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07.10.2013

06:30 Uhr

Berufsunfähigkeitsversicherung

Warum eine gute Idee nichts bringt

VonThomas Schmitt

ExklusivImmer mehr Deutsche können nicht mehr bis zur Rente arbeiten. Ihnen droht die Armutsfalle. Das will die Regierung ändern – durch besseren Schutz gegen Berufsunfähigkeit. Ein neues Gesetz geht jedoch am Bedarf vorbei.

Fensterputzer leben gefährlich: Wenn sie sich gegen Berufsunfähigkeit absichern wollen, zahlen sie vergleichsweise viel. ap

Fensterputzer leben gefährlich: Wenn sie sich gegen Berufsunfähigkeit absichern wollen, zahlen sie vergleichsweise viel.

DüsseldorfAb 2014 können die Versicherer eine neue Erwerbsminderungs- und Berufsunfähigkeitsrente anbieten. Das ist im neuen Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz vorgesehen. So will die Regierung Berufstätige besser schützen, und zwar bis an ihr Lebensende. Und damit das auch klappt, sollen die neuen Versicherungen großzügig gefördert werden.

Die Idee ist gut. Denn immer mehr Deutsche werden krank und können ihren Beruf nicht mehr ausüben. Das zeigen regelmäßig Statistiken in der Sozial- und Krankenversicherung. Viele Deutsche sind gegen das Risiko, nicht mehr arbeiten zu können, allerdings sehr schlecht abgesichert. Sie könnten in die Armutsfalle geraten. Das gilt insbesondere für Menschen, die jünger als 50 Jahre sind.

Kommentare (29)

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Benutzer

07.10.2013, 07:06 Uhr

Deutschland hat die schlechtesten Arbeits- und Sozialgesetze Europas - wenn man einmal vom Balkan absieht.

Armutsfalle

07.10.2013, 07:40 Uhr

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung versichert ausschließlich gegen den Fall, daß man seinen in guten Zeiten mit gutem Geld versicherten Beruf nicht mehr ausüben kann. Sie versichert ausdrücklich NICHT dagegen, im Anschluß an eine Alibi-Umschulung z.B. als frischgebackener Berufsanfänger im Objektschutz als zu lebenslänglich verurteilter Aufstocker zu enden.

Armutsfalle in Eigenfinanzierung.

kfvk

07.10.2013, 07:54 Uhr

Das Dumme an den Gesetzen zur privaten Altersvorsorge oder auch zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist, dass Menschen mit niedrigem Einkommen sich diese Dinge nicht leisten können. Auch der Hinweis auf Firmenrenten ist nicht wirklich hilfreich, denn die werden zunehmend seltener angeboten und wenn dann mit immer schlechteren Konditionen. Und der im Artikel erwähnte Dachdecker wird auch kaum bei einer Firma arbeiten, die eine Firmenrente für ihre Mitarbeiter anbietet.
Der Mittelstand kann sich aber freuen. Wenigstens einmal ist die Steuerprogression auf seiner Seite -- bei allen Dingen, die über die Steuer gefördert werden, ist er besser dran als der Geringverdiener.
Wenn man aber die steigenden Kosten für Verkehr, Mieten / Hauskauf, Krankenversicherung und und die ausufernden Belastung durch Steuern und andere staatlich gewollte Abgaben (z. B. Rundfunk, Straßenmaut) sieht, nutzt es keinem von beiden. Will man noch Geld zum Leben haben und leistet sich gar noch Kinder, dann bleibt für den Luxus privat für Alter und gegen Berufsunfähigkeit vorsorgen zu wollen sowieso kein Geld übrig. Weder beim Geringverdiener noch beim Mittelstand.

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