen. Nach einer im Jahr 2012 veröffentlichten Studie verstecken Superreiche weltweit mindestens 21 Billionen US-Dollar (17 Billionen Euro) in Steueroasen, um dem Fiskus zu entgehen.

Sind die Aktionen legal oder illegal?

Nicht alle Methoden, die deutschen Steuerbehörden zu umgehen, sind illegal. Wer etwa seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt, kann privates Einkommen in ein ausländisches Niedrigsteuerland verlagern, ohne sich strafbar zu machen. Strafbar macht sich aber, wer dem Finanzamt seine Geldanlagen in Überseegebieten verschweigt, seinen Wohnsitz aber in Deutschland hat und dort auch sein Einkommen versteuern müsste. International tätige Konzerne können ihre Gewinne durchaus legal auf die Tochterunternehmen verteilen, so dass ein möglichst geringes Steueraufkommen anfällt.

Die Schweizer Zeitung Tages-Anzeiger hatte am Wochenende berichtet, dass Credit Suisse, Julius Bär und UBS AG - die größten Vermögensverwalter des Landes - die Konten deutscher Kunden schließen könnten - und zwar für die Fall, dass diese keine Dokumente vorlegen, die belegen, dass sie ihre Steuern ordnungsgemäß bezahlt haben.

Die Schweiz versucht gerade ihr Image als sicherer Hafen für geheime Gelder loszuwerden. Grund hierfür sind strengere Überprüfungen seitens der USA und europäischer Regierungen.

Kommentare (1)

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MisterX

09.04.2013, 18:20 Uhr

Nichtgezahlte Steuern sind kein Schaden. Im Gegenteil wird dadurch verhindert, daß Regierungen noch mehr Schaden anrichten.

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