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15.01.2016

13:16 Uhr

Bundesbank

Deutsche nutzten Kursrückschläge zum Aktienkauf

Die Deutschen steckten von Juli bis September 2015 mehr Geld in Aktien – trotz gefallener Kurse. Das Geldvermögen der Deutschen ist gleichzeitig leicht geschrumpft. Dennoch haben sie Billionen auf der hohen Kante.

Flucht nach vorne

„Aktien bleiben weiter attraktiv“

Flucht nach vorne: „Aktien bleiben weiter attraktiv“

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FrankfurtDie Kursturbulenzen an den Börsen haben im dritten Quartal 2015 deutliche Spuren beim Geldvermögen der Bundesbürger hinterlassen. Erstmals seit vier Jahr sank das Vermögen privater Haushalte, teilte die Bundesbank am Freitag mit.

Zum Geldvermögen zählen Bargeld, Wertpapiere, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen; es schrumpfte bis Ende September im Vergleich zum Vorquartal um 17 Milliarden Euro oder 0,3 Prozent auf 5210 Milliarden Euro.

Hinter der Entwicklung stünden deutliche Bewertungsverluste. „In einem schwachen Börsenumfeld waren davon vor allem Aktien und Anteile an Investmentfonds betroffen“, erklärte die Bundesbank.

Vor allem Sorgen um die Entwicklung der chinesischen Konjunktur hatten Dax und Co. im dritten Quartal 2015 nach unten gedrückt. Der deutsche Leitindex Dax war im September auf sein Jahrestief von 9.325 Punkten gefallen.

So legen die Deutschen Ihr Geld an (3. Quartal 2015)

Bargeld und Einlagen

Den größten Anteil am Vermögen der deutschen Privathaushalte haben traditionell Bargeld und Einlagen. Das Banksparen – also beispielsweise Girokonten oder Tagesgeld – hat sogar an Beliebtheit zugelegt. Von Juli bis September 2015 machte der Posten einen Anteil von 39,4 Prozent am Gesamtvermögen aus. 2001 lag dieser Anteil noch bei 34,9 Prozent.

Quelle: Deutsche Bundesbank

Versicherungen

Versicherungen machen den zweitgrößten Posten in der Vermögensstruktur der deutschen Haushalte aus. Zu diesem Posten zählen auch die Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen. Von Juli bis September 2015 lag der Anteil der Versicherungen am Haushaltsvermögen bei 38,3 Prozent. 2001 lag der Anteil noch bei 30,8 Prozent.

Aktien und sonstige Anteilsrechte

Das in Aktien investierte Vermögen und der Anteil sonstiger Anteilsrechte am Vermögen der deutschen Haushalte sind gestiegen. Zu diesem Posten zählen auch Aktien, die nicht an einer Börse notiert sind. 2001 machten sonstige Anteilsrechte 9,4 Prozent am Gesamtvermögen aus. Im dritten Quartal 2015 lag der Anteil bei zehn Prozent.

Investmentfonds

Die indirekte Anlage in Wertpapiere durch Investmentfonds ist ähnlich beliebt wie direkte Aktieninvestments. 8,9 Prozent des Gesamtvermögens hatten die Haushalte von Juli bis September in Anlagefonds investiert.

Anleihen

Die Renditen für Anleihen sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld unattraktiv. Die Haushalte reagieren darauf und investieren deutlich weniger in die Wertpapiere. 2001 lag der Anteil der Anleihen am Haushaltsvermögen noch bei 6,3 Prozent. In den Monaten Juli bis September des Jahres 2015 lag die Quote bei 2,7 Prozent.

Die Bewertungsverluste bezifferte die Bundesbank auf rund 57 Milliarden Euro. Dem stand ein Vermögen durch Transaktionen von knapp 40 Milliarden Euro gegenüber. Dabei investierten die privaten Haushalte ihr Geld erneut trotz niedriger Zinsen bevorzugt in kurzfristige Bankeinlagen sowie in Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Allerdings: „der bislang zu beobachtende Trend hin zu liquiden und risikoarmen Anlagen war etwas schwächer ausgeprägt als zuvor“, erklärte die Bundesbank.

So steckten die Bundesbürger unter dem Strich knapp 12 Milliarden Euro in Aktien und sonstige Anteilsrechte. Dies sei der höchste Zufluss seit gut sechs Jahren, erklärte die Bundesbank.

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