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20.11.2014

15:58 Uhr

Commerzbank-Ankündigung

Negativzins trifft auch Kleinanleger

VonJürgen Röder

Kunden werden draufzahlen, wenn sie Geld zur Bank bringen. Daran müssen wir uns gewöhnen. Wer meint, dies gelte nur für Großinvestoren, der irrt. Der Strafzins betrifft auch Privatanleger – indirekt über Investmentfonds.

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DüsseldorfEs ist soweit. Die erste deutsche Großbank reicht ihre Negativzinsen weiter. Nach der DZ Bank Luxemburg und der Skatbank im thüringischen Altenburg verlangt auch die Commerzbank Geld von denen, die Geld bei ihr parken wollen. Die genaue Höhe der Strafzinsen steht noch nicht fest und ist offenbar Verhandlungssache. 

Verhandeln müssen dann Geschäftskunden und institutionelle Anleger mit der Bank, Anleger, die große Vermögenswerte bei der Bank deponiert haben. Der wichtige Mittelstand soll dagegen keinen Strafzins zu befürchten haben. Bei den Konditionen werden sich die Commerzbanker vermutlich an den Skatbankern orientieren. Die verlangen seit Anfang November einen Negativzins in Höhe von 0,25 Prozent für Einlagen über 500.000 Euro, also 1.250 Euro.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Diese Zinsen werden Großinvestoren auch zahlen. Schließlich sind die Kosten, um das Geld beispielsweise in einem Tresor im eigenen Heim aufzubewahren, noch höher. Und was sind die sicheren Alternativen? In Staatsanleihen oder Geldmarktfonds kann der Verlust innerhalb von Tagen wesentlich größer sein.

Alle Banken versichern: Privatanleger sind von der Guthabengebühr nicht betroffen. Doch das stimmt nicht.  Zwar liegt die Anlagesumme eines Kleinanlegers schon per Definition unterhalb einer halben Million Euro. Doch auch diese Gruppe ist von Strafzinsen betroffen. Es reicht, Anteile an einem Investmentfonds zu besitzen.

Kommentare (25)

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Herr Josef Schmidt

20.11.2014, 16:16 Uhr

Dagegen kann man sich wehren. Wenn man die Einlagen von den Banken abhebt dann werden sich die Banken diese Politik nochmal überlegen.

Herr Niccolo Machiavelli

20.11.2014, 16:29 Uhr

Nö, dann wird die EZB aus dem Nichts Geld generieren und den Banken zur Verfügung stellen.

Und: Wo wollen Sie Ihr Bargeld vor Einbrechern verstecken?

Gehen Sie davon aus: Der Sparer ist immer der Dumme.

Herr Pom Muc

20.11.2014, 16:52 Uhr

@ Martin Weiland

Wenn unsere obersten Beamten sagen dass man nicht mehr in Währung bei Banken sparen sondern diese Währung ausgeben soll dann tun Sie das besser.

Man muss ja nicht in Währung und Krediten an Banken sparen.

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