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01.12.2012

09:29 Uhr

Berufsunfähigkeit

Überschätzen Sie ihre Versicherung nicht!

VonAndreas Toller
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit ist nicht so unentbehrlich wie behauptet. In vielen Berufen ist das Risiko geringer als gedacht. Zudem ist die Police oft teuer. Wer sie braucht und wie man die richtige findet.

Eine Patientin, die erschöpft ist und nicht mehr arbeiten kann. Zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung? Wahrscheinlich nicht! dpa

Eine Patientin, die erschöpft ist und nicht mehr arbeiten kann. Zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung? Wahrscheinlich nicht!

DüsseldorfDerzeit trommeln die Versicherer wieder für ihren Schutz vor Berufsunfähigkeit – und zwar mit Blick auf die künftigen Unisex-Tarife. Die Umstellung auf die neuen Einheitstarife, die keinen Unterschied mehr zwischen den beiden Geschlechtern machen dürfen, erfolgt kurz vor Weihnachten aufgrund von Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs.

Der hatte unterschiedliche Versicherungsbeiträge für Männer und Frauen 2011 für unzulässig erklärt.

Und mit den Unisex-Tarifen wird es für Männer aller Voraussicht nach teurer. Das nutzen Versicherungen und ihre Vermittler werbewirksam für eine Art Schlussverkauf beim Schutz vor Berufsunfähigkeit (BU). Berufsunfähigkeitsversicherungen versprechen dem Beitragszahler eine monatliche Rente, wenn er seinen Beruf für einen längeren Zeitraum oder dauerhaft nicht mehr ausüben kann.

Beim Finanz- und Vermögensberater MLP hat man in der Konzernzentrale Hochrechnungen zu den kommenden Beitragserhöhungen von rund 30 Versicherern anlässlich der neuen Unisex-Tarife angestellt. Laut Miriam Michelsen, Leiterin Vorsorge bei MLP, werden auf männliche Versicherungskunden, die nach dem 21. Dezember 2012 eine BU-Police abschließen wollen, Beitragserhöhungen zukommen.

„Bei den einzelnen Versicherern wird es weiterhin Unterschiede bei den Versicherungsprämien geben. Aber im Mittel müssen Männer im Alter von 30 bis 45 Jahren bei einem Abschluss nach dem 21. Dezember mit einem Aufschlag von acht bis zehn Prozent rechnen.“ Für Frauen wird es den MLP-Zahlen zufolge wohl im Gegenzug zu Preisnachlässen um die zwei Prozent kommen.

Für viele Arbeitnehmer stellt sich also erneut die Frage, ob nun der richtige Zeitpunkt zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gekommen ist. Denn die Fähigkeit zu verlieren, den eigenen Beruf weiter auszuüben, gilt als existenzielles Risiko.

Nachgerechnet: aus 17 mach fünf

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Schließlich ist mit Berufsunfähigkeit die Angst vor massiven Einkommensverlusten und Altersarmut verbunden. Nach einer Umfrage des F.A.Z.-Instituts fürchten 61 Prozent der Berufstätigen in diesem Zusammenhang um die Aufrechterhaltung ihres Lebensstandards.

Kommentare (8)

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Zehnfinger

01.12.2012, 11:14 Uhr

"Worauf Neukunden achten sollten."

Bei den Gesundheitsfragen sollte vom Neukunden darauf hingewiesen werden, dass alle Gesundheitsunterlagen mit Vertragsabschluss zu Kenntnisnahme bereitgehalten werden und deren Inhalt mit Vertragsabschluss als durch das Versicherungsunternehmen bekannt vorausgesetzt wird. Stichwort: "Gesundheitsfragen-Falle"

DeutscherMichel

01.12.2012, 13:21 Uhr

Ach verschont uns doch mit diesem Mist! Das Schneeball-System der Kapital-Lebensversicherungen ist tot. Sämtliche Sach- und Risikoversichrungen erhöhen daher die Beiträge, teilweise um 30 % !!.
Jetzt versucht man dem Bürger die BU-Versicherung schmackhaft zu machen. Die Beiträge sind extrem hoch - jeder eingewachsene Fussnagel wird mit einem 20 % igen Risikoaufschlag bedacht. Und selbstverständlich wird im Falle des Eintritts des versicherten Risikos gemauert und gelogen. Da in diesem Land eine solche Taktik der Versicherungswirtschaft nicht effektiv geahndet wird, kann sich jeder Bürger auf einen laangen Prozess einstellen, für den er dann auch schon mal mit einer Rechtsschtuz-Versicherung vorsorgen darf.
Wer glaubt er hält länger durch als die Versicherung der irrt. Die Versicherung hat die Beiträge von Beginn an in üppige Vorstandsgehälter und Maklerprovisionen angelegt; nicht zu vergessen die Nutten für die Mitarbeiter.
Denn wie sonst kann man allen Ernstes argumentieren, dass die geringen Zinsen von ca. 1 % nunmehr eine Beitragserhöhung von 20-30 % bei Sachversicherungen erforderlich machen.

Kritischer-Geist

01.12.2012, 14:08 Uhr

Aus fachlicher Sicht ist das der schlechteste Artikel, den ich jemals lesen durfte. Bekommt der Autor dafür tatsächlich Lohn und/oder ein Honorar?
Als Beispiel führe ich die Hauptaussage an: Das Risiko sei viel geringer als vielfach angenommen.
Wie bestimmt denn eine einzelne Person ihr persönliches Risiko? Die Ermittlung einer Wahrscheinlichkeit ist lediglich oberhalb einer bestimmten Mindestanzahl an Personen möglich. Das individuelle Risiko des Einzelnen ist stets 50%. Ich werde BU oder eben nicht. Sämtliche Einflussfaktoren sind lediglich mit unzureichender Genauigkeit zu bestimmbar und daher für den Einzelnen nicht berechenbar. Was hilft es einem Betroffenen, wenn die Wahrscheinlichkeit eigentlich nur 1% war? Ihn trifft es zu 100%.
Die Aussage, dass für den Beruf X die Wahrscheinlichkeit Y gilt, sagt NICHTS über das persönliche Risiko, schon überhaupt nicht über zukünftige, ggf noch entstehende Risiken einer jeden Person.
Die geringere Schadenwahrscheinlichkeit eines Apothekers gegenüber dem Dachdecker spiegelt sich in der Beitragshöhe wider.
Eine Frage an den Autor:
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gebäude Totalschaden erleidet? Wie hoch ist sie bei Krankheit, in der Haftpflicht, usw.? Raten sie in diesen Fällen auch von einer Absicherung ab?
Wie hoch liegt denn die rechnerische Wahrscheinlichkeit für einen Atomunfall? Und - wie sieht es in der Realität aus? Was bedeutet das für die unmittelbar Betroffenen? Na ja, ist nicht so schlimm, das betrifft sicherlich nur einen kleinen Teil der Weltbevölkerung ...
@ Autor: Wie bestimmen sie mit ihre eigene Wahrscheinlichkeit? Haben sie schon Argumente für den Fall der Fälle gesammelt, die sie dann ihrer Familie und/oder dem Steuer- und Abgabenzahler, welche für sie aufkommen müssen, präsentieren? Viel Glück!

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