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25.01.2007

12:55 Uhr

Bundesbürger investieren weniger

Jeder sechste Deutsche sieht sich von Altersarmut bedroht

Jeder sechste Bundesbürger befürchtet, dass er seinen Lebensunterhalt im Alter nicht aus eigenen Mitteln bestreiten kann. „Die Furcht vor Altersarmut ist besonders bei den jungen Berufstätigen ausgeprägt“, sagte Wolfgang Klein, Privatkundenvorstand der Deutschen Postbank bei der Vorstellung der Studie „Altersvorsorge in Deutschland 2007“ am Mittwoch in Berlin.

dpa

HB BERLIN. Mit 44 Prozent hält heute erstmals eine relative Mehrheit ihre bisherige Altersvorsorge für nicht ausreichend. Gleichwohl überrascht die Reaktion auf diese Feststellung. Denn mit 32 Prozent wollen heute weniger Bundesbürger als in den Jahren zuvor in ihre Altersvorsorge investieren. 51 Prozent sorgen nicht vor, der Rest ist unentschlossen. „Das ist schockierend“, urteilt Klein.

Konkret gaben die Berufstätigen laut Studie an, dass sie Investitionen von 248 Euro monatlich für erforderlich halten, um für eine ausreichende Altersvorsorge zu sorgen. Tatsächlich wurden mit monatlich 198 Euro noch weniger als im Vorjahr investiert, als sich der Betrag auf 204 Euro belief. Um eine private Rente von 1 000 Euro im Monat ab 67 Jahre zu bekommen, stellte die Postbank folgende Faustregel auf: Ein 16-Jähriger müsste monatlich 50 Euro sparen, ein 25-Jähriger 90 Euro und ein 34-Jähriger bereits 170 Euro.

Bei der Minderheit, die ihre Vorsorge verstärken will, steht der Abschluss einer privaten Rentenversicherung an erster Stelle. Damit verdrängte die Rentenversicherung das private Eigenheim. Das könnte daran liegen, schreiben die Verfasser der Studie, dass die Regierung für die 2005 abgeschaffte Eigenheimzulage noch keinen Ersatz gefunden habe. Tatsächlich streiten sich die Koalitionspartner immer noch darum, wie die selbst genutzte Immobilie in die Riester-Förderung integriert werden soll.

Trotz der Diskrepanz zwischen Vorsorgebedarf und tatsächlichen Ausgaben lehnt eine Mehrheit von 54 Prozent eine Pflicht zur privaten Altersvorsorge ab. Eine pflichtmäßige betriebliche Altersversorgung für jeden Berufsanfänger fänden aber immerhin 68 Prozent der Deutschen gut.

Die Politik sei gut beraten, die Förderung privater Vorsorgemodelle durch staatliche Subventionen fortzusetzen und auszubauen, empfahl Klein. Schließlich erwäge jeder vierte Berufstätige unter 30 Jahren, Deutschland den Rücken zu kehren, sollte ihm im Alter Armut drohen. Die Folgen wären für das Rentensystem verheerend.

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