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25.05.2013

16:56 Uhr

Berechnungen von Dekabank und IW

Sparer verlieren jährlich Milliarden von Euro

Die niedrigen Zinsen fressen die Sparvermögen in vielen Ländern auf – weil diese unter der Inflationsrate liegen. Allein in Deutschland sind es nach neuesten Berechnungen mehr als zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Für Deutschland veranschlagt die Dekabank laut "FAS" die Einbußen der Sparer durch negative Realzinsen allein bei Tagesgeld, Girokonten und Ersparnissen, die in bar gehalten werden, auf rund 14,3 Milliarden Euro im Jahr. dpa

Für Deutschland veranschlagt die Dekabank laut "FAS" die Einbußen der Sparer durch negative Realzinsen allein bei Tagesgeld, Girokonten und Ersparnissen, die in bar gehalten werden, auf rund 14,3 Milliarden Euro im Jahr.

FrankfurtSparer und Inhaber von Geldvermögen verlieren derzeit weltweit pro Jahr mehr als hundert Milliarden Euro, weil die Zinsen in vielen Ländern unter der Inflationsrate liegen. Das geht nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ aus Berechnungen der Frankfurter Dekabank und des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor.

Die sogenannten negativen Realzinsen haben demnach ihre Ursache unter anderem in der Niedrigzinspolitik der Notenbanken seit der Finanzkrise und im Zuge der Euro-Rettung. Zugleich ströme viel Anlegergeld in diejenigen Staaten der Welt, die als sicher gelten. Das lasse die Zinsen für Geldanlagen dort zusätzlich sinken. 23 Länder seien derzeit von negativen Realzinsen betroffen, berichtet das IW unter Berufung auf die Statistik der Weltbank.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Für Deutschland veranschlagt die Dekabank laut „FAS“ die Einbußen der Sparer durch negative Realzinsen allein bei Tagesgeld, Girokonten und Ersparnissen, die in bar gehalten werden, auf rund 14,3 Milliarden Euro im Jahr. Das entspreche 0,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts, sagte Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater dem Blatt zufolge.

Von

afp

Kommentare (80)

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Account gelöscht!

25.05.2013, 17:28 Uhr

Klar die Dekabank will, dass die Sparer ihre Konten auflösen und bei Ihnen anlegen.Dabei ist die Hälfte ihrer Fonds im Minus,siehe Deka-Technologie,Deka-Telemedien,Deka-LUX -USA etc.
Jeder kann googeln,momentan gibt´s für das Bausparen im Schnitt fast 5% incl. Zulagen.So schlecht ist das nicht.Und sicher.

Account gelöscht!

25.05.2013, 17:49 Uhr

So so wir profitiern vom Euro ^^

RDA

25.05.2013, 17:57 Uhr

Die niedrigen Leitzinsen für niedrige Langfristzinsen verantwortlich zu machen, ist eine sehr gewagte These. Wenn dem so wäre, hätte es Anfang der 90er-Jahre wohl keine inverse Zinsstrukturkurve gegeben. Könnte es nicht eher sein, dass wir - auch dank der angeblich alternativlosen kapitalgedeckten Altersvorsorge - einen Überschuss an Ersparnissen haben, die leider nicht in entsprechende Kredite der gewerblichen Wirtschaft wandern - sind da nicht ein paar Länder in der EU in tiefster Rezession? Und warum nimmt die gewerbliche Wirtschaft keine zusätzlichen Kredite auf - nicht zufällig, weil die Nachfrage auch in Deutschland dank Lohnzurückhaltung und Niedriglohnsektor seit Jahren stagniert? Deutschland spart so viel, dass es sogar Kapital exportiert. Das wird jedesmal als Exportüberschuss beklatscht. Dieses Land ist krank und der größte Fehler war es, die gesetzliche Rente immer stärker zu plündern. Die viele Steuermilliarden für Riester hätten besser als Investitionsgutscheine an die Bevölkerung vergeben werden können, um die Nachfrage anzukurbeln.

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