Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.02.2016

11:55 Uhr

DAK, IKK classic

Teure Krankenkassen verlieren zum Jahresbeginn Mitglieder

VonCordula Tutt
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Die wachsende Kluft bei den Beitragssätzen der gesetzlichen Krankenkassen wirkt sich auf deren Mitgliederzahlen aus. Einige gewinnen – wie die ein oder andere AOK. Doch es gibt auch große Verlierer.

Zum Jahresbeginn hatten sehr viele gesetzliche Kassen ihre Beiträge erhöht. dpa

Wechsel der Krankenkassen

Zum Jahresbeginn hatten sehr viele gesetzliche Kassen ihre Beiträge erhöht.

Einzelne Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK) haben seit Jahresbeginn deutlich Mitglieder gewonnen, während teure Anbieter Versicherte verloren. Die AOK Plus berichtet, sie habe 2016 bereits 65.000 Mitglieder hinzugewonnen. Die kleinere AOK Sachsen-Anhalt vermeldet rund 16.000 Kunden, die dazukamen. Die beiden ostdeutschen Kassen haben mit 14,9 Prozent einen niedrigen Beitragssatz. Der Unterschied zu teuren Anbietern kann bis zu 610 Euro im Jahr ausmachen.

Mitglieder eingebüßt haben die drittgrößte gesetzliche Versicherung DAK – die offiziell keine Zahlen nennt – und die sechstgrößte Kasse IKK classic. Bei der DAK, die einen hohen Beitrag von 16,1 Prozent kassiert, heißt es, es gebe weniger Kündigungen als 2011. Damals hatte die Kasse acht Euro Extrabeitrag erhoben, 500.000 Mitglieder waren abgewandert.

Zusatzbeiträge Krankenversicherer 2016

Knappschaft

1,42 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,9 Prozent

AOK Niedersachsen

1,79 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,4 Prozent

AOK Nordwest

1,96 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015:15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

AOK Rheinland/Hamburg

2,04 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Plus

2,29 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 14,9 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 14,9 Prozent

IKK Classic

2,6 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Baden-Württemberg

3,046 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

AOK Bayern

3,33 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

DAK

4,89 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,5 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,1 Prozent

Barmer GEK

6,7 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

Techniker Krankenkasse

6,87 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Quelle

Unternehmen

Die IKK classic verlangt seit dem 1. Januar einen Beitrag von 16 Prozent. Im Januar und Februar hätten daraufhin 80.000 Mitglieder gekündigt, erklärt die Versicherung. Im Vorjahreszeitraum seien es nur rund 20.000 gewesen.

Noch ist unklar, wie viele Versicherte mit den Beitragserhöhungen zum Jahreswechsel insgesamt ihrer Kasse den Rücken gekehrt haben. Erst am 1. April werden alle Sonderkündigungen wirksam.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×