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14.06.2012

16:47 Uhr

Betreuung von Angehörigen

Wie die Kasse beim Urlaub für Pflegende hilft

Auch wer kranke Angehörige zu Hause pflegt, hat Anspruch auf Urlaub. Doch nur wenige pflegende Angehörige nutzen ihre 28 Urlaubstage. Bei der Organisation und der Finanzierung der Auszeit hilft die Pflegekasse.

Auch wer ein Familienmitglied zuhause pflegt, hat Anspruch auf 28 Urlaubstage im Jahr. dpa

Auch wer ein Familienmitglied zuhause pflegt, hat Anspruch auf 28 Urlaubstage im Jahr.

Düsseldorf/BerlinAlle Welt freut sich auf den Sommerurlaub. Die etwa 1,3 Millionen Frauen und Männer, die Tag für Tag ein krankes Familienmitglied zu Hause betreuen, häufig rund um die Uhr, wagen oft nicht einmal davon zu träumen. Unzählige pflegende Angehörige machen monatelang nicht einen Tag frei, um neu aufzutanken. Dabei haben auch Laienpfleger einen gesetzlichen Anspruch auf Erholung. „Viele wissen es aber nicht oder scheuen sich, die Pflegekasse zu bemühen und Finanztöpfe in Anspruch zu nehmen", sagt Heike Nordmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Mit den vom Gesetzgeber vorgesehenen Möglichkeiten lässt sich zwar kein Strandurlaub finanzieren. Die finanzielle Unterstützung reicht oft nicht einmal aus, um eine Woche lang eine Vertretung durch Profi-Pflegekräfte sicherzustellen. Wer geschickt jongliere und sich von den Pflegestützpunkten und Pflegekassen gut beraten lasse, bekomme aber wenigstens die Chance auf die verdiente Auszeit zum Regenerieren, ermuntert Fachfrau Nordmann zum Handeln.

Pflegebedürftig

Pflegestufe I

Die Pflegestufen und sind gesetzlich festgeschrieben. Als erheblich pflegebedürftig gilt, wer mindestens einmal täglich Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen – wie es im Beamtendeutsch heißt – benötigt. Gemeint sind etwa das Ankleiden oder aber die Nahrungsaufnahme. In der ambulanten Pflege sind 61 Prozent der Patienten in Pflegestufe I eingeteilt, in der stationären Pflege 40 Prozent.

Maximale Erstattung

Die Leistungen der Pflegeversicherung sind per Gesetz festgeschrieben. Für stationäre Pflege gibt es in Stufe I 1023 Euro, für teilstationäre Pflege und häusliche Pflegehilfe durch zugelassene Pflegedienste 450 Euro oder eine Zahlung eines Pflegegeldes für die Betreuung durch Pflegepersonen (beispielsweise Angehörige) 235 Euro.

Pflegestufe II

Schwerpflegebedürftige benötigen mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Zeiten pflegerische Hilfe. In der ambulanten Pflege sind 30 Prozent der Patienten in Pflegestufe I eingeteilt, in der stationären Pflege 40 Prozent.

Maximale Erstattung

Für stationäre Pflege von Schwerpflegebedürftigen gibt es 1279 Euro, für teilstationäre Pflege und häusliche Pflegehilfe durch zugelassene Pflegedienste 1100 Euro oder eine Zahlung eines Pflegegeldes für die Betreuung durch Pflegepersonen 440 Euro.

Pflegestufe III

Schwerstpflegebedürftige müssen rund um die Uhr gepflegt werden – auch nachts. In der ambulanten Pflege sind neun Prozent der Patienten in Pflegestufe I eingeteilt, in der stationären Pflege 20 Prozent.

Maximale Erstattung

Für stationäre Pflege gibt es in Stufe III 1550 Euro, für teilstationäre Pflege und häusliche Pflegehilfe durch zugelassene Pflegedienste 1550 Euro oder eine Zahlung eines Pflegegeldes für die Betreuung durch Pflegepersonen (beispielsweise Angehörige) 700 Euro.

Grundsätzlich gibt es zwei Wege, Urlaub von der Pflege zu machen, wie Michaela Gottfried, Sprecherin des Verbands der Ersatzkassen (vdek), erläutert: die Verhinderungspflege, bei der der Kranke zu Hause von einem „Ersatzmann" versorgt wird. Und die Kurzzeitpflege, bei der der Patient vorübergehend in ein Heim kommt. Bei beiden Varianten stehen den Pflegenden je 28 Tage Auszeit im Kalenderjahr zu. Die Entlastung muss nicht an einem Stück genommen werden, sie kann auf mehrere Kurzurlaube verteilt werden. Allein für die Verhinderungspflege gaben die Kassen laut vdek 2011 über 440 Millionen Euro aus.

Wichtig ist folgende Voraussetzung: Die Pflegeperson muss den kranken Angehörigen zuvor schon mindestens sechs Monate lang betreut haben. Der Patient muss zudem Pflegegeld bekommen. Wer sich um einen demenzkranken Patienten kümmert, hat zudem noch Anrecht auf eine dritte Variante, die Betreuungsleistung. Sie ist unabhängig von einer Pflegestufe.

Kommentare (1)

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Humanis

10.06.2013, 14:33 Uhr

Bald beginnt wieder die Urlaubszeit. Doch die Meisten der rund 1,4 Millionen pflegenden Angehörigen können vom Urlaub nur träumen.

Immer noch ist die Familie in Deutschland das wichtigste Bindeglied in der häuslichen Pflege und bildet so den „größten Pflegedienst der Nation“- mit allen Vor- und Nachteilen- die ein solches Engagement mit sich bringt. An vorderster Stelle bei der Versorgung eines Familienmitgliedes stehen die Ehepartnerinnen und Ehepartner, dicht gefolgt von den Töchtern.
Diese müssen den Spagat zwischen ihren eigenen Bedürfnissen und den Bedürfnissen des zu pflegenden Menschen „schaffen“.
Ein paar Tage frei nehmen? In Urlaub fahren? Das fällt schwer.

Wer während eines Urlaubs die Pflege und Betreuung von Angehörigen zuhause sicherstellen möchte, dem bieten wir als bundesweit tätiger Pflegedienst seit über 25 Jahren die sogenannte häusliche Urlaubsvertretung an.
In der Regel erhalten pflegende Angehörige von den Kassen dafür 1 Mal im Jahr einen Betrag von 1.550.-€. Dieser kann zur Finanzierung einer professionellen Urlaubsvertretung durch HUMANIS verwendet werden. HUMANIS stellt sicher, dass auch bei „echter“ Abwesenheit der Angehörigen alles geregelt ist und wird. Zum Beispiel durch gut ausgebildete, hiesige Betreuungs- und Pflegekräfte und eine telefonische 24-Stunden Bereitschaft (Hotline).

So können Angehörige wirklich in Urlaub fahren – ohne schlechtes Gewissen.

Haben Sie Fragen dazu? Dann rufen Sie uns an:

0800- 0721 27111. Oder Sie fordern unter www.humanis-pflege.de weitere Informationen an.

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