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12.11.2014

10:18 Uhr

Betreuungsverfügung – Teil III der Serie

Aller guten Dinge sind drei

VonKatharina Schneider

Egal, ob Single im Studium, Ehepaar mit Kindern oder Witwer im Ruhestand: Sie alle könnten einmal jemanden brauchen, der bei Krankheit oder Unfall in ihrem Sinne für sie entscheidet. Drei Dokumente helfen beim Absichern.

Die Betreuungsverfügung gehört zu den wichtigsten Vorsorgedokumenten.

Die Betreuungsverfügung gehört zu den wichtigsten Vorsorgedokumenten.

DüsseldorfEben noch mitten im Leben, dann plötzlich liegt man im Krankenhausbett – bewusstlos. Durch einen Unfall kann das schnell passieren. Über die medizinische Versorgung müssen dann andere entscheiden. Möchte man künstlich ernährt werden, wünscht man lebensverlängernde Maßnahmen oder lehnt man Operationen ab? Man kann es den Ärzten nicht selbst sagen. Was der Betroffene in dieser Situation braucht, ist eine Art Stellvertreter, der die persönlichen Wünsche kennt und gegenüber dem Arzt artikuliert.

Was beim Verfassen einer Vorsorgevollmacht zu beachten ist und worum es in einer Patientenverfügung geht, konnten Sie bereits in den ersten beiden Teilen dieser Serie lesen. Doch um diesen Bereich der Vorsorge vollständig zu regeln, sollte noch ein drittes Schriftstück verfasst werden, die Betreuungsverfügung.

Noch einmal zur Erinnerung: Mit der Vorsorgevollmacht kann bestimmt werden, wer die eigenen Wünsche gegenüber anderen durchsetzen soll. Der Bevollmächtigte spricht etwa mit dem Arzt, kümmert sich um Bankgeschäfte, korrespondiert mit der Krankenversicherung und organisiert gegebenenfalls einen Platz im Pflegeheim. Diese Aufgaben können auch auf mehrere Personen verteilt werden.

Zusätzlich braucht der Bevollmächtigte Regieanweisungen: Was genau soll er tun und was muss er lassen? Wie soll er etwa mit dem Vermögen umgehen? Soll er eine häusliche Pflege oder ein bestimmtes Pflegeheim organisieren? Dies kann im sogenannten Innenverhältnis zwischen Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem geregelt werden. Die wichtigsten Anweisungen zur medizinischen Versorgung können zudem in einer Patientenverfügung festgehalten werden.

Kann ein Patient die medizinischen Entscheidungen nicht selbst treffen, weil er bewusstlos oder verwirrt ist, müssen Ärzte das Betreuungsgericht, eine Abteilung des Amtsgerichts, informieren. Aber auch andere können eine Betreuung beantragen, zum Beispiel die Kinder, wenn sie beobachten, dass ihr Vater an fortschreitender Demenz leidet und rechtliche Entscheidungen nicht mehr alleine treffen kann. Möglich ist auch, dass das Gericht einen Hinweis vom Wohnungsvermieter bekommt, wenn dieser vergeblich auf die Miete wartet.

Wichtiges zur Vorsorgevollmacht

Was ist die Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht ist eine besondere Art der Vollmacht und rechtlich gesehen ein Auftrag. Darin können eine oder mehrere Personen benannt werden, die alle Aufgaben für Sie erledigen, wenn Sie es selbst nicht können.

Wann brauche ich eine Vorsorgevollmacht?

Nicht nur alte Menschen können auf Hilfe angewiesen sein und in die Lage geraten, selbst keine Entscheidungen mehr treffen zu können. Durch einen Unfall oder eine plötzliche Krankheit kann das jeden treffen. Bis zum 18. Geburtstag sind automatisch die Eltern bevollmächtigt. Doch danach können ohne explizite Vollmacht nicht einmal die Ehepartner für einander entscheiden. Dann setzt das Gericht einen Bevollmächtigten ein. Um seinen Vertreter selbst zu bestimmen, sollte jeder über 18 Jahre eine Vorsorgevollmacht erstellen.

Was kann der Bevollmächtigte regeln?

Der Bevollmächtigte kann mit vielfältigen Aufgaben betraut werden. Er kann zum Beispiel über medizinische Behandlungen entscheiden sowie Regelungen zum Vermögen und zum Aufenthaltsort treffen. Die Person kann etwa als Vertreter gegenüber der Bank, der Krankenkasse oder gegenüber Ärzten agieren.

Welche Voraussetzungen muss der Bevollmächtigte erfüllen?

Der Bevollmächtigte muss Ihr uneingeschränktes Vertrauen genießen. Er sollte in der Lage sein, Ihre Interessen durchzusetzen. Zudem muss er gegebenenfalls auch schwierige Situationen meistern und sehr weitreichende Entscheidungen treffen.

Was tun ohne Vertrauensperson?

Wer alleinstehend ist und keine Vertrauensperson hat, kann sich an Betreuungsvereine, Wohlfahrtsverbände, Kirchen oder Anwälte wenden, die eine Betreuung übernehmen.

Wie lange gilt die Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht kann jederzeit geändert werden. Hat ein Notar sie beurkundet, sollte sie schriftlich widerrufen werden.

Wo sollten die Dokumente verwahrt werden?

Die Originale der Dokumente sollten am besten in einem Notfallordner in der eigenen Wohnung aufbewahrt werden. Der Bevollmächtigte sollte den Ort kennen und zudem Kopien der Unterlagen haben. Gegen eine einmalige Gebühr kann die Vorsorgevollmacht beim Zentralen Vorsorgeregister registriert werden.

Quelle

„Das Vorsorge-Set“, Stiftung Warentest, ISBN: 978-3-86851-360-8 (12,90 Euro)

Zum einen muss das Gericht dann prüfen, ob eine Person tatsächlich nicht mehr geschäftsfähig ist. Zum anderen stellt sich die Frage, wer sie vertreten kann. Gibt es keine Vorsorgevollmacht, ist der Bevollmächtigte bereits verstorben oder hält das Gericht ihn für ungeeignet, kann es die rechtliche Betreuung anordnen und einen Betreuer bestellen. „Das kann beispielsweise passieren, wenn der gewünschte Bevollmächtigte selbst betreut wird oder zu weit entfernt wohnt“, sagt Martina Mainz-Kwasniok, Fachanwältin für Familienrecht.

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